Spannender, lakonischer Justiz-Thriller nach einem authentischen Fall. Mit John Travolta. http://images.kino.de/flbilder/max02/mbiz02/mbiz26/z0226524/b150x150.jpg Zivilprozeß

Filmdetails

Zivilprozeß

Spannender, lakonischer Justiz-Thriller nach einem authentischen Fall. Mit John Travolta.


Zivilprozeß
Start: 22.04.1999

Originaltitel: A Civil Action

Drama / Thriller

USA 1998
Laufzeit: 115 Min.
FSK: ab 12 Jahre

John Travolta
Robert Duvall
Tony Shalhoub

Regie: Steven Zaillian
Verleih: Paramount

So werten die bisherigen Besucher:

Gesamt
(0 Bewertungen)

Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
Besucheransturm: lau
Besucher-
ansturm

Temperatur

lau

Inhalt

Wegen Grundwasserverschmutzungen sind die Kinder von acht Familien an Leukämie erkrankt. Schuld haben zwei Firmen, die chemische Giftstoffe einfach ausgekippt haben. Der schmierige Anwalt Schlichtman winkt erst ab, sie anzuklagen, als er jedoch feststellt, daß die Firmen großen Konzernen gehören, wittert er das große Geld. Ohne Kosten, Mühen und Zeit zu scheuen, macht er sich ans Werk.


Kritik

Zivilprozeß

Spannendere Justizthriller als John Grisham schreibt nur die Realität. Bester Beweis ist Jonathan Harrs aufrüttelnder Tatsachenroman "A Civil Action": Minutiös folgt er den Versuchen von acht Familien aus Massachusetts, zwei Konzernen in einem aufwendigen, Jahre überspannenden Prozeß nachzuweisen, daß ihre rücksichtslose Umweltverschmutzung zum Leukämietod ihrer Kinder führte. "Schindlers Liste"-Drehbuchautor Steve Zaillian zeichnet die amerikanische Justiz in seiner lakonischen Bestsellerverfilmung, ähnlich wie Francis Ford Coppola in "Der Regenmacher", als undurchschaubares, zynisches Gestrüpp ohne gesteigertes Interesse an Wahrheitsfindung. Daß der Film trotz seiner Komplexität, seines pessimistischen Tones und ohne klare Trennung zwischen Helden und Bösewichtern über großes kommerzielles Potential verfügt, ist John Travolta zu verdanken, der die Wandlung des anfänglich oberflächlichen Anwalts Schlichtman zum aufrechten Wahrheitssucher prall mit Leben füllt.

Klug stellt Zaillian den ganz privaten Kreuzzug Schlichtmans in den Mittelpunkt des Films: Mit Travolta als Leitfigur folgt man nur zu gerne einem Fall, dessen zahllose Details und deprimierender Verlauf ansonsten womöglich zu viel für die Geduld selbst eines aufgeschlossenen Publikums gewesen wäre. Weil es einen weiten Weg zu bewältigen gilt, halten sich die Filmemacher auch nicht mit langen Einführungen auf. Grob und witzig skizziert, werden Schlichtman und seine nicht allzu ethischen Arbeitsmethoden vorgestellt, um danach kopfüber in den eigentlichen Fall in der Arbeitergemeinde Woburn einzutauchen: Aufgrund erheblicher Grundwasserverschmutzungen sind die Kinder von acht Familien an Leukämie erkrankt. Schuld haben offensichtlich zwei ansässige Firmen, die chemische Giftstoffe nicht ordnungsgemäß entsorgt, sondern auf dem Firmengelände ausgekippt haben. Schlichtman winkt angesichts der Komplexität des Prozesses zunächst ab; als er jedoch feststellt, daß beide Firmen großen nationalen Konzernen gehören, wittert er das große Geld. Ohne Kosten und Mühen zu scheuen, stellt er Experten an, die Beweise liefern sollen, daß das verschmutzte Wasser Leukämie auslösen kann, und überhaupt herausfinden müssen, daß die Verschmutzung von den beiden Firmen begangen wurde. Der Fall entpuppt sich als Faß ohne Boden, der Schlichtmans Kanzlei schließlich weit über den Rand des Bankrotts hinaustreibt.

