Kate Beckinsale über ihren zweiten Kampf als Vampirheldin in "Underworld: Evolution", die Presse und ihre Zukunftspläne.... http://images.kino.de/newspics/896/200896_1/b150x150.jpg "An Klatsch muss ich mich gewöhnen"

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Beckinsale im Gespräch

"An Klatsch muss ich mich gewöhnen"

In "Underworld: Evolution" kehrt Kate Beckinsale als sexy Vampirlady Selene zurück - in der Rolle, die sie endgültig zum Star machte. Doch die 32-jährige Britin würde dem Rampenlicht am liebsten entkommen.

Großansicht Beauty mit Biss: Kate Beckinsale als Vampirheldin in "Underworld: Evolution" (Foto: Sony Pictures)

Beauty mit Biss: Kate Beckinsale als Vampirheldin in "Underworld: Evolution" (Foto: Sony Pictures)

» Sie haben ja schon wieder einen Actionfilm gedreht. Haben Sie nach dem ersten "Underworld" und "Van Helsing" nicht langsam genug vom Genre?

KATE BECKINSALE: Wieso? Ich bin eine äußerst unsportliche Person. Ich schaffe es nicht mal, dem Bus hinterherzulaufen. Und für "Underworld: Evolution" kann ich mich als taffe Heldin inszenieren lassen. Das ist doch wunderbar! Obwohl ich zugeben muss, dass mir andere Rollen noch lieber sind.

» Zumal sich ja ein "Van Helsing" ja eher als Desaster erwies.

Ich hatte noch nie ein Film wie "Van Helsing" gemacht, und ich bin immer dafür, etwas Neues auszuprobieren. In diesem Fall war die Erfahrung desillusionierend. Der Film reflektierte nicht gerade meinen persönlichen Geschmack. Und wenn dich die Öffentlichkeit mit etwas verbindet, mit dem du dich selbst nicht identifizierst, dann ist das schon störend.

Großansicht Underworld: Evolution" - Der Krieg zwischen den Vampiren und den Werwölfen geht weiter (Foto: Sony Pictures)

Underworld: Evolution" - Der Krieg zwischen den Vampiren und den Werwölfen geht weiter (Foto: Sony Pictures)

» Bei "Underworld: Evolution" konnten Sie immerhin mit Ihrem Mann zusammenarbeiten, Regisseur Len Wiseman, den Sie beim Dreh zum ersten Teil kennen lernten. Machte das einen großen Unterschied?

Bei "Underworld" hatte ich wesentlich mehr Angst vor Len. Jetzt hat er wesentlich größere Bedenken, mich gefährliche Stunts drehen zu lassen.

Inzwischen verstehe ich auch, wie anstrengend dieser Regiejob ist. Ich dachte immer, der Regisseur kommt im gleichen Moment ans Set wie ich auch. Jetzt weiß ich, dass er womöglich schon eine schwierige Besprechung über die Spezialeffekte hinter sich hat, und wage es nicht, ihm Stress zu machen.

Großansicht In "Aviator" turtelte Beckinsale mit Leonardo DiCaprio (Foto: Buena Vista)

In "Aviator" turtelte Beckinsale mit Leonardo DiCaprio (Foto: Buena Vista)

» Filmstars haben dafür mit anderen Stressfaktoren zu kämpfen. Sie sind ja mittlerweile auch ein beliebtes Ziel der Klatschpresse.

Ich muss mich immer noch daran gewöhnen. Früher war ich eine Schauspielerin, deren Arbeit bewertet wurde, auf einmal werde ich auch als Person diskutiert: meine Fähigkeiten als Mutter, meine Garderobe und meine Frisuren. Bei "Aviator" überlegte die halbe Welt, ob ich mir die Brüste vergrößern ließ. Etwas, das ich nie und nimmer tun würde. Ich hatte nur für meine Rolle zehn Kilo zugenommen.

Allein in England gibt es sechs, sieben Magazine, die sich nur den Schwitzflecken von irgendwelchen Berühmtheiten widmen. Ich hätte mir nie träumen lassen, dass ich mich je mit solchem Müll auseinander setzen muss. Das geht schon so weit, dass ich mir überlege, ob ich überhaupt noch Schauspielerin sein will. Ich kann ja auch noch etwas anderes mit meinem Leben anfangen. Solche Gedanken sind mir früher nie gekommen.

Großansicht In "Laurel Canyon" interessiert sich Kate mehr für das Partyleben als die Uni (Foto: Columbia Tristar)

In "Laurel Canyon" interessiert sich Kate mehr für das Partyleben als die Uni (Foto: Columbia Tristar)

» Was würden Sie dann tun?

Ich war immer sehr am Schreiben interessiert. Während meines Studiums in Oxford bekam ich sogar Preise dafür. Allerdings brach ich nach drei Jahren ab. Ein Jahr ist mir noch geblieben. Ich könnte ohne Probleme zurückkehren.

Ich halte mich für eine einigermaßen intelligente Person, und deshalb möchte ich auch geistig stimuliert werden. Ich will nicht bloß Filme drehen, in denen ich mich nicht wiederfinden kann. Erst recht nicht, wenn man deshalb auch noch meine Zellulitis öffentlich vorführt.

» Sie würden also Autorin werden?

Aber nicht unter meinem richtigen Namen. Es gibt nichts Schlimmeres, als wenn Stars Bücher schreiben.

Großansicht Epische Liebesgeschichte vor dem Hintergrund einer historischen Tragödie: "Pearl Harbor" (Foto: Buena Vista)

Epische Liebesgeschichte vor dem Hintergrund einer historischen Tragödie: "Pearl Harbor" (Foto: Buena Vista)

» Aber warum drehen Sie Filme, mit denen Sie sich nicht identifizieren?

Das Niveau der Drehbücher ist in den letzten fünf, sechs Jahren immer schlechter geworden. Pro Jahr kommen vielleicht vier oder fünf gute Skripts heraus - aber in meiner Generation gibt es jede Menge gute Schauspielerinnen, die sich alle um dieses Material reißen. Zwangsläufig musst du dann auch mal schlechtere Angebote annehmen oder komplett aussteigen.

Aber ich beginne das eben alles in Frage zu stellen. Das hängt auch damit zusammen, dass ich jetzt im gleichen Alter bin, in dem mein Vater starb.

Großansicht Ein dritter Auftritt von sexy Selene steht noch in den Sternen (Foto: Sony Pictures)

Ein dritter Auftritt von sexy Selene steht noch in den Sternen (Foto: Sony Pictures)

» Der englische Komödiendarsteller Richard Beckinsale, der mit 32 eine tödliche Herzattacke erlitt.

Und meine Tochter ist sechs - so alt wie ich damals. Das ist schon ein mulmiges Gefühl. Ich mache kontinuierlich Check-ups. Noch ist alles in Ordnung. Aber sobald ich ein erstes Warnsignal bekomme, steige ich aus. Ich bin privat sehr glücklich. Und das ist das Einzige, was für mich im Leben zählt.

» Werden Sie zumindest noch "Underworld 3" drehen?

Das hängt von meinem Mann ab. Wenn er vorher noch ein paar andere Filme macht, dann dürfte ich ein wenig zu alt dafür sein. Mein Latexkostüm ist so eng wie ein Kondom mit Beinen. Mit 40 passt mein Hintern garantiert nicht mehr hinein.

Rüdiger Sturm, 08.03.2006, 09:48

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