Originaltitel: Dracula 2000
USA 2000
Christopher Plummer
Gerard Butler
Jonny Lee Miller
Regie: Patrick Lussier
Verleih: Highlight (Central)
Seit Jahrzehnten hält sich Abraham van Helsing mit Vampirbluttransfusionen am Leben, um über den Leichnam Draculas in der Gruft seines Anwesens zu wachen. Als eine Gruppe von Dieben in die Gruft eindringt und ihren Inhalt nach New Orleans schafft, hat die Stunde des Blutsaugers geschlagen. Van Helsing und sein junger Assistent folgen seinem ewigen Gegenspieler.

Manche Kinolegenden sind einfach nicht totzukriegen. So erfuhr im neuen Millennium nicht nur der japanischen Killerechse in "Godzilla 2000" ihre Wiederauferstehung, auch Blutsauger Dracula weilt anno 2000 nach wie vor unter den Untoten. Zum diesjährigen Schwarm von Vampirfilmen gesellt sich neben "Der kleine Vampir" und "Shadow of the Vampire" nun auch die von Horrormaestro Wes Craven präsentierte "Dracula 2000"-Version. In diesem Fall treibt der blutrünstige Graf sein bissiges Geschäft im New Orleans der Gegenwart, das auch schon Anne Rices Protagonisten Lestat aus "Interview mit dem Vampir" beherbergte.
Die etwas undankbare Aufgabe, den abgetragenen Mythos in ein neues cineastisches Cape zu stecken, fiel an Regieneuling Patrick Lussier. Er übernahm den Schnitt für Cravens "Scream"-Trilogie und inszenierte die Videopremiere "Prophecy III: The Ascent". Der Prolog beginnt recht vielversprechend, stellenweise macht sich jedoch die Unerfahrenheit des Regisseurs bemerkbar. Dies schlägt sich im anämischen Gehalt einer zuträglich düsteren Atmosphäre nieder. Einiger Aufwand hingegen wurde betrieben, um der altbekannten Legende neue Details abzugewinnen, um eingefleischten Genrefans den neuaufgegossenen Blutcocktail möglichst schmackhaft zu machen.
Zunächst gibt es ein Wiedersehen mit dem erprobten Vampirjäger Van Helsing (Christopher Plummer), der als Antiquitätenhändler in London die versargten Überreste seiner Nemesis in einer hermetisch abgeriegelten Gruft aufbewahrt. Eine Bande von Einbrechern (darunter Omar Epps und Jennifer Esposito) vermutet reiche Beute im Sarg und transportiert ihn in Richtung Karibik. Dracula schmaust alsbald an den Hälsen der Diebe und schlägt regeneriert in Gestalt von Newcomer Gerard Butler (dieser verlässt sich ausschließlich auf seine schmachtend-sexy Ausstrahlung) in New Orleans sein Quartier auf. Dort hat er es auf Van Helsings Tochter Mary (Justine Waddall) abgesehen, da sein Blut in ihren Adern fließt. Doch Papa Helsing und sein Assistent (ein farblos-fader Jonny Lee Miller) schreiten zur traditionellen Rettungsaktion.
Hinsichtlich Draculas Abneigung für Sonnenlicht, Silber und Weihwasser gelingt es den Filmemachern mit einer neuen Idee aufzuwarten, die in ihrer Umsetzung Erinnerungen an "Die letzte Versuchung Christi" wach werden lässt. Auch Van Helsing wird mit einem dunklen Geheimnis ausgestattet. Originelle Lichtblicke wie diese werden jedoch von aufdringlichem Product Placement überschattet, etwa die wiederholten Szenen in einem grell ausgeleuchteten Virgin Megastore. Vampirismus wird hier in erster Linie in erotischen Kontext gesetzt, wobei dieser auf eine Sexszene beschränkt wurde. ara.
| Darsteller: | Christopher Plummer | als Van Helsing | |
|---|---|---|---|
| Gerard Butler | als Dracula/Judas | ||
| Jonny Lee Miller | als Simon Sheppard | ||
| Justine Waddell | als Mary Heller | ||
| Jennifer Esposito | als Solina | ||
| Omar Epps | als Marcus | ||
| Colleen Fitzpatrick | als Lucy | ||
| Sean Patrick Thomas | als Trick | ||
| Danny Masterson | als Nightshade | ||
| Lochlyn Munro | als Eddie | ||
| Tig Fong | als Dax | ||
| Jeri Ryan | als Valerie Sharp | ||
| Shane West | als J.T. | ||
| Tony Munch | als Charlie | ||
| Jonathan Whittaker | als Gautreaux | ||
| Robert Verlaque | als Dr. Seward | ||
| Nathan Fillion | als Vater David | ||
| Regie: | Patrick Lussier | ||
| Drehbuch: | Joel Soisson | ||
| Patrick Lussier | |||
| Produzent: | W. K. Border | ||
| Joel Soisson | |||
| Koproduzent: | Dan Arredondo | ||
| Ronald Schmidt | |||
| Ausf. Produzent: | Wes Craven | ||
| Marianne Maddalena | |||
| Bob Weinstein | |||
| Harvey Weinstein | |||
| Andrew Rona | |||
| Kamera: | Peter Pau | ||
| Schnitt: | Patrick Lussier | ||
| Peter Devaney Flanagan | |||
| Musik: | Marco Beltrami | ||
| Produktionsdesign: | Carol Spier | ||
| Elinor Rose Galbraith | |||
| Kostüme: | Denise Cronenberg | ||
| Ton: | Douglas Ganton | ||
Nun geht es Schlag auf Schlag: Nachdem das Langzeitprojekt "Das Phantom der Oper" bereits knapp vor dem Aus stand, ist nun ein Hauptdarsteller an Bord: Dracula Gerard Butler.
Seit Jahren vollführt halb Hollywood einen Eiertanz um die Leinwand-Adaption von Andrew Lloyd Webbers Erfolgsmusical "Das Phantom der Oper". Webber hatte die Rechte bereits vor Jahren verkauft, dann wieder zurückgekauft, um den Film selbst zu produzieren. Beinahe jeder namhafte Regisseur war bereits mit dem Projekt in Verbindung gebracht worden, zuletzt Shekhar Kapur. Doch wirkliche Fortschritte, geschweige denn ein Drehbuch oder zumindest eine konkrete Planung kam dabei nicht heraus.
Vor etwa mehr als einem Monat jedoch kündigte Joel Schumacher, dessen "Nicht auflegen!" im Juli in Deutschland startet, völlig überraschend an, dass er den Film inszenieren wird. Und seitdem werden Nägel mit Köpfen gemacht! Webber und Schumacher haben das Drehbuch beinahe fertig und nun zauberten sie auch bereits ihren Hauptdarsteller aus dem Hut: Der Schotte Gerard Butler wird die Rolle des Phantoms übernehmen.
Eine exzellente Wahl: Butler kennt sich spätestens seit seinem Blutsauger-Part in "Wes Craven präsentiert Dracula" mit klassischen Gruselfiguren aus und ist ohnehin einer der aktuellen Blitzaufsteiger in Hollywood. Vor kurzem stand er noch mit Angelina Jolie vor "Lara Croft Tomb Raider - Die Wiege des Lebens" vor der Kamera und seit Monaten wird er als einer der heißesten Nachfolgekandidaten gehandelt, sollte Pierce Brosnan dereinst die "Doppelnull" an den Nagel hängen.
Ob allerdings die Rolle als in den Katakomben der Pariser Oper herumtobendes Phantom Witwe Broccoli, die Gralshüterin des Bonderbes, von der 007-Eignung Butlers überzeugen kann, ist fraglich...
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