Trendspot Berlin
Entgegen der internationalen Modeszene geht der Trend auf der Berlinale deutlich zur Magersucht.
In "Primo Amore" treibt Vitaliano Trevisan seine Geliebte Michela Cesson mit krankhaften Idealvorstellungen in körperliche Extreme (Foto: Berlinale)
Film ist nicht die Realität. Film ist Illusion. Und manchmal bereiten diese Illusionen tatsächlich körperlichen Schmerz.
Besonders schmerzhaft waren "Primo amore", wo Michela Cesson ein bedenkliches Gewichtsniveau zu erreichen sucht, und ganz besonders schmerzte zuletzt der Anblick von Christian Bale: Zuvor sah man den Mimen noch kräftig auftrainiert in "Die Herrschaft des Feuers" und aktuell durchaus knackig in "Laurel Canyon" - nun in "The Machinist" ist der Mann aufs Knochengerüst abgemagert, ausgezehrt bis aufs Gerippe. Alleine der Anblick seiner auf herausstechenden Knorpeln und Wirbeln aufgespannten Haut schockiert dermaßen, dass man ganz automatisch, nach einem Schokoriegel, Popcorn oder anderen Kalorienbomben zu suchen beginnt.
Christian Bale verliert in "The Machinist" etliche Kilo - und langsam den Verstand (Foto: Berlinale)
Allein, Frau Cesson und Herr Bale, beide im realen Leben wieder mittlerweile in einem gesunden Gewichtsniveau angekommen, finden hier Heerscharen von Anhängern. Füllte Claudia Schiffer zu Beginn der Berlinale mit ihrem Untergewicht noch die Titelblätter aller Gazetten, ist eine solch offensichtliche Unterernährung inzwischen ein gewohnter Schreckens-Anblick in den Kinos, auf Empfängen und Berlinale-Partys.
Eigentlich dachte man der Heroin-Chic der Mitt-90-er mit seinem ausgemergelten Schönheitsideal wäre überstanden. Doch in Berlin feierte diese modische Entgleisung ein wahres Festival-Revival. Leider!
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