Veröffentlicht am 13.09.2012
Wir wollten aufs Meer Deutschland 2012
Wir wollten aufs Meer Kinostart 13.09.2012, Deutschland 2012
  • Wir wollten aufs Meer / Ronald Zehrfeld / Alexander Fehling / August Diehl

  • Wir wollten aufs Meer / August Diehl / Alexander Fehling

  • Wir wollten aufs Meer / August Diehl

  • Wir wollten aufs Meer / Rolf Hoppe

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Wir wollten aufs Meer - Filmplakat

Beeindruckendes Drama um zwei befreundete Hafenarbeiter aus Rostock, die zu DDR-Zeiten davon träumen zur See zu fahren.

6 Filmbewertungen
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5/5
Nicht mehr im Kino Mehr auf video.de Filmstart: 13.09.2012
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Filmkritik zu Wir wollten aufs Meer

Packendes Kinodebut mit Deutschlands Schauspiel-Trio Alexander Fehling, August Diehl und Ronald Zehrfeld über Freunde, die durch die Stasi zu Feinden werden.

Toke Constantin Hebbelns bewegendes Kinodebut kann es mit "Das Leben der anderen" von Florian Henckel von Donnersmarck locker aufnehmen, er geht beim Thema Stasi noch einen Schritt weiter. Der Preisträger des Studenten-Oscars für "Nimmermehr" 2007 skizziert die Figuren nicht schwarz-weiß, sondern in ihrer Zerrissenheit und den Grauzonen. Dass er für die Hauptrollen das Traumtrio des deutschen Kinos verpflichten konnte, nämlich Alexander Fehling, August Diehl und Ronald Zehrfeld, macht dieses Drama nicht nur politisch und inszenatorisch zu einem Highlight, sondern auch schauspielerisch.

Die zwei Buddies Cornelis und Andreas haben 1982 nur ein Ziel, hinaus aufs Meer, als Matrosen der DDR-Handelsmarine die weite Welt zu erobern. Um ihren Traum zu verwirklichen, lassen sich von der Stasi anheuern, um den Kollegen Matze auszuhorchen. Und der erzählt frei von der Leber weg, dass er abhauen will aus diesem repressiven Land. Dieses Geständnis könnte der Schlüssel für den Job auf See sein. Aber Cornelis kriegt Gewissensbisse und zerstört das Band. Sein Kumpel Andreas ist da weniger feinfühlig, verrät den Vorarbeiter, der festgenommen wird. Als Cornelis ihn zur Rede stellt, wird beim Handgemenge der Freund von einem LKW erfasst und kommt ins Krankenhaus, das er im Rollstuhl verlässt. Nichts ist mehr wie es einmal war. Das Unfallopfer wird zum Stasi-Handlanger und gibt die Freundschaft preis.

Das bewegende Drama erzählt von Schmerz und Enttäuschung, grenzenlosem Mut und dem Prinzip Hoffnung, das am Leben erhält und kreist intensiv um das Spitzelsystem der Stasi und seine gesellschaftlichen Konsequenzen, die rigorose Zerstörung des Vertrauens zwischen Menschen, die dadurch bedingte Einsamkeit des Individuums. Hebbeln (schrieb das Drehbuch mit seinem Ludwigsburger Kommilitonen Ronny Schalk) recherchierte in vielen Gesprächen mit Historikern, Zeitzeugen und ehemaligen Insassen im berüchtigten Gefängnis Hohenschönhausen, das Resultat ist eine zeitlose Geschichte um Freundschaft, Verrat und Liebe, um Sehnsucht nach einer besseren und gerechteren Welt. Die Besetzung ist Top - nicht nur Zehrfeld als aufbrausendem Hafenvorarbeiter, Fehling als konsequente Persönlichkeit und der kurz vor Drehbeginn dazu gestoßene Diehl als perfider Spitzel - auch die Nebenrollen mit Rolf Hoppe als brutal lächelndem Stasi-Offizier oder Sylvester Groth als Gentleman-Spion sind bestens besetzt. Bei dem ersten Film, der über lange Strecken im DDR-Strafvollzug spielt, wurden die Gefängnisszenen aus verschiedenen Motiven zusammengesetzt und vermitteln ein sehr authentisches Bild, die zahlreichen Mitarbeiter hinter der Kamera aus den neuen Bundesländern sorgten für Genauigkeit, auch in der Sprache, Kameramann Felix Novo de Oliveiras Aufnahmen in tristem grau-blau runden das perfekte Werk ab. mk.

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Filmhandlung & Hintergrund zu Wir wollten aufs Meer

Die zwei Freunde Cornelis und Andreas möchten 1982 als Matrosen hinaus aufs Meer, aber nach Jahren sitzen sie noch in Rostock fest. Um ihren Traum zu verwirklichen, lassen sie sich von der Stasi anheuern, den zur Flucht bereiten Vorarbeiter zu bespitzeln. Während der eine moralische Bedenken hat, wird der andere zum Verräter und nach einem Unfall, der ihn an den Rollstuhl fesselt, später zum Handlanger der Stasi, der auch seinen Freund in den Knast bringt und alle Ideale aufgibt.



Die zwei Freunde Cornelis und Andreas wollen 1982 als Matrosen hinaus aufs Meer, aber nach Jahren sitzen sie noch in Rostock fest. Um ihren Traum zu verwirklichen, lassen sie sich von der Stasi anheuern, den zur Flucht bereiten Vorarbeiter zu bespitzeln. Während der eine moralische Bedenken hat, wird der andere zum Verräter und nach einem Unfall, der ihn an den Rollstuhl fesselt, später zum Handlanger der Stasi, der auch seinen Freund in den Knast bringt und alle Ideale aufgibt.



