Paul Haggis über sein Irak-Drama "Im Tal von Elah", Kriegsverbrechen, den neuen Bond-Film und sein Idol Clint Eastwood.... http://images.kino.de/newspics/305/250305_1/b150x150.jpg "Eastwood ist der Größte für mich"

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Paul Haggis im Gespräch

"Eastwood ist der Größte für mich"

In seiner zweiten großen Regiearbeit nach "L.A. Crash", dem Drama "Im Tal von Elah", erzählt Paul Haggis von den psychischen Folgen des Irak-Kriegs und rechnet mit einem System ab, das Soldaten sich selbst überlässt. Inzwischen wird sein Drehbuch zum neuen Bond verfilmt.

Großansicht Regisseur und Drehbuchautor Paul Haggis liefert mit "Im Tal von Elah einen kritischen Film zum Irakkrieg ab (Foto: Concorde)

Regisseur und Drehbuchautor Paul Haggis liefert mit "Im Tal von Elah einen kritischen Film zum Irakkrieg ab (Foto: Concorde)

» Was brachte Sie zu dieser harten und politisch brisanten Geschichte?

PAUL HAGGIS: Das eine waren schockierende Bilder von Soldaten im Internet. Explodierende Tanker und Häuser, bis zur Unkenntlichkeit verbrannte Körper. Ein Bild hat sich in mein Gedächtnis gebrannt. Da nimmt einer der Jungs eine vom Körper abgetrennte Hand und winkt damit in die Kamera. Tote als Objekte! Was die Truppen im Namen der Nation machen, ist schrecklich.

Und dann habe ich die Story von Mark Boale über einen Mann gelesen, einen früheren Militärpolizisten, dessen Sohn nach der Rückkehr aus dem Irak vermisst wird und der gegen alle Widerstände wissen will, was passiert ist, und gemeinsam mit einer jungen Polizistin den Fall aufrollt.

Großansicht Tommy Lee Jones als verzweifelter Vater in "Im Tal von Elah" (Foto: Concorde)

Tommy Lee Jones als verzweifelter Vater in "Im Tal von Elah" (Foto: Concorde)

» Diesen Vater spielt Tommy Lee Jones, nicht gerade ein Vertreter liberaler Gesinnung.

Einige warnten mich, Tommy Lee Jones sei schwierig. Aber da ich auch nicht gerade einfach bin, verstanden wir uns glänzend. Ich suche meine Schauspieler auch nicht nach ihrer politischen Meinung aus. Er war der richtige Typ dafür, ein Vietnam-Veteran mit traditionellem Wertemuster, Familien- und Gemeinschaftssinn. Ein Amerikaner, der stolz auf sein Land und sicher in der Beurteilung von Gut und Böse ist und sich plötzlich der Grauzonen bewusst wird. Ich gebe kein ideologisches Statement.

» Wonach entscheiden Sie, ob Sie ein Projekt als Drehbuchautor angehen oder als Regisseur?

Die Themen suchen mich. Manche Fragen gehen mir nicht mehr aus dem Kopf und ich weiß, ich will diesen Film als Regisseur machen, koste es, was es wolle. Als Autor entwickle ich eine Liebe für Figuren und Thema. Für Clint Eastwood würde ich sofort wieder jedes Skript schreiben, er ist der Größte für mich.

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