Eine englische Zeitschrift hat per Umfrage die besten Effekte der Filmgeschichte ermittelt. Auf dem ersten Platz: "Krieg der Sterne".... http://images.kino.de/newspics/081/170081_1/b150x150.jpg Die besten Tricks aller Zeiten

Story

Handarbeit ist Trumpf

Die besten Tricks aller Zeiten

Von billigen Pappmachékulissen bis zu virtuellen Schauspielern aus Bits & Bytes haben Spezialeffekte im Kino eine erstaunliche Entwicklung durchlebt. Doch fortschrittliche Technik ist auch in diesem Bereich nicht alles.

Großansicht Der Sternzerstörer als Auftakt wurde zum Markenzeichen der alten "Star Wars"-Trilogie (Foto: Fox)

Der Sternzerstörer als Auftakt wurde zum Markenzeichen der alten "Star Wars"-Trilogie (Foto: Fox)

Mit Hilfe digitaler Effekte lässt sich mittlerweile jedes noch so fantastische Szenario entwerfen. Grenzen werden den Filmemachern nur noch durch Budget und Terminplan gesetzt. Doch moderner bedeutet nicht unbedingt besser: Das befinden auch die Leser einer englischen Fachzeitschrift, die in einer Umfrage über die besten Spezialeffekte der Filmgeschichte abstimmten. Spitzenpositionen erkämpften sich Filmklassiker, deren Tricks trotz des Alters nichts von ihrer Faszination eingebüßt haben.

Knapp 30 Jahre sind vergangen, seit George Lucas' "Krieg der Sterne" die Massen in ungläubiges Staunen versetzte. Und noch heute sorgt die legendäre Eröffnungssequenz für Begeisterung: Ein majestätisch ins Bild gleitender Sternzerstörer wurde zum eindrucksvollsten Spezialeffekt aller Zeiten gewählt. Der leinwandfüllende Gigant ließ nicht nur so manchen Zuschauer unwillkürlich den Kopf einziehen, er wies den Weg in ein neues Zeitalter der Tricktechnik.

Großansicht Er revolutionierte das Science-Fiction-Kino: George Lucas (Foto: Fox)

Er revolutionierte das Science-Fiction-Kino: George Lucas (Foto: Fox)

Auftakt nach Maß

Lucas kombinierte detailierte Modelle mit innovativer Kamerasteuerung und aufwändigen Bildkompositionen und präsentierte dem Publikum Weltallvisionen mit völlig neuer Dynamik. Gleichzeitig wurde der Auftritt der imperialen Schlachtschiffe zum Aushängeschild der "Star Wars"-Trilogie. Auch "Das Imperium schlägt zurück" und "Die Rückkehr der Jedi-Ritter" wurden auf ähnliche Weise eröffnet.

Zu besonderen Ehren kam die Sequenz noch einmal knapp zwei Jahrzehnte nach dem ersten Kinostart. Für die Dokumentation "Special Effects - Anything Can Happen" wurde sie mittels moderner Technik für die riesigen Leinwände der IMAX-Kinos aufbereitet.

Großansicht Einer der größten Filmstars aller Zeiten: King Kong (Foto: RKO)

Einer der größten Filmstars aller Zeiten: King Kong (Foto: RKO)

Puppenspieler

Eine technische Pionierleistung vollbrachte Willis O'Brien zwar nicht - doch sein Monsterklassiker "King Kong und die weiße Frau" aus dem Jahr 1933 bot Tricks von damals einzigartiger Qualität und Fülle. Das atemberaubende Finale, in dem der tragische Titelheld die Fassade des New Yorker Empire State Building erklimmt, schaffte es auf den zweiten Platz der Bestenliste.

Mit Hilfe unzähliger Einzelaufnahmen der von Hand positionierten Modelle hauchte O'Brien dem riesigen Gorilla überzeugendes Leben ein. Diese "Stop-Motion" genannte Technik wurde inzwischen fast gänzlich von kostengünstigerer Computeranimation verdrängt. Die Resultate der zeitraubenden Präzisionsarbeit können sich jedoch auch heute noch sehen lassen.

