"Die Rückkehr des Königs" ist laut Oscar-Jury auch der Beste Film. Bei den Darstellern triumphieren Charlize Theron und Sean Penn.... http://images.kino.de/newspics/030/150030_1/b150x150.jpg Alle 11 Oscars für "Herr der Ringe"

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Durchmarsch

Alle 11 Oscars für "Herr der Ringe"

Jeder Schuss ein Treffer.

Großansicht Der Herr der Oscars: Peter Jackson (Foto: Oscars.com)

Der Herr der Oscars: Peter Jackson (Foto: Oscars.com)

Nach diesem Motto verlief die Oscar-Nacht für Peter Jackson und den Tolkien-Tross: "Der Herr der Ringe - Die Rückkehr des Königs" hat alle 11 Oscars gewonnen, für die er nominiert war - das gab's noch nie. Während sich der Vorgänger "Die zwei Türme" noch mit Preisen in den kleineren Kategorien begnügen musste, räumte das Finale der Trilogie auch in den Königsklassen Bester Film und Beste Regie ab.

Damit verneigte sich die Oscar-Jury zum krönenden Abschluss vor Peter Jacksons Tour de Force, der 15 Monate lang über 25.000 Mitwirkende koordinierte, um über neun Stunden Kino zu schaffen.

Großansicht Premierensieg für Sean Penn (Foto: Oscars.com)

Premierensieg für Sean Penn (Foto: Oscars.com)

Die großen Drei

Es ist das erste Mal, dass der Preis für den besten Film an ein Fantasy-Werk geht. Zudem spielt "Der Herr der Ringe 3" mit seinen ebenfalls 11 Oscars nun in einer Liga mit "Ben Hur" (1960) und "Titanic" (1998).

Bei den Darstellern setzten sich die Favoriten durch. Charlize Theron wurde für ihre mutige Rolle einer hingerichteten Serienmörderin im aufwühlenden Drama "Monster" als beste Hauptdarstellerin geehrt. Sean Penn siegte als vorschneller Racheengel seiner ermordeten Tochter im Soziodram "Mystic River".

Drehbuch-Preis für Sofia Coppolas "Lost in Translation" (Foto: Oscars.com)

Drehbuch-Preis für Sofia Coppolas "Lost in Translation" (Foto: Oscars.com)

Germany: Zero Oscars

Tim Robbins, dessen Figur im selben Film zu Unrecht Opfer der Selbstjustiz wird, erhielt den Oscar als bester Nebendarsteller. Renée Zellweger gewann, nachdem sie letztes Jahr für "Chicago" noch leer ausgegangen war, endlich den ersehnten Goldjungen für ihren resoluten Auftritt als Farmerin neben Nicole Kidman im Bürgerkriegsepos "Unterwegs nach Cold Mountain".

Die deutschen Hoffnungen erfüllten sich nicht: Florian Baxmeyers Kurzfilm "Die rote Jacke" musste sich ebenso wie Katja Essons Kurzfilmdoku "Ferry Tales" der Konkurrenz geschlagen geben. Auch Nadja Uhl, Hauptdarstellerin im niederländischen Kandidaten "Die Zwillinge" für die Kategorie bester nicht-englischsprachiger Film, ging leer aus.

Großansicht Mit den Academy Awards versöhnt: Nebendarstellerin Renée Zellweger (Foto: Oscars.com)

Mit den Academy Awards versöhnt: Nebendarstellerin Renée Zellweger (Foto: Oscars.com)

Feuer gegen Bush

Gastgeber Billy Crystal führte gewohnt gut gelaunt und bissig durch den Abend im Kodak Theatre zu Los Angeles. Der übliche Seitenhieb auf die Politik blieb natürlich nicht aus:

"Vor 13 Jahren habe ich zum ersten Mal die Oscars moderiert. Und es ist erstaunlich, wieviel sich seitdem verändert hat: Damals hieß unser Präsident Bush, die Wirtschaft war im Eimer und wir hatten gerade einen Krieg mit dem Irak hinter uns..."

Engagierte Worte sprach Tim Robbins, der in "Mystic River" einen gebrochenen Mann darstellt, der als Kind entführt, misshandelt und missbraucht wurde: "Allen, die etwas Derartiges erlebt haben, möchte ich sagen: Hilfe zu suchen, ist nichts, wofür man sich schämen muss - sondern das Beste, was ein Mensch tun kann, um die Spirale der Gewalt zu stoppen."

Großansicht Brach in Tränen aus: Oscar-Queen Charlize Theron (Foto: Oscars.com)

Brach in Tränen aus: Oscar-Queen Charlize Theron (Foto: Oscars.com)

Ich bin unwürdig!

Auch Charlize Theron hielt eine bewegende Dankesrede. Als sie 15 Jahre alt war, hatte ihre Mutter vor Charlizes Augen in Notwehr ihren Mann erschossen, der beide bedroht hatte: "Danke, Mom, Du hast soviel geopfert um mir zu ermöglichen, dass ich heute hier sein kann. Und ich werde jetzt nicht weinen!" Sie sagte es unter Tränen.

Sean Penn, dessen Erscheinen bis zuletzt unklar war, wurde erwartungsgemäß nicht so richtig warm mit der Oscar-Verleihung. Dreimal war er zuvor schon nominiert gewesen und hatte sich nie zur Zeremonie blicken lassen. Diesmal meinte er, den Goldjungen in der Hand: "Jeder, der diesen Beruf ausübt, weiß, dass es so etwas wie den besten Schauspieler eigentlich gar nicht gibt." Die Jury war da anderer Meinung.

Boris Sunjic, Los Angeles, 01.03.2004, 08:14

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