Hinterfotzige Hauptstadtkomödie von Helmut Dietl mit Michael Bully Herbig in der Titelrolle. http://images.kino.de/flbilder/max11/auto11/auto49/11490395/b150x150.jpg Zettl

Filmdetails

Zettl

Hinterfotzige Hauptstadtkomödie von Helmut Dietl mit Michael Bully Herbig in der Titelrolle.


Zettl
Start: 02.02.2012

Komödie

Deutschland 2012
Laufzeit: 109 Min.
FSK: o.A. (ohne Altersbeschränkung)

Michael Bully Herbig
Ulrich Tukur
Harald Schmidt

Regie: Helmut Dietl
Verleih: Warner

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Inhalt

Max Zettl ist ehrgeizig. Für ihn ist, Chauffeur zu sein, nur eine Übergangsbeschäftigung. Mit einer gehörigen Portion Charme und Skrupellosigkeit und Glück wird er in Berlin Chefredakteur einer neuen Online-Publikation. Mit Paparazzo-Urgestein Herbie Fried an seiner Seite ist er bald unterwegs unter den Prominenten der Hauptstadt und einem faustdicken Skandal auf der Spur.


Kritik

Zettl

Das Warten auf "Zettl" hat sich gelohnt: Mit seiner hinterfotzigen Hauptstadtkomödie zeigt sich Helmut Dietl in Bestform.

Lange musste er reifen, Helmut Dietls Hauptstadtfilm. So lange, dass der Macher selbst längst wieder nach München zurückgekehrt ist - wie es im Verlauf seines Films auch die letzten verbliebenen aufrechten Figuren tun werden, um die kaputten Protagonisten bei ihrer Selbstzerfleischung sich selbst zu überlassen. Eine bitterböse und gallige Abrechnung ist es geworden, mit dem Berliner Politzirkus, der in Dietls Film so verdorben, eitel und kaputt ist, dass einem das Lachen immer wieder im Halse stecken bleibt.

Alle spinnen hier ihre Intrigen, sind immer nur auf den eigenen Vorteil und ein kleines bisschen mehr Macht bedacht in diesem Schreckenskabinett: die Bürgermeisterin von Berlin, die tatsächlich ein Mann ist; der stets dem Kollaps nahe Bundeskanzler, der bei seiner Mätresse immer nur in einen Koma-artigen Tiefschlaf fällt; der Ministerpräsident, der die Dominosteine immer mit dem richtigen Drall anzustoßen versucht; der Schweizer Milliardär, der in Berlin mitspielen will und deshalb das Societymagazin "The New Berliner" aus dem Boden stampft; und schließlich auch der Titelheld Zettl, ehedem Chauffeur des verstorbenen Baby Schimmerlos, der hoch hinaus will, aber feststellen muss, dass andere das Intrigenspiel vielleicht doch noch besser beherrschen.

Wer am längsten lügt, der gewinnt hier in diesem grotesken, aberwitzigen Komödienstadl, den Dietl als virtuoser Marionettenspieler mit regelrecht greifbarem Furor ausreizt. Richtig Spaß macht das erst im letzten Drittel, wenn die jeweiligen Intrigen sich gegenseitig aufzufressen beginnen und die Figuren gezwungen sind, reinen Tisch zu machen. Davor sieht man fasziniert und ein bisschen entsetzt zu, wie Gift und Galle gespritzt wird. Die brillanten Dialoge sind die deutsche Antwort auf die Wortgefechte eines David Mamet, und die geniale Darstellerriege, allen voran Bully Herbig ganz im Geiste eines Franz Xaver Kroetz, die sich in den Dienst dieser Berliner Geschichten - eine wahrhaft unerbittliche Horrorvision - stellt, labt sich daran.

Das gesprochene Wort, es ist der einzige Rettungsanker in diesem virtuos orchestrierten und kompromisslos durchexerzierten Endspiel, das die Medienwelt eines "Late Show", die Filmbranche eines "Rossini" oder die Bussigesellschaft von "Kir Royal", die Dietl vormals so treffsicher seziert hat, harmlos erscheinen lässt. "Vom Suchen und Finden der Liebe" hieß Helmut Dietls letzte Kinoarbeit. Davon ist nichts übrig in dieser verheerenden Satire, die eine Fortsetzung von "Kir Royal" ist, aber vor allem wirkt, als hätte man "Die 120 Tage von Sodom" als Politsatire noch einmal neu gedreht.

ts.

Zettl

Darsteller:  Michael Bully Herbig   als Max Zettl
  Ulrich Tukur   als Urs Doucier
  Harald Schmidt   als Conny Scheffer
  Dieter Hildebrandt   als Herbie Fried
  Senta Berger   als Mona Mödlinger
  Karoline Herfurth   als Verena
  Dagmar Manzel   als Veronique von Gutzow
  Sunnyi Melles   als Jacky Timmendorf
  Gert Voss   als Alexander Skirkidis
  Christoph Süß   als Karl Georg "Wiggerl" Ludwig
  Götz George   als Olbrich "Olli" Ebert
  Hanns Zischler   als Gaishofer
 
Regie:  Helmut Dietl  
Drehbuch:  Helmut Dietl  
  Benjamin v. Stuckrad-Barre  
Produzent:  Helmut Dietl  
  Gerhard Hegele  
  David Groenewold  
Kamera:  Frank Griebe  
Schnitt:  Alexander Dittner  
Musik:  Gerd Baumann  
Produktionsdesign:  Albrecht Konrad  
Kostüme:  Bernd Stockinger  
Maske:  Heike Merker  
  Georg Korpas  
Ton:  Roland Winke  
Casting:  An Dorthe Braker  

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