Kevin Bacon
Matt Dillon
Neve Campbell
Regie: John McNaughton
Verleih: Constantin
Suzie ist ein laszives Trailerpark-Girl, Kelly eine snobistische, reiche Göre. Kelly wirft ein Auge auf ihren Lehrer Sam Lombardo, den sie der Vergewaltigung bezichtigt, als er sie fallen läßt. Er verliert Job und Ansehen, doch bei der Gerichtsverhandlung entlastet ihn Suzie, und er erhält eine millionenschwere Entschädigung. Der verbissene Cop Ray Duquette wittert ein Komplott und läßt nicht locker.

Die erotisch aufgeheizte Seifenoper-Sensationslust von "Beverly Hills 90210" paart sich in dem verschachtelten Teen-Thriller "Wild Things" mit der Exzentrik und dem surrealen Humor von "Twin Peaks". Versehen mit diabolisch-cleveren Twists, spielt sich das hitzig-schwüle Geschehen im sonnigen Florida ab, wo sich Alligatoren nicht nur der schuppigen, sondern auch der attraktiven zweibeinigen Art nur so tummeln.
Die Handlung ist von Anfang bis Ende mit falschen Fährten gespickt, die den Zuschauer auf Trab halten. Keiner der vier Hauptdarsteller ist das, was er oder sie zunächst vorzugeben scheint. Regisseur John McNaughton ("Henry: Portrait Of A Serial Killer") zeigt ein geschicktes Händchen, seine Protagonistinnen, "Scream"-Heroine Neve Campbell und "Starship Trooper" Denise Richards gegen den Strich zu besetzen. Beide ansonsten die Verkörperung des netten Mädchens von nebenan, verdrehen hier als wilde Früchtchen außer Rand und Band selbst so gestandenen Mannsbildern wie Kevin Bacon und Matt Dillon den Kopf. Sie besuchen die selbe Highschool, kommen jedoch von jeweils gegensätzlichen Polen der Gesellschaft. Suzie (Campbell) ist eine laszive Trailerpark-Göre, während Kelly Van Ryan (Richards) als snobistisches, ultrasexy Rich Girl auffällt. Kelly hat ein schmachtendes Auge auf ihren attraktiven Lehrer Sam Lombardo (Matt Dillon) geworfen, der hofft, sich in der Society-Hierarchie nach oben heiraten zu können. Nachdem Kelly Lombardo der Vergewaltigung bezichtigt, verliert er Job und Ansehen. Doch bei der Gerichtsverhandlung stellt sich seine Unschuld heraus, und Kellys Mutter ("Die Hure" Theresa Russell perfekt als steinreiches Lotterluder) zahlt ihm schließlich über acht Mio. Dollar Schmerzensgeld für sein verpfuschtes Leben. Eigentlich Ende gut, alles gut, doch der verbissene Cop Ray Duquette (Kevin Bacon) wittert faules Spiel und läßt mit seinen Nachforschungen nicht locker.
Die eigentlichen Motivationen und Psychologie der Beteiligten wird von McNaughton Schicht um Schicht freigelegt, wobei es zu immer neuen Überraschungen wie Mord und Totschlag kommt. Reizvoll sind zudem die Besetzungen einiger kauziger Nebenrollen, wie Bill Murray als abgetakelter Perry-Mason-Verschnitt oder Robert Wagner als protektiver Papa. "Top Gun"-Kameramann Jeffrey Kimball verlieh dem Reißer einen in süßlich modernden Farben schwelgenden dekadenten Hochglanz-Look, der dem Treiben der "Wild Things" seine visuelle Entsprechung verleiht. Ein Tip: Den Abspann sollte man nicht verpassen, da Szenen aus dem Handlungsablauf gezeigt werden, die so manche Plotlücke auffüllen, im chronologischen Ablauf jedoch die Spannung ruiniert hätten. ara.
| Darsteller: | Kevin Bacon | als Ray Duquette | |
|---|---|---|---|
| Matt Dillon | als Sam Lombardo | ||
| Neve Campbell | als Suzie Toller | ||
| Theresa Russell | als Sandra Van Ryan | ||
| Denise Richards | als Kelly Van Ryan | ||
| Daphne Rubin-Vega | als Gloria Perez | ||
| Robert Wagner | als Tom Baxter | ||
| Bill Murray | als Ken Bowden | ||
| Carrie Snodgress | als Ruby | ||
| Jeff Perry | als Bryce Hunter | ||
| Cory Pendergast | als Jimmy Leach | ||
| Marc Macaulay | als Walter | ||
| Toi Svane | als Nicole | ||
| Regie: | John McNaughton | ||
| Drehbuch: | Stephen Peters | ||
| Produzent: | Rodney Liber | ||
| Steven A. Jones | |||
| Ausf. Produzent: | Kevin Bacon | ||
| Kamera: | Jeffrey L. Kimball | ||
| Schnitt: | Elena Maganini | ||
| Musik: | George S. Clinton | ||
| Produktionsdesign: | Edward T. McAvoy | ||
| Bill Hiney | |||
| Kostüme: | Kimberly A. Tillman | ||
| Ton: | Peter J. Devlin | ||
FILM ist großgeschrieben, wenn sich die kleine Stadt Hof im Oktober in ein Cineasten-Mekka verwandelt. Gäste aus dem In- und Ausland, Regisseure, Schauspieler, Produzenten, Filmförderer und Nachwuchstalente, alle treffen sich im Kino - und am Bratwurststand.
