Die Coens im Gespräch
Nach dem Oscargewinn für "No Country for Old Men" eröffneten die Coen-Brüder mit ihrer neuen Komödie "Burn After Reading - Wer verbrennt sich hier die Finger?" die Filmfestspiele von Venedig und belegten Platz Eins der US-Charts. Im Interview zeigt sich das Regie-Duo ironisch und wortkarg.
Mit seiner Rolle als naiver Fitnesstrainer macht sich Brad Pitt über seinen Ruf als Schönling lustig (Foto: Tobis)
» Eine Spionage-Farce mit geschassten CIA-Agenten, sexsüchtigen US-Marshals und frustrierten Fitness-Trainern - wie kommt man auf ein derart absurdes Szenario?
ETHAN COEN: Unsere Ausgangsidee war es, für eine Reihe bestimmter Schauspieler Rollen zu konzipieren. Wir sagten uns: "Schreiben wir doch etwas für George Clooney, Brad Pitt, Frances McDormand und John Malkovich. Welche Figuren-Kombination würde für sie passen? Und welche Geschichte würde sich daraus ergeben?"
» Gehen Sie bei Ihren Filmen immer so vor?
JOEL COEN: In der Regel nicht. Das ist das erste Mal, dass wir so ein Ensemble-Konzept hatten. "Arizona Junior" entstand, weil wir Holly Hunter kannten und uns überlegten, was sie in einem Film anstellen sollte.
Ihre Stars hatten die Coen-Brüder am Set zu "Burn After Reading" fest im Griff (Foto: Tobis)
» Und diese Handlungsweisen sind dann denkbar bizarr. George Clooney spricht von 'Der Trilogie der Idioten', die er mit Ihnen drehte. Finden Sie intelligente Personen nicht interessant?
Ethan Coen: Sie geben eben kein so gutes Geschichtenmaterial her. Irgend etwas muss schief gehen, damit sich der Plot entwickeln kann.
» Schauspieler wie Brad Pitt haben auch keine Schwierigkeiten, sich für Sie lächerlich zu machen?
Ethan Coen: Im Gegenteil, sie fühlen sich dazu hingezogen. Wenn George Clooney in "O Brother, Where Art Thou?" mit einem Haarnetz herumläuft oder in "Burn After Reading" mit hochgezogenen Hosen, dann mag er das. Und Brad Pitt liebt es genauso.
Joel Coen: Wer bei uns mitmacht, der weiß genau, worauf er sich einlässt. Das ist eben nicht "Der Sturm" oder etwas von dieser Sorte. Es ist für diese Schauspieler eine Gelegenheit, etwas zu machen, was von ihren anderen Filmen abweicht.
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