Regisseur Sam Raimi über die Neuerfindung des Horrorgenres, die Arbeit mit einem Pulitzerpreisträger und seine neue Pläne für "Spider-Man 4".... http://images.kino.de/newspics/215/275215_1/b150x150.jpg "Eine Blutorgie reicht nicht"

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Sam Raimi über "Drag Me to Hell"

"Eine Blutorgie reicht nicht"

Mit "Drag Me to Hell" erinnert Sam Raimi an seine Anfänge im Horrorgenre, eine intime Independentproduktion im Gegensatz zum "Spider-Man"-Franchise, dessen vierte Ausgabe im nächsten Jahr gedreht werden soll.

Großansicht Geht es nach Regisseur Sam Raimi, so soll "Drag me to Hell" das Publikum wieder neu für das Genre begeistern (Foto: Universal)

Geht es nach Regisseur Sam Raimi, so soll "Drag me to Hell" das Publikum wieder neu für das Genre begeistern (Foto: Universal)

» Ist "Drag Me to Hell" eine Rückkehr zu Ihren Wurzeln?

SAM RAIMI: "Back to the Roots" in dem Sinn, dass ich mit "Drag Me to Hell" zu dem Genre zurückkehre, mit dem ich angefangen habe, dem Horrorfilm. Dennoch versuche ich, etwas anderes zu machen, die Form weiterzuentwickeln, die Spannung etwas anders aufzubauen und das Publikum zu überraschen.

» Gibt es neue Tendenzen im Horrorgenre?

Die Zuschauer verlangen komplexere Sachverhalte, keine Blut- und Gewaltorgien mehr wie in "Tanz der Teufel". Es geht ihnen um universelle Fragen wie die, ob es ein Leben nach dem Tod gibt. Als Fan von Horrorfilmen ist für mich "The Others" ein Beispiel dafür. Bei den Effekten sollten wir aufpassen.

Das Publikum ist intelligenter, als wir meinen, und registriert, wenn ein Schauspieler hilflos ohne Gegenüber vor der Green Screen steht, weil die digitalen Effekte erst später eingefügt werden. Das Optimum ist erreicht, wenn die digitalen Effekte so perfekt sind, dass man am Set mit ihnen arbeiten und der Schauspieler interagieren kann.

Großansicht Will sein Kinopublikum nicht für dumm verkaufen und dreht lieber anspruchsvolle Horrorfilme: Sam Raimi (Foto: Universal)

Will sein Kinopublikum nicht für dumm verkaufen und dreht lieber anspruchsvolle Horrorfilme: Sam Raimi (Foto: Universal)

» Was unterscheidet die Arbeit an "Spider-Man" von "Drag Me to Hell"?

Hauptsächlich die Größe der Produktion. Die Figur des "Spider-Man" wurde über vier Jahrzehnte hinweg von diversen Autoren immer wieder neu erfunden. Jeder Künstler hat der Legende etwas hinzugefügt. Menschen aller Generationen auf der ganzen Welt lieben Spider-Man, haben das Gefühl, er gehört ihnen. Als Regisseur lastet deswegen eine ziemliche Verantwortung auf meinen Schultern, diesen Mythos richtig darzustellen.

Bei Filmen wie "Drag Me to Hell" ist die Erfahrung viel intimer. Da heißt es zurück zum kleinen Team und eng gesteckten Zeitrahmen. Ich musste mich wieder daran erinnern, wie man schnell etwas auf die Beine stellt. Mein Regieassistent brachte mich in die Wirklichkeit zurück: Wenn ich noch gern acht Einstellungen gedreht hätte, meinte er nur trocken, die Sonne geht unter, die Zeit reicht noch für zwei. Ich mag beides, die Freiheiten und Mühen einer unabhängigen Produktion und den Thrill und die Herausforderung einer Großproduktion.

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