Richard Gere
Auch mit 58 sieht er noch verdammt gut aus: Frauenschwarm Richard Gere jagt in "Hunting Party" in abgewetzten Klamotten einen Kriegsverbrecher. Der Buddhist hält wenig von Promi-Kultur, wie er im Interview verrät, aber sehr viel von der Liebe.
Seit "Pretty Woman" ist Richard Gere der absolute Traummann vieler Frauen (Foto: Kurt Krieger)
» Sie spielen in "Hunting Party" keinen Verführer, sondern einen ausgebrannten Kriegsreporter im Bosnienkrieg. War das etwas Besonderes für Sie?
RICHARD GERE: Schon lange vor den Dreharbeiten zu "Hunting Party" habe ich mich mit dem Krieg auf dem Balkan beschäftigt, weil ich selbst rausfinden wollte, was los war und mich nicht auf verlogene Regierungsverlautbarungen oder Zeitungsberichte verlasse.
Der Stoff ist höchst brisant, die Rolle sehe ich als Geschenk. Man muss doch mal darüber nachdenken, warum nach Jahrhunderten Menschen in Sarajewo, Lhasa in Tibet oder Jerusalem plötzlich aufeinander losgehen. Wenn der Film da eine Überlegung anstoßen kann, bin ich happy.
In "Hunting Party - Wenn der Jäger zum Gejagten wird" zeigt sich Gere von einer ganz anderen Seite (Foto: Central)
» Haben Sie dem romantischen Liebhaber abgeschworen?
Nein, gerade habe ich mit Diane Lane "Nights in Rodanthe" abgedreht, eine Romanze für Erwachsene. Ich liebe Frauen und Geschichten über Männer und Frauen. Ein Leben ohne Liebesbeziehungen wäre doch nur halb so schön.
» Fühlen Sie sich durch Ihr Image als Sex-Symbol geschmeichelt?
Dieses Image juckt mich nicht. Ich war mal der Rock'n'Roll-Typ mit langen Haaren und klimpere heute noch auf der Gitarre. Aber was da alles über mich erzählt wurde, war oft ziemlicher Schwachsinn und hatte nichts mit mir zu tun. Die ganze Promi-Kultur ist aufgeblasen und nur Show. Ich fühle mich stinknormal und nicht als Star, der sogenannte Glamour ist nur ein winziger Teil von mir.
Er spielt einen Kriegsberichterstatter, der hinter einem serbischen Kriegsverbrecher her ist (Foto: Central)
» Wie schaffen Sie es, im hektischen Filmbusiness die Ruhe als Buddhist zu bewahren?
Buddhist wird man ja nicht über Nacht. Da steckt viel harte Arbeit und noch mehr Geduld dahinter. Unsere Kinder sollten schon früh lernen, anderen Menschen nicht weh zu tun und auch Tiere als Lebewesen zu achten.
» Und was machen Sie, wenn eine Mücke Sie piesackt?
Bitte nicht weitersagen: Aber da vergesse ich schon mal alle guten Vorsätze und haue einfach drauf.
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