Unkonventionelle und unaufdringlich lehrreiche Verfilmung von Maurice Sendaks berühmten Kinderbuch. http://images.kino.de/flbilder/max09/mbiz09/mbiz46/z0946504/b150x150.jpg Wo die Wilden Kerle wohnen

Filmdetails

Wo die Wilden Kerle wohnen

Unkonventionelle und unaufdringlich lehrreiche Verfilmung von Maurice Sendaks berühmten Kinderbuch.


Wo die Wilden Kerle wohnen
Start: 17.12.2009

Originaltitel: Where the Wild Things Are

Kinderfilm / Fantasy

USA 2009
Laufzeit: 101 Min.
FSK: ab 6 Jahre

Max Records
Catherine Keener
Mark Ruffalo

Regie: Spike Jonze
Verleih: Warner

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Humor
Romantik
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Inhalt

Max ist ein Kind voller Wut und unkontrollierter Impulse, und doch eine sensitive Seele, die sich allein gelassen fühlt. Nach einem Streit mit seiner gutmütigen, aber überforderten Mutter flüchtet er in eine Traumwelt - auf eine Insel mit monströse wirkenden, im Grunde aber kindlichen Kreaturen, die den wilden Jungen als König akzeptieren. Einige Tage lebt und tollt Max mit den neuen Freunden, bis es auch hier zu Enttäuschungen und Streit kommt. Doch Max weiß, dass jemand auf ihn wartet, der ihn immer lieben wird. Bedingungslos.


Kritik

Wo die Wilden Kerle wohnen

Spike Jonzes Verfilmung eines berühmten Kinderbuchs beweist, wie traditionell und modern, unkonventionell und unterhaltsam harmonisch koexistieren können.

Fragen, ob kleine Jungs große Monster beherrschen können oder Kreaturen Gliedmaßen abgerissen werden dürfen, wenn deren Reaktion über ein erstauntes "Das war mein Lieblingsarm" nicht hinausgeht, sind von Beginn an überflüssig. Denn die hier gezeigte Welt ist ein Traum, ist eine Zuflucht, die ein Kind nach seinen Erfahrungen und Bedürfnissen gestaltet. In "Wo die wilden Kerle wohnen" hat konventionelles Erzählen kein Zuhause mehr. Es gibt kein schlichtes dramaturgisches Ziel, keinen Bösewicht, der besiegt, keine Prüfung, die bestanden werden muss. Nur den Blick auf die Wirklichkeit eines Kinds durch eine fantastische Brille.

Max (Max Records), ein Junge mit großer Fantasie, fühlt sich allein gelassen. Vom Vater, der die Familie verlassen hat, von der älteren Schwester und der Mutter (Catherine Keener), die seit kurzem einen Freund hat und überfordert ist, wenn Max seine Wut unkontrolliert auslebt. Nach einem Streit reißt Max aus und nimmt mit einem kleinen Boot Kurs zum Horizont. Nach Tagen auf See und einer bedrohlich inszenierten Landung in der Brandung betritt Max eine Insel, auf der eine Handvoll exotischer Kreaturen lebt. Seine Furchtlosigkeit gegenüber diesen Wesen, die nur äußerlich gefährlich, im Grunde aber eher sanft, kindlich gelangweilt oder traurig wirken, und sein in Zerstörungslust explodierender Zorn machen Max zum Freund des Anführers Carol - ein plüschiger Riese, der wie Max aggressive Impulse nicht zügeln kann, aber auch Kreativität in sich trägt. Ein paar Tage lebt der Junge als König unter diesen Geschöpfen, spielt und tollt mit ihnen, bis es durch Carol, Vaterfigur wie auch Spiegelbild, auch hier zum Streit und zur Trennung kommt.

Keine 340 Wörter enthält Maurice Sendaks Kinderbuchklassiker, den Jonze und Koautor Dave Eggers geschickt erweitert haben. Auf beiden Ebenen, der realen und der fantastischen, wird die Problematik von Familie beleuchtet, die unterschiedlichen Temperamente, die Unmöglichkeit, jeden in gleicher Intensität lieben zu können. Eine ausschließlich kindliche Erlebniswelt zeigt sich hier, in der Stimmungen blitzschnell kippen können, Ausgelassenheit und Enttäuschung, Wut und Versöhnung oft nah beieinander liegen. Junge Zuschauer werden nicht unnötig verschreckt, können sich in den Figuren wiedererkennen, gerade auch, weil unbequeme Gefühle nicht tabuisiert werden. Ältere können sich in Interpretationen verlieren und über die Tricks rätseln, die klassische und digitale Techniken verbinden, ohne dass eindeutige Zuordnungen leicht möglich sind. Originelle, unverbrauchte Bilder gibt es hier zu sehen, eine sich ohne aufdringliche Pädagogik entfaltende Magie, die dieses in seiner Entstehungsgeschichte problematische Projekt zu einem erfolgreichen US-Start führte. Ohne Sentimentalität und Unterwerfung an den populären Geschmack. kob.

