Sir Patrick Stewart
Hugh Jackman
Sir Ian McKellen
Regie: Bryan Singer
Verleih: Fox
Als ein anonymer Terrorist, möglicherweise ein Mutant von extremer Potenz, ein Unheil auf das nächste häuft, wendet sich die Stimmung in der Gesellschaft wieder einmal gegen Freaks mit Superkräften. An der Spitze der Hass-Bewegung steht der ominöse Ex-General Stryker (Brian Cox), der einst mit Mutanten experimentierte und nun sein ganz persönliches innenpolitisches Süppchen auf dem lodernden Volkszorn kocht. Viel Arbeit für die Damen und Herren von der X-Men-Brigade, die für diese schwere Mission sogar die Rivalität mit einem alten Erzfeind vergessen.
Effektgeladene, gleichwohl den Geist nicht unterfordernde Superhelden-Comic-Fantasy bietet Bryan Singers Star-gespicktes Sequel zum SF-Überraschungshit der Saison 2001.
Der Vorgänger war Vorspiel! In Teil 2 des Welthits explodieren die Kräfte der Comic-Superhelden, verblüffen die Mutanten einen Feind, der den außergewöhnlichen Außenseitern mit Globalvernichtung droht.
Evolution heißt Weiterentwicklung, und was für die Natur gilt, hat auch im Kino seine Gültigkeit. Der Begriff beschreibt perfekt die Organismen von Stan Lees Comicstars, aber auch den Anspruch ihres zweiten Kinoauftritts. "X-Men 2" bedeutet nicht nur Fortsetzung, sondern vor allem Fortschritt.
Die Figuren sind eingeführt, jetzt können die Superhelden eine noch fantastischere Show aufführen. Mehr Geld wurde in Bryan Singers Spektakel investiert, mehr Action inszeniert, mehr Effekte kreiert und mehr Mutanten aktiviert. Schließlich steht X für extra, nicht für x-beliebig.
Der faszinierendste Neuzugang unter den Mutanten ist der blauhäutige Nightcrawler, eine sprunggewaltige Kreatur, die sich innerhalb eines Wimpernschlags zu einem anderen Ort teleportieren kann. Während Fanfavorit Wolverine die im Vorgänger begonnene Suche nach seinen Wurzeln fortsetzt, treibt der Nightcrawler die Handlung des Nachfolgers an.
Magneto befreit sich durch Manipulation von Metall und Menschen aus seinem Gefängnis (Foto: Fox)
Seine Überraschungsattacke auf den Präsidenten der Vereinigten Staaten vergrößert die Kluft zwischen Mensch und Mutanten und löst eine wahre Treibjagd auf die biologischen Freaks aus. Angeführt wird diese von Stryker, einem Mann mit Macht, Geld und Geheimnissen, die unmittelbar in Wolverines Träume führen.
Bösewicht und Held treffen sich nach Jahren wieder, als Stryker Professor Xaviers geheimes Mutanteninternat überfällt. Die auf Strykers Basis verschleppten Gefangenen sind dabei nur Mittel zum Zweck, denn das eigentliche Ziel ist ein Instrument, mit dem man weltweit alle Mutanten orten und möglicherweise auch vernichten kann.
Um dies zu verhindern, kommt es in "X-Men 2" zu einer einzigartigen Koalition. Die verfeindeten Teams von Xavier (Patrick Stewart) und Magneto (Ian McKellen), verbünden sich gegen den übermächtigen Gegner, doch die Loyalitäten sind höchst zerbrechlich und von Verrat bedroht.
Alle Stars des ersten Teils bekommen auch im zweiten ihren effektvollen Auftritt: Wolverine und seine Klauen bei den Männern, Storm und vor allem Shapeshifter Mystique (Rebecca Romijn-Stamos) bei den Frauen.
Zu den beliebten Veteranen gesellen sich coole Aufsteiger. Iceman etwa, der Großmutters Teetassen samt Inhalt vereisen kann, von Rogues Küssen aber gewärmt wird. Oder auch der junge Pyro, ein hitzköpfiger Mutant, der durch Gedankenkraft zündelt und von der dunklen Seite der Macht angelockt wird. Und schließlich auch Strykers umwerfendes Killergirl Yuriko, die sich am Ende mit Wolverine duellieren darf.
Mit großem Staraufgebot (Hugh Jackman, Halle Berry, Famke Janssen, Kelly Hu) bietet die Fortsetzung von "X-Men" eine verblüffende Show mit viel Action, Romantik, Supermännern und Superfrauen.
