"Brokeback Mountain"-Regisseur Ang Lee über seine Teenagerzeit in Taiwan, Schubladendenken und wie Rockmusik sein Leben beeinflusst hat.... http://images.kino.de/newspics/674/278674_1/b150x150.jpg "Die Drogen-Bilder mussten herausstechen"

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Ang Lee über "Taking Woodstock"

"Die Drogen-Bilder mussten herausstechen"

Zum 40. Jubiläum des Woodstock-Festivals kommt Ang Lees "Taking Woodstock" nach Elliot Tibers Vorlage über das historische Ereignis als herzerfrischende Komödie mit Gespür für Humor und das Aufeinanderprallen von Traditionen und Generationen ins Kino.

Großansicht Woodstock und Rockmusik kannte Ang Lee nur übers Radio (Foto: Tobis)

Woodstock und Rockmusik kannte Ang Lee nur übers Radio (Foto: Tobis)

Haben Sie 1969 etwas vom Woodstock-Feeling mitbekommen?

ANG LEE: Ich war damals erst 14 und lebte noch in Taiwan. Das Fernsehen sendete einen kurzen Bericht. Ich staunte über so viele langhaarige Menschen. Damals herrschte noch der Kalte Krieg, und die taiwanesische Gesellschaft war sehr konservativ, mit einer solchen Frisur wäre man wahrscheinlich verhaftet worden.

Als Teenager war ich überhaupt nicht cool, musste von morgens bis abends lernen. Die angesagte Rockmusik kannte ich nur aus den Top Ten im Radio. Dann bin ich ganz gespannt 1978 nach Amerika gekommen, und die meisten Amerikaner trugen die Haare schon wieder kurz. Da wusste ich, den spannenden Aufbruch habe ich verpasst.

Großansicht Regisseur Ang Lee gibt seinen Darstellern am Set von "Taking Woodstock" letzte Anweisungen (Foto: Tobis)

Regisseur Ang Lee gibt seinen Darstellern am Set von "Taking Woodstock" letzte Anweisungen (Foto: Tobis)

Was interessierte Sie an der Verfilmung von Elliot Tibers Buch?

Woodstock gilt als Meilenstein der Hippie-Bewegung, ein Wunder, eine Zäsur. So etwas kann man nicht wiederholen. Diese drei Tage waren mehr als Sex, Drugs and Rock'n'Roll. Es war auch ein Protest gegen den Vietnam-Krieg, ein friedlicher Aufstand der Unschuldigen für freiheitliches Denken und Leben. Im Gegensatz zum Rolling-Stones-Konzert in Altamont gab es auch keine Gewalt. Schon seit Jahren wollte ich eine Komödie machen, mir fehlte nur der richtige Stoff.

Es war reiner Zufall, dass ich bei der Promotion für "Gefahr und Begierde" in einem Lokal-Fernsehsender in San Francisco Elliot Tiber traf, der mir sein Buch in die Hand drückte und es in zwei Minuten sozusagen pitchte. Die Lektüre amüsierte mich, und ich fragte James Schamus von Focus Features, was er von einer Verfilmung halte. Dann ging alles ruckzuck, die Begegnung mit Elliot war im November, die ersten Drehbuchseiten zu "Taking Woodstock" standen im Februar.

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