Wo die Wilden Kerle wohnen

Darsteller:  Max Records   als Max
  Catherine Keener   als Max' Mom
  Mark Ruffalo   als Freund
  Pepita Emmerichs   als Claire
 
Regie:  Spike Jonze  
Drehbuch:  Dave Eggers  
  Michael Goldenberg  
  Spike Jonze  
Produzent:  Tom Hanks  
  Gary Goetzman  
  John B. Carls  
  Vincent Landay  
Ausf. Produzent:  Thomas Tull  
  Jon Jashni  
  Scott Mednick  
  Bruce Berman  
Buchvorlage:  Maurice Sendak  
Kamera:  Lance Acord  
Schnitt:  James Haygood  
  Eric Zumbrunnen  
Musik:  Karen O  
  Carter Burwell  
Produktionsdesign:  K. K. Barrett  
Kostüme:  Casey Storm  
Casting:  Justine Baddeley  
  Kim Davis  

Die Lieblingsfilme der Redaktion 2009

Bei den Oscars ging's mit nur 3 von 13 möglichen Preisen noch schief. Doch in den Augen der Kino.de-Redakteure war "Benjamin Button" das Filmereignis des Jahres.

Großansicht Erhielt von uns im Schnitt die besten Platzierungen im Jahres-Ranking: "Der seltsame Fall des Benjamin Button" (Foto: Warner)

Erhielt von uns im Schnitt die besten Platzierungen im Jahres-Ranking: "Der seltsame Fall des Benjamin Button" (Foto: Warner)

Da stimmte für uns einfach alles: eine hochintelligente Story mit einem groß aufspielenden Duo Brad Pitt und Cate Blanchett, gefasst in betörende Bilder voll wunderschöner Wasser- und Zeitsymbolik, dazu grandiose Musik von Alexandre Desplat und handwerkliche Perfektion bei Austattung, Kostüm und natürlich Maske: "Der seltsame Fall des Benjamin Button" ist für uns der Film des Jahres - da mögen die Herren in der Oscar-Jury sagen, was sie wollen!

Doch auch Mickey Rourkes Tour de Force als am Leben verzweifelnder "Wrestler" begeisterte und bewegte uns: Was für ein Comeback für den einstigen Schauspielhelden, der sich zwischenzeitlich schon mit einem Leben in der Gosse anfreunden musste! Gleich zwei Kollegen wählten indes "Watchmen - Die Wächter", die intelligenteste und bildstärkste Comic-Umsetzung aller Zeiten zu ihrem Jahresfavoriten. Hier die komplette Liste unserer Lieblingsfilme 2009:

REDAKTIONSFAVORITEN: DIE BESTEN KINOFILME 2009
 

Hans Fuchs<br />Chefredakteur Publikumsobjekte

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Chefredakteur Publikumsobjekte

Boris Sunjic<br />Verantwortlicher Redakteur kino.de

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Matthias Ott<br />Redakteur Treffpunkt Kino / kino.de

Matthias Ott
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Alexander Jodl<br />Redaktionelle Koordination Online

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1 Watchmen - Die Wächter Avatar - Aufbruch nach Pandora Der seltsame Fall des Benjamin Button Watchmen - Die Wächter
2 Gran Torino Der seltsame Fall des Benjamin Button Adventureland Slumdog Millionär
3 Inglourious Basterds The Wrestler Der Vorleser Gran Torino
4 Avatar - Aufbruch nach Pandora The Limits of Control The Wrestler Star Trek
5 Star Trek District 9 Adam The Fall
6 Oben Australia Zeiten des Aufruhrs The Wrestler
7 2012 Slumdog Millionär Wo die Wilden Kerle wohnen Der seltsame Fall des Benjamin Button
8 The Wrestler Louise Hires a Contract Killer Oben Oben
9 State of Play - Stand der Dinge (500) Days of Summer Tödliches Kommando - The Hurt Locker Hangover
10 Slumdog Millionär Der fremde Sohn State of Play - Stand der Dinge Inglourious Basterds

Wir wünschen wundervolle Feiertage!

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Catherine Keener

Ihre "ménage à trois" mit John Malkovich und Cameron Diaz in "Being John Malkovich" (1999) gehört zu den unvergesslich skurrilen Szenen...

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