J. Mangold Im Gespräch
Mit "Walk the Line" über das Leben von Johnny Cash hat James Mangold einen Volltreffer gelandet. Der Film spielte in den USA über 100 Mio. Dollar ein, gewann drei Golden Globes und darf sich auch bei der Oscar-Verleihung Chancen ausrechnen.
JAMES MANGOLD: Ja, viel länger, als ich mir das jemals hätte vorstellen können. Jahrelang hat sich kein Studio für den Stoff zu "Walk the Line" interessiert. 1995 hatte ich die Idee und habe mich dann 1999 zum ersten Mal mit Johnny Cash getroffen und angefangen, am Drehbuch zu arbeiten. Aber als es fertig war, wollte niemand den Film finanzieren.
Die Studios hatten sich gerade die Finger an "Ali" verbrannt - einem sehr teuren Biopic, das so gut wie kein Geld eingespielt hat.
Auch die Tatsache, dass Joaquin Phoenix und Reese Witherspoon die Hauptrollen spielen wollten, hat nichts an ihrer Einstellung geändert. Und das, obwohl die beiden für umsonst gearbeitet hätten und wir den Film für 25 Millionen Dollar machen konnten. Ein ganzes Jahr lang handelten wir uns nur Absagen ein, bis dann schließlich Fox zusagte.
Der Regisseur liefert eine stimmige Milieu- und Zeitskizzierung zu Johnny Cash (Foto: Kinowelt)
Als "Ray" in die Kinos kam, war ich gerade fertig mit dem Schnitt. Wahrscheinlich hat der Erfolg von "Ray" dem Studio mehr Vertrauen in unser Projekt gegeben. Sie haben gesehen, dass man mit einem Musik-Biopic Oscars gewinnen kann.
Es ist selten, dass man einen Künstler findet, der einen fasziniert und dessen Lebensgeschichte sich gleichzeitig für einen Film eignet. Die Geschichte von einem Mann, mit dessen Leben es bergab geht, der dann aber den totalen Absturz verhindern und die große Liebe seines Lebens heiraten kann und gleichzeitig das beste Konzert seines Lebens gibt - und all das innerhalb von sechs Monaten! -, das ist einfach filmreif.Und plötzlich erfährt man, dass hinter den Liedern sehr persönliche Erfahrungen stecken.
Außerdem hatte ich noch nie einen Film über die Geburt des Rock 'n' Roll in Memphis gesehen. Leute wie Elvis Presley sind mittlerweile zu solchen Ikonen geworden, man sieht sie gar nicht mehr als Menschen und dass auch sie irgendwann mal Teenager waren, die einfach Musik machen wollten.
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