Frank Miller präsentiert exklusive Ausschnitte aus seinem Comic-Abenteuer "The Spirit" - und offenbart einmal mehr seine Liebe für den Film Noir.... http://images.kino.de/newspics/578/261578_1/b150x150.jpg Begeisterung über erste "Spirit"-Szenen

Story

Coole Action, heiße Frauen

Begeisterung über erste "Spirit"-Szenen

Er ist groß, sehr schlank, lässig gekleidet und ein bisschen schüchtern: Als Frank Miller in einem Berliner Kino vor die versammelte Presse tritt, sieht der 51-Jährige wie ein kleiner Junge aus, der seinen Eltern aufgeregt das eben abgeholte Schulzeugnis präsentiert.

Großansicht Schön, aber gefährlich: Scarlett Johansson in "The Spirit" (Foto: Sony Pictures)

Schön, aber gefährlich: Scarlett Johansson in "The Spirit" (Foto: Sony Pictures)

Doch anstatt eines langweiligen Papierfetzens hat Frank Miller, Comic-Ikone, Drehbuchautor und seit "Sin City" auch Regisseur, etwas viel besseres dabei: Mehrere Clips aus seiner mit Spannung erwarteten Comicverfilmung "The Spirit".

Zu sehen ist Hauptdarsteller Gabriel Macht, der "seiner Stadt" zu Hilfe eilt und dabei einer berauschenden Riege schöner Frauen begegnet. Zum Beispiel seiner Jugendliebe Sand Saref, dargestellt von Eva Mendes. Die schubst ihn nach einem famosen Nackt-Auftritt erst einmal aus dem Fenster, weil sie ihren Schatz für tot hielt. Auch mit dabei: Scarlett Johansson als umtriebige und ziemlich witzige Sexbombe Silken Floss, deren Part Miller extra für Scarlett umgeschrieben hatte.

Großansicht Sexy Latina: Eva Mendes spielt die Ex-Geliebte des Comic-Helden "The Spirit" (Foto: Sony Pictures)

Sexy Latina: Eva Mendes spielt die Ex-Geliebte des Comic-Helden "The Spirit" (Foto: Sony Pictures)

Femme Fatale mit Spritze

Als man Johansson eine andere Rolle im Film anbot, lehnte sie ab und bestand auf Silken Floss - weil sich Miller solche Mühe für sie gemacht hatte. "Ihr könnt euch vorstellen, was mir das bedeutet hat", sagt Frank leise. Scarletts Auftritte in den gezeigten Clips offenbarten eine typische Femme Fatale, die stets einen kühlen Kopf behält. Sie wickelte The Spirit nicht nur um den kleinen Finger, sondern verpasste ihm bei dieser Gelegenheit gleich noch eine Injektion.

Aber auch mit Samuel L. Jackson als fiesem Octopus traf Miller eine gute Wahl: In einer der gezeigten Szenen prügeln sich The Spirit und sein Gegner mitten in einem Sumpf. "Achtet bitte auf das Spielzeug der beiden", hatte Miller noch gesagt. Und tatsächlich greifen die Herren im Film zu allerlei schwerem Eisenmüll, um den Gegner auszuschalten. Doch das funktioniert nicht, denn dummerweise sind beide so gut wie unverwundbar.

Großansicht Als Bösewicht Octopus macht Samuel L. Jackson dem Helden des Films das Leben schwer (Foto: Sony Pictures)

Als Bösewicht Octopus macht Samuel L. Jackson dem Helden des Films das Leben schwer (Foto: Sony Pictures)

Keine Zeit für Maniküre

Nach diesem Kampf wunderte sich keiner mehr über Millers Liebeserklärung an sein Ensemble: "Seit meinem Einstieg ins Filmgeschäft haben mich die Schauspieler am meisten überrascht. Man hört ja immer von diesen zickigen Diven, aber meine Leute haben so unglaublich hart gearbeitet!" Bestes Beispiel: Eva Mendes, die sich in einer Szene jeden einzelnen Fingernagel auf blutigste Weise abbrach - und ohne einen Pieps weitermachte, weil sie den Dreh nicht aufhalten wollte.

Die gezeigten Clips - darunter auch ein brandneuer, spannender Trailer mit konkretem Handlungsabriss - erinnerten stark an den Look von "Sin City". Muss ja nicht unbedingt etwas schlechtes sein, aber Miller wollte auf die Ähnlichkeiten trotzdem nicht eingehen. Stattdessen versicherte er nur, sein Bestes getan zu haben. "Für alles andere hätte mich Will Eisner, der Erfinder von 'The Spirit', auch ganz schön vermöbelt", lacht er. Am Ende bleibt abzuwarten, wie die gezeigten Szenen im Gesamtkontext aussehen werden. Aber was wir zu sehen bekommen haben, sah schon mal verdammt gut aus. Wir hoffen auf einen echten Film Noir, in dem es angemessen knistert und kracht.

Marion Brandstetter, Berlin, 24.09.2008, 10:15

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