Es kommt nur auf die richtige Connection an, auch in "Kebap Connection" (Foto: Universum)
Jedes Jahr im Oktober gerät die kleine oberfränkische Stadt aus den Fugen, wenn Festivalchef Heinz Badewitz dem Gegenwartskino ein Forum schafft. Aus zahlreichen Einreichungen hat er ca. 60 Filme und 35 Kurzfilme ausgewählt - traditionsgemäß ein Heimspiel für den deutschen Film.
Mit dabei diesmal: Die märchenhaft-skurrile Komödie "Aus der Tiefe des Raumes" von Gil Mehmert über einen Hobby-Tipp-Kick-Spieler, eine Geschichte in Anlehnung an die gleichnamige Biografie von Günther Netzer, die aber davon handelt, dass alles auch ganz anders sein könnte.
Dennis Gansel erzählt in "Napola - Elite für den Führer" eine aufwühlende Geschichte über Freundschaft und jugendliche Verführung in der NS-Zeit.
Pepe Danquart reist mit
"C(r)ook" an, einer Gaunerkomödie mit Henry Hübchen, Corinna Harfouch und Moritz Bleibtreu.
"Allein" von Thomas Durchschlag beschäftigt sich mit Einsamkeit und Beziehungsstress. Anno Saul zeigt "Kebab Connection" mit Denis Moschitto als Ibo, der den ersten deutschen Kung-Fu-Film machen will und schon mal übungshalber Werbespots für die Dönerbude seines Onkels dreht. Hendrik Hölzemann lässt in "Kammerflimmern" Matthias Schweighöfer und Jessica Schwarz wieder an das Glück glauben.
Unterwegs in New York: Radha Mitchell im neuen Woody Allen, "Melinda and Melinda" (Foto: Fox)
Auch in diesem Jahr sind wieder starke Dokumentarfilme vertreten, ebenfalls aus den Nachbarländern Schweiz und Österreich, und "vom Rest der Welt" flimmern Produktionen aus Großbritannien, Neuseeland, Australien, Japan, Kanada und den USA über die große Leinwand.
Als Glanzlichter darunter: "Nine Songs", der neue, hocherotische Film von Michael Winterbottom, Woody Allens "Melinda and Melinda" und Zach Braffs "Garden State" mit Natalie Portman. Ein weiteres Highlight ist "Dig!" von Ondi Timoner, ein aus über 1.500 Stunden Filmmaterial zusammengetragenes Portrait der Underground-Bandleader Anton Newcombe und Courtney Taylor.
Die Doku "Mondovino" von Jonathan Nossiter über die Globalisierung des Weingeschäftes wurde bereits in Cannes gefeiert. Eran Riklis "Die syrische Braut" ist ein bewegender Appell für Toleranz, Liebe und Freiheit.
Aus Australien kommt mit "Somersault" eine beindruckende Coming-of-Age-Geschichte, und der Japaner Juni Ichikawa stellt "Tony Takitani" vor, nach einer Vorlage von Erfolgsautors Haruki Murakami. Augen auf und durch!
Seit den Anfängen führt in Hof Festivalleiter Heinz Badewitz Regie. Er sorgt auch dafür, dass einige Preise vergeben werden, darunter zum 19. Mal der "Filmpreis der Stadt Hof" an eine Person, die sich um den deutschen Film verdient gemacht hat und eng mit den Filmtagen verbunden ist. Der "Eastman Förderpreis" der Firma Kodak geht zum 21. Mal an einen deutschen Nachwuchsregisseur.
Larissa Tübys Dokumentation "Im freien Fall - Tom Tykwer und das Kino" gibt einen Einblick in Tom Tykwers filmischen Kosmos und zeigt ihn als Filmemacher, aber auch gleichzeitig als leidenschaftlichen Zuschauer.
Im erotischen Thriller "Wild Things" sind zwei Girlies scharf auf ihren Lehrer (Foto: Constantin)
Die Retrospektive ist dem Amerikaner John McNaughton gewidmet. Der in Chicago geborene Regisseur beschäftigte sich schon früh mit audio-visuellen Medien, war aber auch in vielen andern Jobs tätig, bevor er von MPI Home Video beauftragt wurde, eine Serie über berühmte Gangster zu drehen. Sein umstrittenes Spielfilmdebüt "Henry - Portrait of a Serial Killer" aus den 80er Jahren ist einer der eindringlichsten Filme über Gewalt und Mord. Auch sein dritter Kinofilm "Wild Things" von 1998, über die Schuldfrage einer Vergewaltigung, sorgte für eine heftige Diskussion. John McNaughton wird zehn seiner Filme persönlich vorstellen.
Höhepunkt und krönender Abschluss: Das legendäre Fußballturnier am Samstag Vormittag, bei dem sich Filmkicker mit Hofer Fußballern messen. In den letzten Jahren zeigten bereits Regisseure wie Sönke Wortmann ("Das Wunder von Bern") und Werner Herzog, dass der Ball immer noch rund ist.
Weitere Infos: www.hofer-filmtage.de
Seine Fähigkeit, unsympathischen Charakteren freundliche Züge zu verleihen und faszinierende, von einer fixen Idee besessene Personen zu spielen...
Er heißt wirklich so wie der berühmte US-Marshall und wurde wegen seiner gebrochenen Typen, die er unter der Oberfläche der gemeißelten...
Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.
Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.