Bond über Bond
Deutschlands Kritiker meinen es gut mit dem neuen 007 Daniel Craig: "Der beste Bond aller Zeiten", "Bond wieder bei seinen Wurzeln" - die straighte, ultrataffe Version des Kultagenten wird hierzulande euphorisch bejubelt. Hierzulande.
Taff meets humor - Bond-Mimen heute Daniel Craig (li.) und einst Sir Roger Moore (Foto: Sony Pictures/United Artists)
Great Britain selbst steht der neuesten Bond-Version interessanterweise gespalten gegenüber. Im Mutterland des berühmtesten aller Spione verteidigen zwei Lager vehement ihren Standpunkt, in allen Pubs wird diskutiert auf Guinness schenk ein.
Da hätten wir Version 1: "Craig is the one. Hart, härter, shoot to kill - als Agent muss man die Sache nun mal geregelt kriegen. Ein absoluter Spitzen-Spitzel." Logischer Ansatz, kollidiert nur leider mit Standpunkt 2: "Jahaaa - ein normaler Agent schon. Aber Daniel Craig spielt nicht irgendeine dahergelaufene Doppelnull sondern bitteschön 'Bond. James Bond' - also eine Ikone, Stil und Niveau verpflichtet. Den Martini daher bitte 'geschüttelt, nicht gerührt'. Und zuerst knallt man Superschurken ein Bonmot vor den Latz - nicht gleich die Handkante."
Bevor solche Glaubensgräben zur Spaltung führen - man denke nur an Irland - fragt man doch einfach mal den Profi. Mr. Bond himself - und zwar einen, der England nie polarisiert hat: Sir Roger Moore. Satte sieben Mal stand er im Geheimdienst ihrer Majestät. Da kann man doch mal nachhaken, wie sich der Secret-Service-Nachwuchs in den Augen der alten Garde so macht.
Die Filmfirma Fox feierte bei London die aktuelle Veröffentlichung etlicher Bond-Klassiker auf Blu-ray. Wir trafen Sir Roger stimmigerweise in Bletchley Park - zu Zeiten des Zweiten Weltkrieges das bestgehütete Geheimprojekt Englands, dazu u.a. Einsatzort von Ian Fleming. Der Autor und James-Bond-Erfinder war nämlich selbst hochklassiger Agent im Dienste des Empire.
Unser "blonder Basterd" Diane Kruger eröffnete die 62. Berlinale - und Stars aus der ganzen Welt wollten das sehen.