M. Night Shyamalan im Gespräch
M. Night Shyamalan ist der Meister des Mysteriösen: Mit "The Sixth Sense" und der überraschenden Wendung am Ende des Thrillers ging er in die Filmgeschichte ein. Mit "The Happening" zehrt er nun erneut an den Nerven seines Publikums.
Der indisch-amerikanische Regisseur M. Night Shyamalan liebt es, sein Publikum auf eine falsche Färte zu locken (Foto: Fox)
» Was fasziniert Sie immer wieder an übernatürlichen Phänomenen?
M. NIGHT SHYAMALAN: Mich interessiert, inwieweit unser Leben vom Schicksal bestimmt wird. Darüber kann ich stundenlang diskutieren, vergesse dabei sogar zu essen. Erst neulich habe ich ein aufregendes Gespräch über Gott geführt. Wenn ich nicht Filmemacher geworden wäre, hätte ich Theologie studiert. Mir geht es gar nicht so sehr um Außerirdische oder Geister, sondern um die Frage, ob der Mensch fähig ist, an etwas zu glauben, was über das Vorstellbare hinausgeht.
» In "The Happening" bricht eine unerklärliche Epidemie aus. Wie ist es zu dieser Idee gekommen?
Ich saß im Auto nach New York, hörte Filmmusik und draußen war es richtig trüb. Der Wind wehte durch die Bäume und der Himmel sah aus, als würde gleich ein Sturm losbrechen. In dem Moment dachte ich, wie verwundbar der Mensch doch eigentlich ist. Auch wenn er sich vormacht, er hätte alles unter Kontrolle.
In "The Happening" sorgt eine Massenselbstmordwelle für Panik bei den Überlebenden (Foto: Fox)
» Und Sie waren davon so angetan, dass Sie sogleich mit der Umsetzung begannen?
Beim Autofahren kommen mir die besten Ideen, aber es ist noch nie passiert, dass ich gleich einen kompletten Film im Kopf hatte. Ursprünglich war ich bereits mit einem anderen Film beschäftigt, für den ich schon etliche Notizen gesammelt hatte. Für mich ist es sehr ungewöhnlich, eine Sache wieder auf Eis zu legen, um mich auf etwas Neues zu konzentrieren. Aber ich hatte mich so in die Idee vernarrt, einen anspruchsvollen B-Movie zu inszenieren, dass ich gar nicht anders konnte.
» B-Movie heißt, dass Sie die Story ohne aufwändige CGI-Effekte erzählen wollten?
Ja, insofern war es die leichteste Arbeit meiner Karriere. Nicht nur, weil ich die Geschichte sofort parat hatte, sondern auch, weil die Schauspieler damit noch mehr in den Vordergrund gerieten und ich mich auf eine wunderbare Besetzung, angeführt von Mark Wahlberg, verlassen konnte. Es war ein angenehmer Dreh und wir konnten unseren Zeitplan einhalten.
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