Schwuler Sherlock
Sherlock Holmes turtelt mit Dr. Watson? Für Robert Downey Jr. naheliegend, für Literatur-Puristen Blasphemie - und auch die Rechte-Inhaberin zeigt sich alles andere als erbaut von dieser Vorstellung.
Laut Downey Jr. mehr als nur Freunde: Sherlock Holmes (li.) und Dr. Watson (Foto: Warner)
Robert Downey Jr., Star aus "Iron Man" und ab 28. Januar auch hierzulande als "Sherlock Holmes" zu betrachten, ist ja generell nie um einen flotten Spruch verlegen. Allerdings sollte er aufpassen, sich nicht sein Kerngeschäft kaputt zu quatschen.
Aktuell lösen seine lockeren Ausführungen in der Show von Talker David Letterman stark gemischtes Echo aus. Hier hatte der Schauspieler nämlich angeregt, das geplante Sequel zu "Sherlock Holmes" um homoerotische Aspekte zu bereichern. Bei dem von ihm verkörperten Meisterdetektiv könne es sich sehr wohl um einen "sehr männlichen Schwulen" handeln. Nicht das erste Mal, dass Downey Jr. das Verhältnis des Kult-Ermittlers zu seinem Chronisten und Begleiter Dr. Watson - im Film verkörpert von Jude Law - tendenziös kommentierte: "Wir sind zwei Männer, die Zimmer samt Bett teilen und gerne ringen" lautete eines seiner süffisanten Statements.
Nicht so witzig fand das allerdings Andrea Plunkett, die Inhaberin der US-Rechte an der Romanfigur: "Ich hoffe, es handelt sich nur um ein Beispiel für Downeys Sinn für schwarzen Humor", äußerte sie sich zu dem brisanten Thema. Sie habe beim besten Willen nichts gegen Schwule - wohl aber gegen Menschen, die den Geist der Bücher verfälschen wollen. "Es wäre zwar eine drastische Maßnahme, aber ich müsste die Rechte für weitere Filme entziehen, wenn das eines der zukünftigen Themen wäre." Somit ginge auch Downey Jr. ein Engagement flöten, dass ihn vermutlich im Laufe mehrerer geplanter Fortsetzungen noch viele Millionen Gage aufs Konto gespült hätte. Wer's hat...
Und auch, wenn Jude Law zweifellos eine Verlockung für Männlein wie Weiblein darstellen kann: Besonders werksgetreu wäre diese Variante tatsächlich nicht. Im ganzen Holmes-Zyklus von Sir Arthur Conan Doyle gibt es letztlich nicht eine in homophobe Richtung interpretationsfähige Stelle. Selbst, wenn seit Erscheinen der Romane immer wieder versucht wird, den beiden Figuren diese Neigung mit auf den literarischen Weg zu geben.
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