In der Fortsetzung zum Action-Hit "Die Bourne Identität" schlüpft Matt Damon erneut in die Rolle eines Ex-CIA-Killers.... http://images.kino.de/newspics/407/162407_1/b150x150.jpg "Der Erfolg kam völlig überraschend"

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Matt Damon im Gespräch

"Der Erfolg kam völlig überraschend"

Sein Name ist Bourne, Jason Bourne. Mit ihm verkörpert Matt Damon einen völlig neuen Typ des Action-Stars. Doch vorher musste er physische Strapazen und berufliche Tiefschläge überstehen.

Großansicht Vielschichtige Figur: Matt Damon in "Die Bourne Verschwörung" (Foto: UIP)

Vielschichtige Figur: Matt Damon in "Die Bourne Verschwörung" (Foto: UIP)

» Vor den "Bourne"-Filmen war Ihre Karriere ins Trudeln geraten. Wollten Sie sich deshalb als Actionstar neu erfinden?

MATT DAMON:

So denke ich nicht. Es wäre auch ziemlich unsinnig. Eigentlich hatte ja jeder erwartet, dass "Die Bourne Identität" floppt. Der Erfolg kam völlig überraschend. Und ich bin nicht jemand, der sagt: 'Ich brauche jetzt für meine Karriere einen großen Actionfilm.' Das wäre zynisch.

Ein Projekt muss mir persönlich etwas geben können. Einer meiner besten Filme, "All die schönen Pferde", ist bei Publikum und Kritik völlig gescheitert, denn er kam leider nur in einer verstümmelten Version ins Kino. Trotzdem würde ich ihn sofort wieder machen.

Großansicht Atraktive Gegenspielerin: Joan Allen (Foto: UIP)

Atraktive Gegenspielerin: Joan Allen (Foto: UIP)

» Warum wurden Sie dann zum Actionhelden?

Weil Jason Bourne kein typischer Actionheld ist. Er tut Dinge, die man einem Hollywood-Protagonisten nicht zutraut. Er schießt sogar unschuldigen Menschen ins Gesicht. Und die Filme sind viel realistischer und härter als die normalen Genre-Streifen.

Sie erinnern mich eher an die klassischen Thriller der 70er Jahre wie zum Beispiel "French Connection". Bei uns geht es nicht darum, alle zehn Minuten eine Explosion zu präsentieren, sondern um echte emotionale Konflikte.

Großansicht Versteckspiel im winterlichen Moskau (Foto: UIP)

Versteckspiel im winterlichen Moskau (Foto: UIP)

» Das klingt so, als würden Sie sich schon auf einen dritten Teil freuen.

Ich kann es mir vorstellen, vorausgesetzt wir haben dafür eine gute Idee. Paul Greengrass, der Regisseur von "Die Bourne Verschwörung", meinte zu mir, er würde vielleicht eine Fortsetzung drehen. Das wäre für mich auch ein Grund, weiterzumachen.

» Wenn das so weitergeht, dann werden Sie noch zum James Bond des 21. Jahrhunderts.

Na ja, ich möchte bezweifeln, dass ich noch einen vierten oder fünften Teil drehe. Aber es wäre cool, wenn auch andere Schauspieler den Part spielen. Dann wäre ich so etwas wie der Sean Connery der Bourne-Serie.

Großansicht Tatkräftige Unterstützung aus Deutschland: Franka Potente und Damon (Foto: UIP)

Tatkräftige Unterstützung aus Deutschland: Franka Potente und Damon (Foto: UIP)

» Stimmt es, dass Sie viele Ihrer Stunts selbst drehen?

Ja, aber ich würde darum kein großes Aufhebens machen. Ich habe kein Macho-Bedürfnis, solche Szenen selbst zu spielen. Lieber überlasse ich sie einem Stuntman.

Aber hier hilft es der Glaubwürdigkeit des Films, wenn ich mich selbst reinhänge. Denn ich sehe nicht wie ein normaler Actionstar aus. Und deshalb möchte ich alles tun, damit die Szenen möglichst authentisch rüberkommen.

» Kann so etwas auch wehtun?

Und wie. In "Die Bourne Identität" drehte ich eine Kampfszene mit einem professionellen Kickboxer. Der Mann hat mich nie getroffen, aber dafür ich ihn. Jetzt, im zweiten Teil, kämpfe ich mit dem Schauspieler Marton Csokas, und der hat mir ein paar Mal die Lippe zerschlagen. Jetzt weiß ich endlich, wie sich das anfühlt.

Großansicht Oscarprämiertes Drama mit Robin Williams: "Good Will Hunting" (Foto: Scotia (Buena Vista))

Oscarprämiertes Drama mit Robin Williams: "Good Will Hunting" (Foto: Scotia (Buena Vista))

» Sie lieben offenbar die physischen Belastungen. Sie absolvieren für Ihre Filme Monate lange Kampftrainings; für"Der talentierte Mr. Ripley" und "Mut zur Wahrheit" unterzogen Sie sich regelrechten Hungerkuren.

Immer wenn ich etwas Extremes für einen Film mache, hilft das meiner schauspielerischen Leistung. Wenn ich ein Anthony Hopkins oder Marlon Brando wäre, könnte ich mich einfach so vor die Kamera stellen und wäre großartig.

Aber so gibt es für mich nur einen Weg: Ich muss versuchen, das Leben meiner Charaktere nachzuleben. Wenn sie mit einer Pistole umgehen können, verbringe ich Stunden am Schießstand. Für den Poker-Film "Rounders" nahm ich sogar an der Weltmeisterschaft in Las Vegas teil. Immerhin bin ich sechs Stunden lang im Wettbewerb geblieben.

Großansicht Ausflug ins Komödienfach mit Greg Kinnear und "Unzertrennlich" (Foto: Fox)

Ausflug ins Komödienfach mit Greg Kinnear und "Unzertrennlich" (Foto: Fox)

» Wollen Sie nicht wieder mal ein bisschen Zeit aufs Drehbuchschreiben verwenden? Immerhin bekamen Sie für "Good Will Hunting" sogar einen Oscar.

Das müsste ich mit Ben Affleck zusammen machen, und wir finden momentan keine gemeinsame Zeit. Wir haben "Good Will Hunting" nur geschrieben, weil wir endlich mal ordentliche Rollen als Schauspieler haben wollten.

Damit wollten wir ein Video drehen, um es aufs Kaminsims zu stellen. Und wenn jemand vorbeikommen würde, dann könnten wir es ihm vorführen: "Hey, das haben wir gemacht." Aber mit dem ersten Drehbuch haben wir uns so viel Arbeit verschafft, dass wir nicht mehr zum nächsten kommen.

Großansicht Schwindelerregende Action in "Die Bourne Verschwörung" (Foto: UIP)

Schwindelerregende Action in "Die Bourne Verschwörung" (Foto: UIP)

» Die Erwartungen daran dürften enorm sein. Haben Sie vielleicht Angst davor?

Oh, sie werden uns abschlachten. Gerade weil derart viel Hype um "Good Will Hunting" war, werden sie loslegen: "Ihr erstes Buch war auch schon nicht so gut. Und das zweite ist noch schlimmer!" Aber da ich das weiß, spüre ich keinerlei Druck.

» Warum schreiben Sie nicht einfach allein?

Weil ich es nicht schaffe, mich zu konzentrieren. Als ich noch Englisch studierte, verbrachte ich Stunden vor einem leeren Bildschirm, von dem mich ein einsamer Cursor anblinkte. Solche Erfahrungen möchte ich nie mehr wiederholen.

Rüdiger Sturm, 13.10.2004, 10:00

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