Originaltitel: Los abrazos rotos
Spanien 2009
Penélope Cruz
Lluís Homar
Blanca Portillo
Regie: Pedro Almodóvar
Verleih: Tobis
Harry Caine ist ein erblindeter Drehbuchautor, der bis zu dem Unfall, der ihm das Augenlicht raubte, unter seinem Namen, Mateo Blanco, Filme drehte. Nach dem Tod seines einstigen Produzenten Martel nimmt dessen Sohn Ray X Kontakt mit Harry auf und will ein Drehbuch von ihm, das das Andenken des verabscheuten Vaters in den Schmutz ziehen soll. Caine erinnert sich zurück an das Jahr, als er für Martel den Film "Mädchen und Koffer" drehte und eine Affäre mit seiner Hauptdarstellerin Lena begann. Der Beginn einer komplizierten Tragödie, denn Lena war mit Martel liiert. Und der ist blind vor Eifersucht.

Nach dem Erfolg von "Volver" steht Muse Penelope Cruz in einem gefühlvoll inszenierten Melodram erneut vor der Kamera ihres Meisters Pedro Almodóvar.
Wenn es um Emotionen geht, schöpft Pedro Almodóvar aus dem Vollen, vor allem, wenn seine Protagonisten Himmel und Hölle durchleben. Nach dem Verlust seines Augenlichts bei einem Autounfall nennt sich Mateo Blanco nun Harry Caine. Ein neuer Name, ein neues Leben? Der blinde Schriftsteller und frühere Filmregisseur wird von den Ereignissen der Vergangenheit eingeholt, als der Finanzmogul Ernesto Martel stirbt, Produzent seines Films "Frauen und Koffer". Als dann noch dessen Sohn auftaucht und ihn bittet, an einem Drehbuch mitzuarbeiten, um Vergeltung am Vater zu üben, führt eine Rückblende ins Jahr 1992, in dem Martel seine Sekretärin und Gelegenheits-Callgirl Lena zu seiner Geliebten und Lebensgefährtin macht. Zwei Jahre später begegnet Blanco der bildhübschen jungen Frau beim Casting, es funkt zwischen ihm und der Schönen, die seine Gefühle erwidert, aber leider dem Biest gehört. Der Eifersüchtige lässt den Fortgang der Dreharbeiten mit der Kamera dokumentieren und von einer Expertin die Lippen von Blanco und Lena lesen, erfährt dabei von ihrer Untreue und ihrem körperlichen Abscheu ihm gegenüber. Bei ihrem Versuch, den goldenen Käfig zu verlassen, rastet der Düpierte aus und als sein weibliches Besitzstück letztendlich doch in die Arme des Nebenbuhlers flieht, schmiedet er einen perfiden Plan, den Regisseur seines Erfolges zu berauben. Das Schicksal gipfelt in einem tragischen Autocrash, bei dem Lena ihr Leben und Blanco die Sehkraft verliert.
Die virtuos verschachtelte Handlung variiert die verschiedenen Zeitebenen mit überraschenden Twists und einem Labyrinth an kleinen Nebengeschichten, verknüpft kunstvoll Realität und Fiktion, schwankt zwischen Melodram, Komödie und Telenovela, zwischen einem Film über die Macht des Films und einem Film über die Macht der Liebe. Visuell folgt Almodóvar dem exzessiven Farbenrausch seiner früheren Werke, Penelope Cruz' Gesicht und Body ist Projektionsfläche männlichen Begehrens. Für den Filmbuff interessant sind die Referenzen auf Almodóvars eigenen Arbeiten wie (bei dem Film im Film "Frauen und Koffer") "Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs", aber auch Referenzen auf Henry Hathaways "Kiss of Death" oder Roberto Rossellinis "Reise in Italien". Und wenn es in der letzten Szene, in der Blanco seinen vom Produzenten zerstörten Film rekonstruiert, heißt: "Filme muss man zu Ende machen, auch blindlings", berührt diese Liebeserklärung an die Siebente Kunst. mk.
| Darsteller: | Penélope Cruz | als Lena Rivero | |
|---|---|---|---|
| Lluís Homar | als Mateo Blanco / Harry Caine | ||
| Blanca Portillo | als Judit García | ||
| Jose Luis Gomez | als Ernesto Martel | ||
| Tamar Novas | als Diego | ||
| Ángela Molina | als Lenas Mutter | ||
| Chus Lampreave | als Concierge | ||
| Kiti Manver | als Madame Mylene | ||
| Lola Dueñas | als Lippenleserin | ||
| Mariola Fuentes | als Edurne | ||
| Carmen Machi | als Chon | ||
| Kira Miró | als Model | ||
| Rossy de Palma | als Julieta | ||
| Alejo Sauras | als Alex | ||
| Regie: | Pedro Almodóvar | ||
| Drehbuch: | Pedro Almodóvar | ||
| Produzent: | Esther Garcia | ||
| Ausf. Produzent: | Agustin Almodóvar | ||
| Kamera: | Rodrigo Prieto | ||
| Schnitt: | José Salcedo | ||
| Musik: | Alberto Iglesias | ||
| Produktionsdesign: | Antxón Gómez | ||
| Kostüme: | Sonia Grande | ||
| Ton: | Miguel Rejas | ||
| Casting: | Luis San Narciso | ||
Oscarpreisträgerin Penélope Cruz glänzt auch im neuen Film von Pedro Almodóvar. Aber diese Leistung hat ihren Preis.
» Sagen Sie immer sofort ja, wenn Ihnen Pedro Almodóvar ein Angebot unterbreitet?
PENELOPE CRUZ: Absolut. Ich vertraue Pedro 100prozentig. So ein Angebot ist, als hätte ich im Lotto gewonnen. Denn er ist der Mann, wegen dem ich Schauspielerin werden wollte.
Als Teenager sah sein "Fessle mich !" - das war der erste Film, den ich mir überhaupt im Kino anschaute, und sofort stand mein Wunsch fest. Abgesehen davon sind wir enge Freunde; das macht es zu einem besonderen Erlebnis, mit ihm zu arbeiten, wie jetzt wieder bei "Zerrissene Umarmungen".
» Behandelt er Sie deshalb beim Dreh ganz besonders sanft?
Er behandelt mich wie jeden anderen Schauspieler. Wir plaudern beim Dreh auch weniger über private Dinge; die Arbeit steht im Vordergrund. Und für mich heißt das: Ich bin total nervös, weil ich Angst habe zu versagen. Vor allem die erste Drehwoche ist schlimm. Ich habe das Gefühl, ich könnte jeden Moment gefeuert werden.
» Doch nicht von Ihrem guten Freund.
Auch von ihm. Gerade weil wir so ein spezielles Verhältnis haben, fürchte ich, ihn zu enttäuschen. Und er sagt mir auch ganz direkt, wenn ich Fehler mache. Und wenn das passiert, werde ich noch nervöser.
Innerhalb weniger Jahre ist die rassige und temperamentvolle Brünette Penélope Cruz von einer sexy Nebendarstellerin zu einem international...
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