
Neue Perspektiven chinesischen Filmschaffens in behutsamem Drama zweier Ehepaare und eines kranken Kindes.
Als die fünfjährige Tochter Hehe an Leukämie erkrankt, die Chemo nicht anschlägt und kein geeigneter Knochenmarkspender gefunden wird, will Mutter Mei Zhu, eine Immobilienmaklerin, vom wieder verheirateten Ex-Mann Xiao Lu ein Kind. Für das Leben von Hehe ist sie bereit, sich von Ehemann Lao Xie zu trennen und die Ehe von Xiao Lu zu gefährden, dessen Frau Dong Fan erst die Einwilligung zur Samenspende gibt, als sie Hehe kennen lernt. Da es in vitro nicht klappt, geschieht die Zeugung auf natürliche Weise.
Das mit dem Silbernen Bären für das Beste Drehbuch ausgezeichnete private Drama mit gesellschaftspolitischem Hintergrund geht der Ein-Kind-Politik, problemlosen Scheidungen und der Frage nach, wie geltende Moral und Regeln außer Kraft gesetzt werden. Neu ist die Bedingungslosigkeit der Frau, die Männern Statistenrollen zuweist, ebenso Offenheit in Sachen Sexualität (Samenspende, männliche Menopause). Die Berufe (Maklerin, Komponist, Bauunternehmer, Stewardess) sind gegenüber dem ethischen Problem - darf man sein Leben und das der Anderen wie eine Immobilie handeln? - zweitrangig.
Die Geschichte um Liebe, Verletzungen, Verrat, Hingabe und Zwänge hat Regisseur Wang Xiaoshuai ("Shanghai Dreams"), der 2001 für "Beijing Bicycle" seinen ersten Silbernen Bären gewann, als behutsames, strenges und dichtes Drama inszeniert, bei dem Gefühle offen liegen, aber Rührseligkeit vermieden wird. Dazu tragen minimale Musikakzentuierung und stetes Halbdunkel bei. ger.
| Darsteller: | Cheng Taisheng | ||
|---|---|---|---|
| Yu Nan | |||
| Tian Yuan | |||
| Lan Weiwei | |||
| Jia-yi Zhang | |||
| Regie: | Wang Xiaoshuai | ||
| Drehbuch: | Wang Xiaoshuai | ||
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