| Darsteller: | Sir Patrick Stewart | als Professor Charles Xavier | |
|---|---|---|---|
| Hugh Jackman | als Logan/Wolverine | ||
| Sir Ian McKellen | als Eric Lensherr/Magneto | ||
| Halle Berry | als Storm | ||
| Famke Janssen | als Jean Grey | ||
| James Marsden | als Scott Summers/Cyclops | ||
| Rebecca Romijn | als Mystique | ||
| Brian Cox | als William Stryker | ||
| Alan Cumming | als Kurt Wagner/Nightcrawler | ||
| Bruce Davison | als Senator Kelly | ||
| Anna Paquin | als Rogue | ||
| Kelly Hu | als Yuriko Oyama | ||
| Aaron Stanford | als John Allerdyce/Pyro | ||
| Katie Stuart | als Kitty Pryde | ||
| Michael Reid MacKay | als Jason 143 | ||
| Keely Purvis | als kleines Mädchen 143 | ||
| Shawn Ashmore | als Bobby Drake/Iceman | ||
| Kea Wong | als Jubilee | ||
| Daniel Cudmore | als Colossus | ||
| Connor Widdows | als Jones | ||
| Bryce Hodgson | als Artie | ||
| Shauna Kain | als Siryn | ||
| Cotter Smith | als Präsident McKenna | ||
| Alf Humphreys | als Steven Drake | ||
| Jill Teed | als Madeline Drake | ||
| James Kirk | als Ronnie Drake | ||
| Ty Olsson | als Mitchell Laurio | ||
| Regie: | Bryan Singer | ||
| Drehbuch: | Michael Dougherty | ||
| Dan Harris | |||
| Produzent: | Lauren Shuler-Donner | ||
| Ralph Winter | |||
| Koproduzent: | Ross Fanger | ||
| Ausf. Produzent: | Avi Arad | ||
| Stan Lee | |||
| Tom DeSanto | |||
| Bryan Singer | |||
| Kamera: | Newton Thomas Sigel | ||
| Schnitt: | John Ottman | ||
| Musik: | Michael Kamen | ||
| John Ottman | |||
| Produktionsdesign: | Guy Dyas | ||
| Geoff Hubbard | |||
| Helen Jarvis | |||
| Kostüme: | Louise Mingenbach | ||
| Ton: | Rob Young | ||
| Casting: | Roger Mussenden | ||
Nachdem er bei den beiden ersten "X-Men"-Filmen noch die Regie inne hatte, übernahm Bryan Singer bei "X-Men: Erste Entscheidung" den Produzentenpart. Im Interview erklärt er u.a., warum der Film nicht in 3D realisiert wurde.
Sie agierten als Produzent und lieferten die Grundstory für "X-Men: Erste Entscheidung", doch die Regie überließen Sie Matthew Vaughn. Hätte Sie das nicht selbst gereizt?
BRYAN SINGER: Die Frage stellte sich gar nicht, nachdem ich mich bei Warner als Regisseur für "Jack the Giant Killer" verpflichtet hatte. Außerdem sah ich für meine Firma Bad Hat Harry Productions nach etlichen erfolgreichen Fernsehserien, die wir produzierten, endlich die Chance, erstmals ein richtig großes Studioprojekt zu stemmen. Genau darauf wollte ich mich konzentrieren und suchte nach einem Regisseur, der "X-Men" kennt und mit meinen Ideen konform gehen würde. Matthew Vaughn erwies sich schnell als der Richtige für "X-Men: Erste Entscheidung", und das nicht nur, weil er ein großer Fan der ersten "X-Men"-Filme ist.
Hatte Matthew Vaughn trotzdem künstlerische Freiheit, oder mischten Sie sich als Produzent doch hin und wieder ein?
Überhaupt nicht: Er war der Regisseur! Ich hatte die Story mit verfasst, das Ganze entwickelt, Matthew an Bord geholt, den Besetzungsprozess überwacht und Ideen für das Produktionsdesign eingebracht. Beim Dreh habe ich mich jedoch herausgehalten, weil ich es selbst nicht mag, wenn mir ein Produzent bei der Arbeit ständig über die Schulter schaut. Erst bei der Postproduktion steckte ich wieder meine Nase rein, um Anmerkungen zu machen und weitere Ideen einzubringen.
Da es sich bei "X-Men: Erste Entscheidung" um ein Prequel handelt, mussten zuerst jüngere Darsteller für die Rollen von Xavier und Magneto gesucht werden.
Was nicht ganz einfach war. Wir luden verschiedene Schauspieler zum Casting ein, doch nicht jeder stand zur Verfügung. Schließlich kristallisierten sich Michael Fassbender und James McAvoy heraus, womit wir sehr glücklich waren. Bei James McAvoy stimmte das Studio sofort zu, für Michael Fassbender mussten Matthew und ich kämpfen. Er war dem Studio noch nicht bekannt genug, aber wir hielten an ihm fest und konnten schließlich alle überzeugen.
Heutzutage fällt es richtig auf, wenn ein Film dieser Größenordnung nicht in 3D präsentiert wird. Haben Sie vielleicht den Anschluss verpasst?
So würde ich es nicht ausdrücken, aber als wir das Projekt in Angriff nahmen, war von dem 3D-Hype tatsächlich noch nichts zu spüren. Wir sind also gar nicht erst auf die Idee gekommen, doch die Frage kam dann natürlich vom Studio. Matthew und ich waren uns jedoch völlig einig, dass das nicht in Frage käme. Es fühlte sich einfach nicht richtig an, aus "X-Men: Erste Entscheidung" einen 3D-Film zu machen. Da hätte man von vornherein anders herangehen müssen, womit unser ganzes Konzept durcheinander gekommen wäre.
