Regisseur Brad Bird über den Reiz seines Animationsfilms "Ratatouille" und die Frage, ob Ratten auf zwei Beinen laufen sollten.... http://images.kino.de/newspics/274/241274_1/b150x150.jpg "Eine Ratte als Koch ist absurd"

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Brad Bird im Gespräch

"Eine Ratte als Koch ist absurd"

Ein kleiner Nager möchte im Schlemmerparadies Paris zum Chefkoch werden: Regisseur Brad Bird hat aus dieser kuriosen Idee einen liebenswerten und warmherzigen Animationsfilm gemacht.

Großansicht "Ratatouille" beweist es: Ratten müssen nicht eklig sein (Foto: Walt Disney)

"Ratatouille" beweist es: Ratten müssen nicht eklig sein (Foto: Walt Disney)

» Ratten in der Küche - da fällt doch nicht nur jeder Koch in Ohnmacht, sondern auch jeder Filmproduzent.

BRAD BIRD: Der Ärger scheint sich erst jetzt zu ergeben. Viele Leute, die von der Idee hören, schmunzeln und fragen sich scherzhaft, ob sie sich so einen Film überhaupt ansehen sollten. Aber je mehr man ihnen davon erzählt, desto interessierter sind sie. Für Disneys Marketing-Spezialisten war "Ratatouille" sicherlich eine ziemlich große Herausforderung.

» Wie ist es überhaupt zu dieser Idee gekommen?

Jan Pinkava, der vor etlichen Jahren für den Kurzfilm "Geri's Game" den Oscar erhielt, entwickelte für Pixar die Grundidee, das Design der Figuren und den Look des Films. Er suchte sich ein Team zusammen und hatte auch schon einige der englischen Synchronstimmen wie Sir Ian Holm und Lou Romano an Bord. Doch das Team hatte Probleme mit der Story, es passte vieles nicht zusammen. Die Grundidee aber gefiel Pixar, und so wurde ich vor anderthalb Jahren von John Lasseter gefragt, ob ich den Film übernehmen wolle.

Großansicht "Ratatouille"-Schöpfer Brad Bird an seinem Arbeitsplatz im Animationsstudio (Foto: Walt Disney)

"Ratatouille"-Schöpfer Brad Bird an seinem Arbeitsplatz im Animationsstudio (Foto: Walt Disney)

» Was haben Sie an der Story verändert?

Ich behielt die Haupthandlung und die Figuren bei, schrieb jedoch ein völlig neues Drehbuch. Aus dem ersten Entwurf sind für den fertigen Film nur noch zwei Szenen und wenige Dialoge übrig geblieben. Mir war es wichtig, herauszuarbeiten, was die einzelnen Figuren bewegt und in welcher Verbindung sie zueinander stehen. Ich musste nur das Versprechen abgeben, den Film rechtzeitig fertig zu kriegen und eine Story abzuliefern, die zum Pixar-Universum passt.

» Wie schwierig war es für Sie, Ratten sympathisch erscheinen zu lassen?

Irgendwie klingt es schon absurd, dass eine Ratte nicht nur kochen möchte, sondern sogar ein großer Chefkoch werden will. Deshalb wurde zuerst überlegt, wie man Ratten menschlicher erscheinen lassen kann, ob man ihre Schwänze kürzen und sie auf zwei Beinen laufen lassen sollte. Als ich involviert wurde, hielt ich das für einen Fehler. Die Kraft der Geschichte liegt ja gerade darin, dass die meisten Menschen einen Abscheu vor Ratten haben. So verlangte ich, sie wieder tierischer zu animieren. Das war ein riesiges Unterfangen, weil viele Animateure schon lange daran saßen und wieder von vorn anfangen mussten.

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