Je weiter Zaillian den Konflikt in seinem gänzlich unromantisierten und von Conrad R. Hall entsprechend in tristen monochromen Farben getauchten Film vorantreibt, desto deutlicher wird, daß es sich nicht einfach um eine David-gegen-Goliath-Geschichte handelt: Resigniert deckt "A Civil Action" die strenge Hierarchie inmitten der amerikanischen Justiz auf, die ein überdeutlicher Spiegel für die gesamte Gesellschaft ist, die die Reichen auf Kosten der Armen stützt. Zwangsweise wird in diesem Klima des moralischen Bankrotts die Geschichte einer Niederlage erzählt, in dem Maße, in dem auch am Ende von Robert Redfords durchaus vergleichbaren "Quiz Show" kein Triumph stehen konnte. Immerhin kann "A Civil Action" auf die Läuterung eines Menschen verweisen, der von John Travolta mit Charisma und Witz an der Spitze eines durch die Bank blendenden Ensembles dargestellt wird. Ähnlich stark sind Robert Duvall als Travoltas schrulliger Gegenspieler, Tony Shalhoub und William H. Macy als Travoltas Partner, John Lithgow als stahlharter Richter und, in einer Cameorolle, die an Martin Scorseses Auftritt in "Quiz Show" erinnert, Sydney Pollack als snobistischer Manager. Auch wenn sich Zaillian manche Freiheiten mit der Buchvorlage nahm, ist die Essenz von Harrs Text doch immer gewahrt: Wer in den USA Recht will, der habe besser die nötigen materiellen Ressourcen, um den Marsch durch die Instanzen durchzustehen. Erfreulich, daß der Film trotz seiner harten Wahrheiten und eines antiklimatischen Endes dennoch an den Kinokassen reüssiert. ts.

Zivilprozeß

Darsteller:  John Travolta   als Jan Schlichtmann
  Robert Duvall   als Jerome Facher
  Tony Shalhoub   als Kevin Conway
  William H. Macy   als James Gordon
  Zeljko Ivanek   als Bill Crowley
  Bruce Norris   als William Cheeseman
  Kathleen Quinlan   als Anne Anderson
  John Lithgow   als Richter Skinner
  Peter Jacobson   als Neil Jacobs
  Sydney Pollack   als Al Eustis
 
Regie:  Steven Zaillian  
Drehbuch:  Steven Zaillian  
Produzent:  Scott Rudin  
  Robert Redford  
  Rachel Pfeffer  
Ausf. Produzent:  Steven Zaillian  
  David Wisnievitz  
Buchvorlage:  Jonathan Harr  
Kamera:  Conrad Hall  
Schnitt:  Wayne Wahrman  
Musik:  Danny Elfman  
Produktionsdesign:  David Gropman  
  David Bomba  
Kostüme:  Shay Cunliffe  
Ton:  David MacMillan  

Star

John Travolta

Als Sohn sizilianischer und irischer Immigranten errang Travolta ersten Ruhm als großspuriger Vinnie Barbarino in der TV-Serie "Welcome Back...

Star

Robert Duvall

Er schrieb sich in die Filmgeschichte mit dem Satz "Ich liebe den Geruch von Napalm am Morgen" ein. So machte er sich in Francis Ford...

Top-Filme der Woche

  • Men in Black 3

    Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.

  • LOL

    Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.

 

treffpunkt kino kompakt

In der aktuellen Ausgabe: Die große Preview zu "Ice Age - Voll verschoben" und der erste Trailer zu "Skyfall"!

Zum Magazin

Das multimediale Kinomagazin jede Woche kostenlos per Mail - jetzt registrieren!

GO

Ähnliche Filme auf DVD & Blu-ray

 

Service

kino.de mobil

kino.de mobil

Das aktuelle Programm Ihres Lieblingskinos haben Sie überall dabei - kostenlos auf Ihrem Handy.