Das müssen Sie erklären.
Da ich gerade "Jack and the Giant Killer" in 3D drehe, habe ich festgestellt, dass man für 3D ein langsameres Tempo für die Bewegungen braucht. Das eignet sich hervorragend für ein Film, der in einer Fantasy-Welt spielt, doch "X-Men: Erste Entscheidung" ist ganz klar ein Actionfilm, der einen schnellen Schnitt verlangte, was meines Erachtens in 3D nicht wirklich funktioniert.
"X-Men: Der letzte Widerstand" und "X-Men Origins: Wolverine" sind ohne Sie entstanden. Wie stehen Sie zu diesen letzten beiden Filme aus der "X-Men"-Reihe?
Es ist hart für mich, dass "Der letzte Widerstand" und "Wolverine" nun mal unter anderen Bedingungen entstanden sind. Die Regisseure waren weniger beschützt und hatten dadurch kaum noch die Kontrolle, die mir noch bei den ersten beiden Teilen gewährt wurde und die Matthew bei "X-Men: Erste Entscheidung" wiedererlangt hatte. Für Brett Ratner, der die Regie bei "X-Men: Der letzte Widerstand" übernahm, war es besonders schwer. Er musste unter enormen Zeitdruck versuchen, den gleichen Ton der ersten beiden Teile zu treffen. Bei "Wolverine" hatte man es wohl ebenfalls versucht. Aber da ich bei beiden Filmen nicht involviert war, fühle ich mich auch nicht als der richtige Ansprechpartner für diese Frage.
Sie sind damals ausgestiegen, weil Sie mehr daran interessiert waren, "Superman Returns" zu realisieren. Wie geht es Ihnen damit, dass Warner Bros. nun Zack Snyder damit beauftragt hat, "Superman" erneut auf die Leinwand zu bringen?
Ich gebe zu, dass mein "Superman" für ein Sommerkinopublikum zu lang und zu nostalgisch geraten ist. Dass man jetzt wieder ganz von vorn anfängt, hätte mich vor ein paar Jahren sicherlich noch sehr getroffen. Inzwischen habe ich aber genügend Abstand und bin ganz froh, wieder bei den "X-Men" gelandet zu sein. Dass das gute Verhältnis zwischen Warner Bros. und mir darunter nicht gelitten hat, zeigt sich auch, dass ich gerade "Jack and the Giant Killer" für Warner drehe.
"X-Men - Erste Entscheidung" ist in gewisser Weise aber auch ein Neustart.
Dahinter steckt eine Logik, weil Titel wie "X-Men", "Superman" oder "Batman" beim Publikum immer und immer wieder funktionieren werden. Selbst wenn daraus keine Monstererfolge werden sollten, garantieren sie einem Studio einen kalkulierbaren Gewinn, um zu überleben.
"Jack and the Giant Killer" ist wiederum ein ganz neues Terrain für Sie?
Es ist mein erster Märchenfilm und handelt von einem Farmerjungen, der eine Prinzessin retten und sich deshalb ins Land der Riesen aufmachen muss. Was mich vor allem reizte, war die erstmalige Chance, reale Personen mit computeranimierten Figuren interagieren zu lassen. Wir arbeiten dabei mit Motion Performance Capture, worin ich die Zukunft des Films sehe. Es ist exakt die gleiche Technik wie bei James Camerons "Avatar", was mich als Regisseur absolut fasziniert hat. Wenn ich durch meine Kamera blicke, kann ich die computeranimierten Giganten bereits sehen, während meine Schauspieler nur eine Art Tennisball vor sich haben.
Und wie sehen Sie die Zukunft von "X-Men"?
Mir schwirren bereits einige Ideen durch den Kopf, aber die möchte ich an dieser Stelle noch nicht verraten. Sollte es im "X-Men"-Universum weitergehen, bin ich mit meiner Firma zukünftig als Produzent dabei. Darüber hinaus arbeiten wir gerade an vier verschiedenen Fernsehserien, darunter Warners erste digitale Internet-Serie "H+". Mit "Dr. House" wird es auch weitergehen, und wir sind stolz darauf, bereits im achten Jahr zu sein. "uwantme2killhim" ist wiederum ein kleinerer Kinofilm, der in London unter der Regie von Andrew Douglas entstehen wird und mir sehr am Herzen liegt. Vermehrt will Bad Hat Harry zukünftig aber auf große Kinofilme setzen.
Was bedeutet der Name 'Bad Hat Harry' eigentlich?
Das ist ein Zitat aus "Der weiße Hai" aus der Szene, in der Roy Scheider als wasserscheuer Polizist von einem alten Mann, der gerade aus dem Meer kommt, dafür verulkt wird. Weil dieser eine hässliche Badekappe auf dem Kopf hat, antwortet Scheider nur mit: "Bad Hat Harry". "Der weiße Hai" war einer der Film, die bei mir noch als Teenager den Wunsch auslösten, irgendwann mal selbst Filme drehen zu wollen.
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