Horror auf DVD
Der Horrorfilm erlebt ein berauschendes Comeback. Im Kino und auf DVD - wir werfen einen Blick auf die Wurzeln des Schockergenres.
Wenn Michael Myers zum Fleischermesser greift, hat er garantiert nichts Gutes im Sinn. Seit der irre Maskenmörder 1978 zum ersten Mal unter der Regie von John Carpenter auf Killerpirsch ging, sorgt er in der nicht enden wollenden "Halloween"-Filmreihe für herzschlagstoppende Schreckmomente.
Dabei reicht die Geschichte des Horrorgenres weit über die Zeit des Filmemachens hinaus zurück. Schon im Mittelalter liefen den Menschen Schauer über den Rücken, wenn sie Geschichten von Dämonen, Hexen und anderen Schreckgestalten hörten. Im 15. Jahrhundert machte die Legende von Vlad dem Pfähler - besser bekannt als Dracula - erstmals die Runde.
Gemälde wie "Der Garten der Lüste" von Hieronymus Bosch schockten damals das Publikum mit detaillierten Darstellungen der Hölle. Selbige wurde vor allem für Frauen Wirklichkeit, als im 16. und 17. Jahrhundert die Hexenverbrennungen der katholischen Kirche ihren Höhepunkt erreichten - eine weitere Quelle für grausige Geschichten.
Im 18. Jahrhundert sorgten schließlich die "Gothic Novels" für Gänsehaut beim lesenden Publikum. Echte Horrorgestalten wie der mysteriöse Killer Jack the Ripper versetzten Ende des 19. Jahrhunderts ganze Städte in Angst und Schrecken, während Bram Stoker seinen Meisterroman "Dracula" fertig stellte.
Doch 1896 kam schließlich die Geburtsstunde des Horrorfilms: Der Zauberer und Schauspieler Georges Jean Méliès drehte mit der brandneuen Erfindung der Gebrüder Lumière "Le Manoir Du Diable". Die Protagonisten der gruseligen Schlosstour waren Hexen, Vampire und der Teufel höchstpersönlich.
Das Publikum vernahm's mit schockiertem Interesse und wollte mehr. Die Stummfilme des frühen Kinos glichen noch eher den düsteren Bildern der Expressionisten, so zum Beispiel "Nosferatu" (1922) von Friedrich Wilhelm Murnau.
Immer mehr Horrorfilme fanden ihren Weg ins Kino, bis das Genre in den 40er Jahren seine erste große Schlappe erlebte. In den 60ern ging es dank des genialen Alfred Hitchcock mit Filmen wie "Psycho" und "Die Vögel" wieder bergauf.
In den 70ern erfand John Carpenter schließlich die Horrorkategorie des Slasherfilms, in dem ein irrer Mörder Teenager mit diversen Hieb- und Stichwaffen ins Jenseits befördert. Dass die Killer angeblich Fehltritte der Kids wie Drogenkonsum oder vorehelichen Sex mit dem Tod ahndeten, brachte den Filmen übrigens den Vorwurf ein, konservative Moralvorstellungen zu propagieren.
Die späten 80er und frühen 90er hielten für Genrefans zwar zahlreiche Filme aus der "Nightmare on Elm Street"-Reihe bereit, aber das breite Publikum scheute den Horror inzwischen wieder. Das änderte sich mit Wes Cravens herrlichen "Scream"-Filmen. Seitdem pilgern wieder Millionen von Zuschauern in die Kinos, wenn Streifen wie "Saw" oder japanische Horrorremakes à la "The Grudge" laufen.
Selbst Hollywoods A-riege scheut das Genre nicht mehr: Die zweifache Oscar-Preisträgerin Hilary Swank hat gerade den Schocker "The Reaping" abgedreht. Eins steht also fest: Der Horrorfilm ist nicht tot zu kriegen.
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