Großansicht Aufbruch ins digitale Zeitalter: "Terminator 2" (Foto: Fox)

Aufbruch ins digitale Zeitalter: "Terminator 2" (Foto: Fox)

(Un)Sterbliche Überreste

Als einer der Meister auf dem Gebiet der Stop-Motion-Animation gilt Ray Harryhausen. Schon in "Sindbads siebente Reise" verblüffte er Kinogänger, indem er den sagenumwobenen Seefahrer gegen einen äusserst agilen Skelettkrieger antreten lies. Mit seiner darauffolgenden Arbeit an "Jason und die Argonauten" vermochte er diesen Effekt noch zu toppen: Der Titelheld des Films bekam es gleich mit einer ganzen Gruppe lebender Knochengestalten zu tun.

Noch knapp davor konnte sich John Carpenters Remake des Horrorklassikers "Das Ding aus einer anderen Welt" platzieren. In dem Film sorgt eine außerirdische Lebensform für grausame Mutationen bei Mensch und Tier. Der Anblick eines abgetrennten Kopfes, aus dessen Seiten schleimige Spinnenbeine sprießen, katapultierte das blutige Effektspektakel auf den dritten Platz in der Zuschauergunst.

Großansicht Verblüffend "echt": Gollum (Foto: Warner)

Verblüffend "echt": Gollum (Foto: Warner)

Killer aus der Zukunft

Auf Platz fünf gibt sich der erste Vertreter moderner CGI-Illusionen die Ehre. Für Regisseur James Cameron hatten die Spezialisten von George Lucas' Trickfirma "Industrial Light and Magic" bereits in "Abyss" mit Effekten aus dem Rechner experimentiert. Für das Mammutprojekt "Terminator 2" loteten sie die Grenzen des technisch Machbaren aus und erschufen einen metallenen Gestaltwandler aus Bits und Bytes.

"Terminator 2", damals die teuerste Produktion aller Zeiten, läutete den Siegeszug der CGI-Effekte ein und eröffnete Filmemachern völlig neue Dimensionen. Geradezu primitiv muten dagegen die Alienartefakte des Science-Fiction-Klassikers "Alarm im Weltall" an. Doch der Charme der futuristischen Entwürfe reichte für einen sechsten Platz.

Großansicht Trotz ausgefeilter Methoden gerieten einige Szenen zur Tortur für die "Matrix"-Darsteller (Foto: Warner)

Trotz ausgefeilter Methoden gerieten einige Szenen zur Tortur für die "Matrix"-Darsteller (Foto: Warner)

Bewegte Standbilder

Markierte der gnadenlose "T-1000" den Beginn der digitalen Revolution, so gilt "Gollum" aus Peter Jacksons erfolgreicher "Der Herr der Ringe"-Trilogie als deren Nonplusultra. Mit der Übertragung von Bewegung und Mimik des Schauspielers Andy Serkis auf ein Computermodell erreichten die Macher einen nie dagewesenen Grad an Realismus.

Einen anderen Weg gingen die Produzenten von "Matrix". Sie konstruierten ein komplexes System virtueller Kameras, das kreisförmige Zeitlupenaufnahmen um ganze Sets herum ermöglichte. Der als "Bullet Time" bekannt gewordene Effekt trug mit dazu bei, den ersten Teil der Trilogie zum Kulthit und Achtplatzierten der Abstimmung zu machen.

Großansicht Rasantes Duell mit perfekten Tricks: "Spider-Man 2" (Foto: Columbia TriStar)

Rasantes Duell mit perfekten Tricks: "Spider-Man 2" (Foto: Columbia TriStar)

Schock-Effekt

Ende der siebziger Jahre sorgte Ridley Scott mit dem Science-Fiction-Grusler "Alien" für Gänsehaut in den Kinosälen. Insbesondere eine Szene beschleunigte den Puls der Zuschauer auf ungeahntes Tempo: Die Geburt des jungen Aliens, das der Bezeichnung "Chestburster" (zu deutsch in etwa "Brustsprenger") alle Ehre machte und von den Fans auf Rang Neun gewählt wurde.

Am Ende der Top-Ten findet sich "Spider-Man 2". Obwohl der Schwerpunkt eher auf Story denn Krawall liegt, bieten die Duelle mit Bösewicht Doc Ock rasante Action in technischer Perfektion. Insbesondere der Zweikampf auf dem Dach eines führerlosen Zuges hob das Publikum förmlich aus den Sitzen.

Natürlich geht der Kampf um den FX-Olymp weiter. Beste Chancen hat ein Remake des bisher Zweitplazierten: Peter Jacksons "King Kong".

Marc Baumann, 13.01.2005, 14:20

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