TV-Drama mit Christiane Hörbiger als ehemalige Geschäftsfrau, die allmählich dem Alkohol verfällt. http://images.kino.de/flbilder/max11/auto11/auto13/11130425/b150x150.jpg Wie ein Licht in der Nacht

Filmdetails

Wie ein Licht in der Nacht

TV-Drama mit Christiane Hörbiger als ehemalige Geschäftsfrau, die allmählich dem Alkohol verfällt.


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Humor
Romantik
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Kritik

Wie ein Licht in der Nacht

Die intensivste Rolle ihrer Karriere: Christiane Hörbigers Verkörperung einer eleganten Alkoholikerin ist unbedingt preiswürdig.

Auch ein vornehm abgespreizter kleiner Finger schützt nicht vor Abhängigkeit. Trotzdem ist Christiane Hörbiger eine ebenso unerwartete wie großartige Besetzung für die Rolle der erfolgreichen Immobilienmaklerin Carla Binder, die ein probates Mittel gefunden hat, um den Problemen des Alltags ihren Schrecken zu nehmen: ein Gläschen in Ehren, und schon lächelt sie aufgekratzt alles weg.

Thorsten Näters Drehbuch setzt ein, als Carla sich aus ihrem Beruf zurückzieht und angesichts der plötzlichen Leere ihres Daseins auf das bewährte Hilfsmittel zurückgreift. Ihr Mann (Friedrich von Thun) hat sich schon vor Jahren von ihr getrennt, als das Verhängnis, das nun seinen Lauf nimmt, bereits zu erahnen war. Auch Tochter Ellen (Susanna Simon) hat sich mehr und mehr zurückgezogen. Carla, zunächst voller Vorfreude auf den Rest ihres Lebens, ertränkt den horror vacui mit Champagner und Cognac, säuft sich schließlich ins Delirium und muss ins Krankenhaus eingeliefert werden. Ein Arzt, der ihr zum kontrollierten Entzug rät, erntet nichts als Empörung.

Der tristen Handlung zum Trotz ist "Wie ein Licht in der Nacht" kein deprimierendes Drama: dank Hörbiger, dank Näters Drehbuch und dank Florian Baxmeyers Führung seiner Hauptdarstellerin. So lange Carlas Dasein in geregelten Bahnen verläuft, ist sie gutgelaunte Mitläuferin: keinem Umtrunk abgeneigt, immer gut drauf; und eine exzellente Verkäuferin. Doch ohne echtes Privatleben geht ihr mit dem Rückzug aus dem Beruf auch der einzige Halt verloren. Ohne Effekthascherei, aber dramaturgisch eminent wirkungsvoll inszeniert Baxmeyer den Alkohol als Schlinge, die sich immer enger zuzieht. Als einziger Freund entpuppt sich schließlich ein Mann, den Carla in ihrer Arroganz wie einen Leibeigenen behandelt: Hausmeister Keller (Klaus J. Behrendt), trockener Alkoholiker, erkennt die Abwärtsspirale; er wird zu ihrer letzten Hoffnung.

Aus dem guten Ensemble ragt Christiane Hörbiger heraus. Dank ihres herausragenden Talents vollzieht sich der Absturz wie in Zeitlupe. Mit spürbarer Spielfreude, aber stets in perfekter Dosierung kostet sie das ganze Spektrum dieser Rolle aus. Erst beschwingt, dann beschwipst, um schließlich, beim Entzug, großen Mut zur buchstäblich ungeschminkten Verkörperung dieser qualvollen Kur zu zeigen: eine preiswürdige Leistung. Hörbiger selbst bezeichnet diese Rolle als die intensivste ihrer Karriere. Das ist nicht übertrieben. tpg.

Wie ein Licht in der Nacht

Darsteller:  Christiane Hörbiger   als Carla Binder
  Klaus J. Behrendt   als Horst Keller
  Friedrich von Thun   als Magnus Binder
  Susanna Simon   als Ellen Binder
  Jodie Leslie Ahlborn   als Coco
  Mick Heller   als Jonas
  Anja Antonowicz   als Nicola
  Katharina Schütz   als Lisa
  Arnd Klawitter   als Bernd Schöndorf
  Jörn Knebel   als Wolfgang Solberg
  Katja Danowski   als Sonja Limmer
 
Regie:  Florian Baxmeyer  
Drehbuch:  Thorsten Näter  
Produzent:  Markus Trebitsch  
Kamera:  Wedigo von Schultzendorff  
Schnitt:  Ueli Christen  
Musik:  Stefan Hansen  
Produktionsdesign:  Hans Zillmann  
Kostüme:  Vivien Schmitter  
Ton:  Gunther Hahn  

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