Blaue Gefahr
Propaganda-Breitseite: Mit "Konfuzius" gegen die Na'vi, damit die Bürger Chinas ja nicht auf richtige Gedanken kommen ...
Handfester Widerstand in James Camerons "Avatar" - so etwas wollen Chinas Propagandabehörden nicht im Kino sehen (Foto: Fox)
China ist im "Avatar - Aufbruch nach Pandora"-Fieber. James Camerons Science-Fiction-Epos ist bereits zwei Wochen nach seinem Start der erfolgreichste Film im Reich der Mitte und hat dort über 73 Millionen Dollar eingespielt. Vor den Kinos bilden sich lange Schlangen, dennoch ist ein Ende des Besucheransturms abzusehen: Ab kommenden Freitag muß "Avatar" in den chinesischen Lichtspielhäusern der heimischen Produktion "Confucius" weichen, nur noch die 3D-Fassung darf gezeigt werden.
"Avatar" ist nach Berichten der Hongkonger Tageszeitung 'Apple Daily' den chinesischen Propagandabehörden ein Dorn im Auge, weil der Film "die Besucher an Zwangsumsiedlungen denken lässt und möglicherweise Gewalt auslösen könnte". Da sind die tradionellen Werte des Philosophen Konfuzius schon politisch korrekter.
Der Stopp von "Avatar" bringt Kritiker und Blogger mächtig auf die Palme. In der Zeitung 'China Daily' empört sich die Kolumnistin Hung Huan: "All die zwangsweisen Umsiedlungen in China machen uns zu den einzigen Erdenbürgern, die wirklich das Leid der Na'vi nachempfinden können." Für Bloggerlegende Han Han ist Pandora traurige Wirklichkeit: "Für Besucher in anderen Ländern ist eine solche brutale Räumung jenseits ihrer Vorstellungskraft. Es kann nur auf einem anderen Planeten oder in China stattfinden."
Als hätte er es geahnt: James Cameron appellierte im Rahmen seiner Promotiontour durch China an die chinesische Regierung, den Markt endlich für mehr als 20 ausländische Produktionen pro Jahr zu öffnen. Was für ein Klischee, dass Cameron eine Antwort ausgerechnet mit "Confucius" bekommt.
Drama über die Rettungsaktion dreier Grauwale 1988, die eine Zusammenarbeit der Supermächte USA und UdSSR erforderte.