Zwei Freunde können sich in der DDR ihren Traum von der Seefahrt nicht erfüllen und werden mit den Jahren zu Feinden. Beeindruckendes Schicksalsdrama, das Themen wie Stasi und Strafvollzug mit unerbittlicher Härte beleuchtet.



Prädikat besonders wertvoll

Auszeichnung der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW)
Prädikat: Besonders wertvollKurztext

DDR, Anfang der 1980er Jahre: Schon seit sie denken können, wollen Conny und Andreas aufs Meer. Für die beiden jungen Männer, die sich im System der Republik eingesperrt fühlen, ist das Anheuern auf einem Schiff das, was dem Gefühl der Freiheit am nächsten kommt. Doch drei Jahre später ist immer noch keiner von beiden auf See. Ein Kollege der beiden plant, über die Grenze zu fliehen. Conny und Andreas wollen ihn verraten. Doch während bei Conny der Gerechtigkeitssinn und die Loyalität siegen, nutzt Andreas die Chance des Stasi-Protektorats. Und auch wenn sich die Wege der beiden Freunde trennen, so bleiben sie doch schicksalhaft miteinander verbunden. Bis zum Sturz des Systems. Regisseur Toke Constantin Hebbeln, der 2007 für NIMMERMEHR den Studentenoscar erhielt, ist mit seinem Abschlussfilm an der Filmakademie Ludwigsburg etwas ganz besonderes gelungen: Eine intensiv erzählte und in ihrer Figurengestaltung dicht gestrickte Geschichte anhand dreier Einzelschicksale, die gleichzeitig einen Einblick in die deutsch-deutsche Geschichte liefert und so die Komplexität des repressiven DDR-Systems auf bedrückende Weise spürbar macht. In den Hauptrollen mit Alexander Fehling, Ronald Zehrfeld und August Diehl blendend besetzt, entspinnt sich ein Dreieck aus Freundschaft, Widerstand und Verrat. Ein beeindruckendes filmisches Plädoyer für die Freiheit des Einzelnen und die Kraft des gemeinsamen Widerstands.

Gutachten

Rostock 1982. Hier beginnt die Geschichte zweier Freunde, die den Zuschauer durch die dunkelsten Seiten der DDR-Überwachung des eigenen Volkes führt. Auf äußerst gelungene Weise werden zwei zutiefst unterschiedlich verlaufene Schicksale miteinander verknüpft, wird Alltag unter dem Druck der Stasi nacherlebbar gemacht, werden moralische Fragen von absoluter Größe und tiefster Privatheit abgehandelt. Das ausgefeilte Drehbuch und ein bis in die kleinsten Nebenrollen herausragend geführtes und agierendes Ensemble machen diesen Film zu einem Erlebnis. Der Regisseur will offensichtlich sehr viel und dank hervorragender Produzenten und einem ihn bestens unterstützenden Team gelingt ihm auch alles.

Mit größter Sicherheit öffnet der Regisseur verschiedenste Erzählstränge, gibt jedem einzelnen angemessenen Raum und führt alles immer wieder zusammen und zu einem Ende. Dabei entstehen niemals Klischees, jede Figur entwickelt sich zu einem glaubhaften Charakter, menschliche Konflikte können mitverfolgt und nachvollzogen werden. Die große Kunst des Regisseurs liegt darin, sowohl den moralisch integren als auch den auf seinen persönlichen emotionalen Vorteil bedachten Protagonisten mit gleicher dramaturgischer Sorgfalt zu verhandeln. Hier geht es nicht um die Schaffung von Sym- und Antipathien, hier geht es darum, nachvollziehbar zu machen, wie unterschiedlich Menschen sich in einem totalitären System entwickeln können und dabei ihren individuellen Schuldfragen stellen müssen.

WIR WOLLTEN AUFS MEER ist ein in höchstem Maße gelungener Film über ein Stück deutsch-deutsche Geschichte, der sich ohne Weiteres in eine Reihe mit DAS LEBEN DER ANDEREN oder ähnlich eindringlichen Werken stellen lässt.
Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)


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Originaltitel Wir wollten aufs Meer
OV -
OmU -
Genre Drama
Filmpreis -
USA-Start -
Kinostart (D) 13.09.2012
Besucher (D) 42.489
Einspielergebnis (D) € 284.116
Bes. (EDI) 42.489
Bes. (FFA) 51.522
FSK ab 12 Jahre
WWW -
Cast & Crew in Wir wollten aufs Meer
Regisseur Toke C. Hebbeln Künstlerporträt 355756 Hebbeln, Toke Constantin Regisseur © Frisbeefilms
Darsteller Alexander Fehling Personenporträt 613097 Alexander Fehling Cornelis Schmidt © Joachim Gern
Darsteller August Diehl Künstlerporträt 591028 Diehl, August / Deutschlandpremiere von Andreas Hornung © Kurt Krieger
Darsteller Phuong Thao Vu Phuong Mai
Darsteller Ronald Zehrfeld Künstlerporträt 697379 Ronald Zehrfeld / Berlinale 2012 / 62. Internationale Filmfestspiele Berlin 2012 Matthias Schönherr © Kurt Krieger
Darsteller Annika Blendl Sabine Schönherr
Darsteller Sylvester Groth Filmbild 760802 Tatort: Die schöne Mona ist tot / Sylvester Groth Roman © SWR/Stephanie Schweigert
Darsteller Rolf Hoppe Oberst Seler
Darsteller Hans-Uwe Bauer Ralfi
Drehbuch Toke C. Hebbeln Künstlerporträt 355756 Hebbeln, Toke Constantin Drehbuch © Frisbeefilms
Weitere Darsteller
Drehbuch
Produzent
Produktionsleitung
Ausf. Produzent
Produktionsdesign
Kamera
Schnitt
Musik
Kostüme
Ton
Casting
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