Rachefeldzug
Spätestens seit Uma Thurman nicht nur Bill killte, sondern schon vorher jede Menge anderer Übeltäter spektakulär niedermetzelte, hat das Thema Rache im Kino Hochkonjunktur.
So buhlen aktuell Kevin Bacon in "Death Sentence - Todesurteil" und demnächst Jodie Foster in "Die Fremde in dir" mit knackigen Vergeltungsfilmen um die Gunst des Publikums. Zum Reigen der Racheengel gesellt sich nun eine Französin, die als Spezialistin für Herzerwärmendes wie "Der englische Patient", "Chocolat" oder "Jet Lag" von sich reden gemacht hat: Juliette Binoche.
In "Another Kind of Silence" muss sie demnächst den Tod ihres Ehemannes und ihres Sohnes mit ansehen. Danach kennt sie nur ein Ziel: die Täter finden und bestrafen. Doch auf ihrem Rachefeldzug kommt die Witwe nach und nach zu einer wichtigen Erkenntnis, wie Binoche berichtet: "Sie merkt plötzlich, dass Rache keine Lösung ist und dass es eigentlich gar nicht das ist, was sie will."
Klingt also ganz so, als würde "Silence" kein reiner Abklatsch einer gedankenlosen Tarantino-Gewaltorgie - und für Binoche sicher eine Herausforderung: "Klar ist das eine sehr düstere Geschichte, aber als Schauspielerin sollte man alle Farben des Regenbogens darstellen können", gibt sich die Französin selbstbewusst. Dazu hat sie auch allen Grund, denn im Festival-Hit "Caché" musste sie sich zuletzt mit einem ähnlichen Thema befassen und zeigte dabei, dass sie seit "Die Liebenden von Pont-Neuf" und "Drei Farben: Blau" nichts verlernt hat.
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