Schotten unter sich
Meist werden sie ja eher belächelt, die Schotten: Die Nationaltracht schreibt gestandenen Männern vor, einen karierten Rock zu tragen, das Nationalklischee ist die irrwitzige Knauserei und statt Milch kriegen die Babys Whisky.
Vielleicht halten die Kaledonier deshalb zusammen wie Pech und Schwefel. Bestes Beispiel ist da Sean Connery, dessen Nationalstolz sogar politischen Ausdruck findet - sehr zum Ärger der Queen. Nun will der trotz allem von Elizabeth geadelte Sir Sean einen Landsmann auf den Thron der Filmspione hieven, gewissermaßen als seinen legitimen Nachfolger.
Denn Ewan McGregor ist nach Connerys Meinung der beste Kandidat für den Job als Top-Spion des MI-5: "Er ist wirklich sehr gut, er sollte es machen! 007 zu spielen ist zwar ein zweischneidiges Schwert, weil es nicht so einfach ist, wie es aussieht: Bond muss sehr entspannt und cool wirken, diese gewisse Leichtigkeit ausstrahlen. Aber Ewan könnte das."
Ein großes Lob von dem Mann, den die meisten bis heute für den besten Bond aller Zeiten halten. Und McGregor, der einstige Independent-König, hat seine Tauglichkeit für kommerzielle Serienblockbuster spätestens mit den "Star Wars"-Filmen bewiesen.
Der scheidende Amtsinhaber Pierce Brosnan würde übrigens lieber Colin Farrell am Martini nippen sehen - wie es der Zufall will, sind beide Iren. Damit fehlt nur noch, dass sich Roger Moore, ein Kind der britischen Hauptstadt, für den Mitkonkurrenten Jude Law ausspricht, der ebenfalls aus London stammt. Nicht zu vergessen George Lazenby, der es sicher begrüßen würde, wenn mit Hugh Jackman endlich mal wieder ein Australier Miss Moneypenny umgarnte.
Solange der Waliser Timothy Dalton wenigsten nicht Landsfrau Catherine Zeta-Jones vorschlägt, soll uns alles Recht sein.
Jeden Monat die schönsten Seiten des Kinos: Deutschlands größte Kinozeitschrift Treffpunkt Kino liegt kostenlos in den Foyers der größten Kinoketten und vielen weiteren Kinos aus. Diesen Monat gibt's Treffpunkt Kino auch online.