Brisantes Thrillerszenario über einen Mann in Teheran, der sich nach dem Tod seiner Familie an der Polizei rächt und in einen Wald flüchtet. http://images.kino.de/flbilder/max10/auto10/auto10/10100292/b150x150.jpg Zeit des Zorns

Filmdetails

Zeit des Zorns

Brisantes Thrillerszenario über einen Mann in Teheran, der sich nach dem Tod seiner Familie an der Polizei rächt und in einen Wald flüchtet.


Zeit des Zorns
Start: 08.04.2010

Originaltitel: Shekarchi

Drama

Iran/Deutschland 2010
Laufzeit: 91 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Rafi Pitts
Mitra Hajjar
Ali Nicksaulat

Regie: Rafi Pitts
Verleih: Neue Visionen

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Inhalt

Nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis versucht Ali mühsam, in Teheran wieder Fuß zu fassen. Er nimmt eine Anstellung als Nachtwächter an, um seine Familie ernähren zu können. Als seine Frau und seine Tochter bei einem Schusswechsel zwischen Polizei und Demonstranten während öffentlicher Unruhen versehentlich getötet werden, hat Ali nichts mehr zu verlieren. Er tötet zwei Polizisten und flüchtet in die Wälder. Bald wird er gestellt und verhaftet. Doch damit ist die Jagd noch nicht zu Ende.


Kritik

Zeit des Zorns

Im Teheran der Gegenwart verliert ein Mann durch die politischen Demonstrationen Frau und Kind, wird zum Rächer, Jäger und Gejagten.

Das Private ist politisch in diktatorischen Staaten, iranische Filmemacher wie die Makhmalbafs oder Abbas Kiarostami vermitteln behutsam unbequeme Wahrheiten, arbeiten viel mit Symbolen und oszillieren zwischen Dokumentation und Fiktion. Viel direkter und radikaler geht Rafi Pitts Unterdrückung, Gewalt und Gegengewalt an. Immer wieder verknüpft er die persönliche Realität von Ali mit dem, was in seinem Land passiert.

Am Anfang zeigt er Bilder einer glücklichen Familie, Vater, Mutter, Tochter auf dem Rummelplatz. Der Mann arbeitet nach einer Gefängnisstrafe als Wachmann im Nachtdienst, wenn er Luft zum Atmen braucht, flüchtet er aus dem Lärm der Großstadt in die Stille der Wälder. Als er eines Tages von der Jagd nach Haus zurückkehrt, sind Frau und Tochter spurlos verschwunden. Auf dem Polizeirevier behandeln ihn zynische Beamten wie Dreck, fragen ihn über Intimes aus, bis er erfährt, dass seine Frau bei einem Zusammentreffen von Demonstranten und Polizei von einer Kugel tödlich getroffen wurde. Nach Tagen der Suche erhält er die grausame Nachricht, auch sein Kind ist tot. Ali steht für viele, die nicht mehr an Veränderung glauben, er will nicht mehr Opfer sein, sondern will Rache in einem System, das den Bürgern keine Rechte gibt. Er erschießt zwei Polizisten und wird zum Gejagten.

Der Schuss ist hier auch ein politisches Signal. In einem brutalisierten Iran, dessen Regierung gegen das eigene Volk kämpft, zeichnet der Regisseur, der notgedrungen auch die Hauptrolle spielen musste, eine Anatomie des Widerstands. Das Individuum gerät in einen teuflischen Kreislauf, weil jeder, der die Systemfrage stellt, als Feind der Revolution gilt. Der Racheakt wird zum politischen Statement, zu einem Manifest der Verzweiflung, zur Befreiung aus individueller Ohnmacht.

Wurde in Pitts Film "It's Winter" der Held geschlagen, schlägt er hier zurück. Er ist ein Verlorener in der Landschaft, ob im Betondschungel der Hauptstadt Teheran, die mit ihrer Hektik und Highways ironischerweise Los Angeles ähnelt, oder in dem toten und blätterlosen Wald. Das grüne Auto ist eine Metapher für die grüne Bewegung, aber auch wie ein grünes Blatt Symbol des Lebendigen. "Zeit des Zorns", bildhaft zwischen Formalismus und Realismus und auf verschiedenen Ebenen angesiedelt, ist manchmal etwas zäh, manchmal verschlüsselt, die Textur nicht immer leicht zu lesen, aber bei den Winkelzügen zwischen Vergeltung und Moral faszinierend. mk.

Zeit des Zorns

Darsteller:  Rafi Pitts   als Ali Alavi
  Mitra Hajjar   als Sara Alavi
  Ali Nicksaulat   als Polizist / Vorgesetzter
  Hassan Ghalenoi   als Polizist
  Manoochehr Rahimi   als Inspektor
  Ismail Amini Young   als Ladenbesitzer
  Naser Madahi   als alterer Wachmann
  Ali Mazinani   als jüngerer Wachmann
  Ossta Shah-Tir   als Alis Vater
  Malak Khazai   als Alis Mutter
  Saba Yaghoobi   als Saba, Alis Tochter
 
Regie:  Rafi Pitts  
Drehbuch:  Rafi Pitts  
Produzent:  Thanassis Karathanos  
  Mohammad Reza Takhtkeshian  
  Rafi Pitts  
Kamera:  Mohammad Davudi  
Schnitt:  Hassan Hassandoost  
Produktionsdesign:  Malek Jahan Khazai  
Ton:  Hossein Bashash  

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