Die wahren Dramen
Die Stars sind rar und kurz angebunden. Das Wetter mies. Die Autogramm-Jäger sind wieder einmal die ärmsten Schweine!
Breite Schultern, so weit das Auge reicht: Gedränge beim Warten auf die Stars (Foto: Berlinale)
Drei Stunden steht sie nun schon da. Drei Stunden in Regen und Kälte. Und man wünscht der 17-jährigen Denise, dass sie dem Herrn Hawke wenigstens ihr Leid klagen könnte. Berichten von den Entbehrungen, die sie für eine hastig von ihm aufgekritzelte Unterschrift auf sich nahm. Erzählen von den Regengüssen, den tropfenden Schirmen und den spitzen Ellenbogen der Konkurrenz. Allein, Herr Hawke lässt noch auf sich warten.
Extra aus Pankow angereist ist Denise, sie hat die Infoblockade, wann welcher Star zu welcher Pressekonferenz erscheint, überwunden und nun wartet sie mit anderen im Regen. Und wartet. Und wartet.
Doch dann tut sich endlich etwas, die schwere Stahltür geht auf, gleißendes Licht fällt auf den verregneten Gehsteig und derart illuminert steht tatsächlich Ethan Hawke nur eine Armlänge entfernt.
Denise schreit, streckt sich, hält dem gut aufgelegten Schauspieler Stift und Autogrammkarte entgegen. Ersten nimmt er an, unterschreibt auf der Karte ihres Nebenmannes, dann auf einer weiteren und noch einer... und geht dann weiter. Aus, vorbei. Denise ist leer ausgegangen. Nicht einmal den Stift hat sie zurückbekommen.
Enttäuschung steht ihr ins Gesicht geschrieben, und Trauer. Dann jedoch hellt sich ihre Mine wieder auf. Morgen kommt schließlich Jude Law...
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