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"Der kleine Hobbit" ohne Peter Jackson
Ohne ihn hätte es Mittelerde nie auf die Leinwand geschafft!
Nie mehr Hobbingen: Peter Jackson
ZoomNie mehr Hobbingen: Peter Jackson (Foto: Kurt Krieger)

Über zehn Jahre seines Lebens hat Peter Jackson sein Herzblut vergossen für eine Kinofassung des als unverfilmbar geltenden Fantasyepos von J. R. R. Tolkien. Doch nach der bahnbrechenden "Herr der Ringe"-Trilogie ist der Neuseeländer für die zwei geplanten Filme zur Vorgeschichte ausgebootet worden: Die Produktionsfirma New Line Cinema ließ ihn am Telefon wissen, dass sie ab sofort nach einem anderen Regisseur sucht.

Dabei hatte Jackson vor ein paar Tagen schon über einen möglichen Terminplan gegrübelt. Doch die geplante Zusammenarbeit ist nun an seiner ungeklärten Schadensersatzforderung gegen New Line gescheitert. Darin geht es um den Anteil des Regisseurs an den drei Milliarden US-Dollar aus den weltweiten Ticketverkäufen der "Herr der Ringe"-Trilogie.

Elben mit Taschenrechner?

Jackson hat der Fanseite TheOneRing.net dazu eine erklärende E-Mail geschickt. Darin beklagt sich der Oscar-Preisträger, dass New Line sich nur dann mit ihm finanziell einigen wollte, wenn er sich zuerst für "Der kleine Hobbit" verpflichtet hätte. Das wäre aber keine geeignete Arbeitsgrundlage gewesen, meint der Regisseur:

"Nur deswegen zuzusagen, wäre wirklich der schlechtestmögliche Grund gewesen. Einen oder sogar zwei aufwendige, komplexe Filme zu machen, bedeutet so viel Verantwortung und Druck - da kann man keinen ungeklärten Rechtsstreit im Hintergrund gebrauchen. Eine Entscheidung für solch ein Projekt trifft man schließlich nicht aus kühlen wirtschaftlichen Überlegungen. Filme machen ist eine Leidenschaft, und dafür braucht es Fantasie und Herz."

New Line hat Jackson nun erstmals informiert, dass die Rechte für die Verfilmung von "Der kleine Hobbit" aber zeitlich begrenzt sind. Deswegen müsse das Projekt baldmöglichst angegangen werden. Daher sehe man sich jetzt gezwungen, einen anderen Regisseur zu verpflichten. Der geschasste "Hobbit"-Fan nimmt's offenbar sportlich:

"Ich wünsche demjenigen alles Gute, dem das Privileg zuteil wird, 'Der kleine Hobbit' zu drehen. Ich hatte elf wunderbare Jahre in Tolkiens Welt."

sun Wellington, 20.11.2006

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