Starke Frauen im Film
Sie sollten gut aussehen, ihren Text fehlerfrei aufsagen und sich ansonsten aus dem Filmgeschäft raushalten - so sah die Rolle der Frau in Hollywood über Jahre hinweg aus. Damit ist Schluss, seit Powerfrauen wie Julia Roberts für ihre Filme Traumgagen von über 20 Mio. Dollar beziehen.
Strahlend schön und talentiert: die zweifache Oscar-Gewinnerin Hilary Swank (Foto: Kurt Krieger)
Diese Powerfrauen bestreiten zweistündige Dramen mit Würde und Können, und selbst Durststrecken im Lauf ihrer Karriere können sie nicht aufhalten.
Der Beweis dafür ist Hilary Swank, die nach ihrer bewegenden Darstellung in "Boys Don't Cry" mehrere Kinoflops drehte. Mit dem sensationellen Drama "Million Dollar Baby" meldete sie sich in diesem Jahr besser denn je zurück.
Ihrer bescheidenen, aber willensstarken Boxerin verlieh Swank ein Höchstmaß an Würde und Glaubhaftigkeit. Durchhaltevermögen hat sie ohnehin schon seit ihrer Jugend: Swank schwamm sich als Teenager in die Jugendolympiade. Die 30-Jährige ist im Filmbusiness erfolgreicher als ihr Gatte Chad Lowe, ebenfalls ein Schauspieler.
Ist im Actionfilm genauso daheim wie im bewegenden Drama: Charlize Theron (Foto: Kurt Krieger)
Ähnlich verhält es sich mit Charlize Theron, einer leidenschaftlichen Tierschützerin, die lautstark die erste weibliche US-Präsidentin fordert. Die Südafrikanerin hat ihren Verlobten Stuart Townsend karrieremäßig längst überflügelt und kann nun unter den besten Parts auswählen.
Kein Wunder, begeisterte Theron doch mit ihrer uneitlen Performance als Serienkillerin Aileen Wuornos in "Monster" alle Kritiker. Jetzt kann sie sich sogar einen Ausflug ins heiße Latexkostüm der Action-Amazone "Aeon Flux" leisten.
Auch Sofia Coppola ließ alle bösen Zungen verstummen, als sie 1999 "The Virgin Suicides" inszenierte. Mit dem gelungenen Drama um die Selbstmorde mehrerer Schwestern trat sie selbstbewusst aus dem Schatten ihres Vaters Francis Ford Coppola.
Für ihr Meisterwerk "Lost in Translation" bekam sie einen Golden Globe und einen Oscar. Zur Belohnung darf sie nun einen epischen Kostümschinken um die geköpfte Franzosenkönigin Marie Antoinette drehen.
Sie definierte den Begriff "Rache" neu: Uma Thurman in Quentin Tarantinos "Kill Bill" (Foto: Buena Vista)
Anders als Coppola konnte Uma Thurman zwar bisher noch keinen Oscar mit nach Hause nehmen, aber die gefragte Blondine und allein erziehende Mutter hat auch so Kultstatus.
Seit sie in Quentin Tarantinos" Pulp Fiction" mit John Travolta tanzte, wird die 35-Jährige von Millionen Fans verehrt. Die Rolle als knallharte Rächerin in den "Kill Bill"-Filmen untermauerte ihre Position noch.
Ebenfalls schlagkräftig gab sich Angelina Jolie, als sie 2001 in "Tomb Raider" die Computerspielheldin Lara Croft zum Leben erweckte.
Superstar Angelina Jolie vermarktet ihren Sexappeal großzügig für gute Zwecke (Foto: Kurt Krieger)
Damals hatte die sexy Schauspielerin schon einen Oscar für das Drama "Durchgeknallt" in der Tasche. Ebenso kontrovers wie manche ihrer Rollen ist auch Angelinas Privatleben: Sie spricht offen über ihre zahlreichen Liebhaber.
Nebenbei ist sie ihrem Adoptivsohn Maddox eine Vorzeigemutter und engagiert sich mit Hingabe für die Belange der UNO. Köpfchen und Sexappeal müssen einander eben nicht ausschließen.
Das beweist auch Sharon Stone. Nach unzähligen Nebenrollen avancierte die Diva 1992 mit dem hocherotischen Thriller "Basic Instinct" über Nacht zum Superstar.
Auf ihren "Basic Instinct" ist immer Verlass: Sharon Stone hat sich in Hollywood behauptet (Foto: Kurt Krieger)
Als sexy Naivchen ließ sich die Schauspielerin mit einem IQ von 154 trotzdem nicht abstempeln. In dem Western "Schneller als der Tod" machte sie gestandenen Cowboys den Garaus, und in "Last Dance" gab sie gar eine wenig sympathische Hinrichtungskandidatin. Im nächsten Jahr wird Stone ihre Fans mit "Basic Instinct 2" beglücken.
Weniger sexbetont, aber genauso faszinierend kommt Juliette Binoche daher. Die gnadenlos talentierte Französin zeigt bettelnden Hollywoodproduzenten seit Jahren die kalte Schulter und dreht lieber kleine, feine Filme in Europa. Einzig mit der Romanze "Chocolat" wagte sie sich auf Traumfabrikterrain - und verzauberte das Publikum als mutige Singlemutter.
Emma Watson kann als Hermione Granger in "Harry Potter" lässig neben ihren männlichen Kollegen bestehen (Foto: Warner)
Hollywood funktioniert eben nicht mehr ohne diese selbstbewussten Karrierefrauen.
Selbst der Nachwuchs im Filmgeschäft macht schon von sich reden: Emma Watson, als Hermione Granger in den "Harry Potter"-Filmen zu sehen, lässt sich von ihren männlichen Co-Stars garantiert nicht einschüchtern. Und bei einem Hockeymatch - ihre Lieblingssportart - würde sie die Jungs ohnehin locker schlagen.
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