Kalkofes Klappe
Für Oliver Kalkofe ist der Thriller "96 Hours" eine (unangenehme) Zeitreise in die 80er Jahre: als die Action noch brutal und gnadenlos war und der Humor in diesem Genre nicht vorhanden.
Olli ist in Kampfstimmung und nimmt es locker mit Action-Opa Liam Neeson auf (Foto: Oliver Kalkofe/Fox)
Wenn in Deutschland ein englischer Filmtitel ("Taken") ohne erkennbaren Grund zu einem anderen englischen Filmtitel ("96 Hours") eingedeutscht wird, nur um für die ballerbegeisterte Generation Braindead cooler zu klingen, dann ist Vorsicht geboten!
Deshalb vorneweg die Kurzkritik in Stichworten für alle, die einfach nur einen geradlinigen humorlosen Action-Thriller suchen und beim Kinobesuch gern auch mal das Gehirn zuhause lassen, damit mehr Popcorn in die Rübe passt: Ein Vater sieht rot, Action der Extraklasse, nichts für schwache Nerven, Adrenalin pur, Testosteron im Sechserpack, knallhart, brutal und gnadenlos, aber ein Herz aus Gold, Liam Neeson in Top-Form, Überraschungserfolg in den USA, atemlose Spannung, mein lieber Herr Gesangsverein, da geht's aber mächtig zur Sache!
Leg dich nicht mit Liam Neeson an: In "96 Hours" kennt er keine Gnade - und keine Ironie (Foto: Fox)
So weit, so gelungen. Schaltet man nun allerdings neben der visuellen Festplatte auch noch das meist im Schlummermodus dämmernde Denkzentrum ein, so kommt es nach kurzer Zeit doch zur einen oder anderen ungewollten Magenumdrehung.
Kurz die Geschichte:
Papa Neeson war mal ein sehr geheimer Geheimagent einer geheimen Organisation des Geheimdienstes (der streng geheimen USA), hat seine Tochter (17, aber sauber und anständig, lebt bei Mama und reichem Stiefvater) aber ganz doll lieb. Die fliegt mit Freundin (19, kleine geile Schlampe, dafür auch schon bald tot!) trotz Warnungen des weisen Vaters vor dem gefährlichen Ausland nach Paris und wird dort fünf Minuten nach der Landung wie landesüblich von albanischen Mädchenhändlern entführt.
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