Peter Segal im Gespräch
Peter Segal und Adam Sandler erweisen sich als äußerst erfolgreiches Duo. Mit "Die Wutprobe", ihrer ersten gemeinsamen Arbeit, landeten sie einen Megahit am US-Boxoffice. Mit "50 erste Dates" wiederholten sie den Erfolg. Der Film, in dem Drew Barrymore die weibliche Hauptrolle spielt, läuft jetzt in den deutschen Kinos.
Peter Segal (M.), Adam Sandler und Drew Barrymore bei den Dreharbeiten (Foto: Columbia TriStar)
Nach mehreren Gesprächen mit Hirnspezialisten und Neurologen haben wir erfahren, dass diese Krankheit tatsächlich existiert. Die Störung der Erinnerung kann durchaus von einem Unfall ausgelöst werden.
Wir wollten das Thema nicht auf die leichte Schulter nehmen. Drews Figur wollten wir durchaus ernst zeichnen. Die komödiantischen Elemente - was die Krankheit betrifft - haben wir auf Ten Second Tom beschränkt.
Adam bezahlt mich einfach ziemlich gut. Nein, Spaß beiseite. Wir verstehen uns einfach fantastisch. Die Arbeit am Set läuft reibungslos, da braucht nicht viel kommuniziert zu werden. Jeder weiß, was der andere will. Das ist toll. Denn die erste Zusammenarbeit zwischen Regisseur und Schauspieler kann anstrengend sein. Wenn du dagegen von vornherein weniger Zeit brauchst, um den anderen kennen zu lernen, dann kannst du mehr Zeit darauf verwenden, an der Story zu arbeiten. Und das ist viel erfüllender. Schließlich sind wir in erster Linie Geschichtenerzähler.
Ja. Offensichtlich ist er in Amerika erfolgreicher. Das kann mit daran liegen, wie sich ein bestimmter Humor in andere Länder überträgt. Gerade Filme wie "Punch-Drunk Love" und "Spanglish", den er gerade mit Jim Brooks dreht, zeigen dem Publikum einen anderen Adam Sandler. Ich denke, die Leute müssen verstehen lernen, dass Adam - ähnlich wie Jim Carrey und Robin Williams - nicht ausschließlich auf die Rolle des Comedian abonniert ist. Ich finde es großartig, wenn man immer wieder überraschen kann.
Das Tolle ist, dass Adam wahnsinnig gute Drehbücher an Land zieht. Er fragte mich ganz einfach, ob ich nicht Lust hätte, bei "The Longest Yard" mitzumachen. Aber ich hätte es nicht gemacht, wenn ich die Geschichte nicht gemocht hätte. Ich liebe das Original aus dem Jahr 1974 und wollte schon immer einen Footballfilm drehen.
"The Longest Yard" ist sowohl Adams als auch mein dramatischster Stoff. Er erzählt die Geschichte eines Sträflings, der eine zweite Chance erhält und sich auf den harten Weg macht, seine Würde wiederzuerlangen. Im Juli ist Drehstart.
Das habe ich mich auch gefragt. Allerdings habe mich meine Nachforschungen beruhigt: Es ist absolut kein Novum.
Angefangen von George Cukor und Katharine Hepburn über John Ford und John Wayne hin zu Martin Scorsese und Leonardo DiCaprio - diese Konstellationen ziehen sich durch die ganze Filmgeschichte. Ich wähne mich also in repräsentativer Gesellschaft.
Und täglich eine neue Anmache: Henry hat nur noch Augen für Lucy (Foto: Columbia TriStar)
Da sind den ganzen Tag Generäle, Majore, Direktoren um dich herum. Das ist wirklich ermüdend und außerdem lastet ein enormer Druck auf dir. Vor allem ist es richtig krank, wenn man sich vorstellt, was ein Film heutzutage kostet. Aber die Filmindustrie ist für Amerika die wichtigste Industrie. Film ist der Exportartikel Nummer eins, vor Stahl und Weizen. Und als Regisseur bekommst du eine schwere Bürde aufgeschultert. Ich sage immer: Wenn du nur einen Film gemacht hast, bist du bereits ein Veteran. Du weißt zwar nicht alles übers Filmemachen - vom künstlerischen Aspekt her, doch du bekommst sofort spitz, wie es von der produktionstechnischen Seite her läuft. Das ist eine schwere Prüfung, bei der du meinst, aufs Schlachtfeld geschickt zu werden.
Ja. Das ist gerade der Grund, weshalb ich so von "The Longest Yard" angetan bin. Ich nähere mich langsam diesem Genre an. Ich sehe mich in einem konstanten Lernprozess. Ich muss nicht unbedingt in aller Eile ein großartiges Drama inszenieren. Wenn die Zeit reif ist, werde ich auch eines machen.
Gute Frage. Womöglich...Oh Gott...ich komme ins Stottern. Wenn ich jetzt was über meine Karriere sage, wird sich meine Frau aufregen. Ich sage - mit einem Augenzwinkern: den Tag, an dem ich meine Frau kennen lernte.
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