Originaltitel: Et maintenant, on va où?
Frankreich/Libanon 2011
Claude Msawbaa
Leyla Fouad
Nadine Labaki
Regie: Nadine Labaki
Verleih: Tobis
Obgleich die Menschen harmonisch zusammenleben, kann der Konflikt zwischen Christen und Moslems in einem unbenannten Land wegen einer Nichtigkeit jeden Moment wieder aufbrechen. Als in der Region die Spannungen zwischen den Religionsgruppen wachsen, sind die Männer des Dorfs zu neuen gewalttätigen Auseinandersetzungen bereit, versuchen die Frauen mit unorthodoxen Methoden, ein neues Blutvergießen zu verhindern, und streuen statt Zimt und Koriander auch schon mal Haschisch und Schlafmittel ins Essen.

Tragikomödie zwischen Pathos und Poesie über männlich geführte irrsinnige Religionskriege und weibliche Lösung des Konflikts.
Ein Hauch von arabischem Frühling als Feelgood-Movie ganz ohne Straßenschlachten und abgesetzte Diktatoren, nicht in den Metropolen Nordafrikas, sondern in einem staubigen Bergdorf im Nirgendwo. Dieses augenzwinkernde Kunststück gelingt Nadine Labaki in ihrem zweiten Spielfilm nach "Caramel". Die erste fesselnde Einstellung fokussiert sich auf schwarz gekleideter Frauen mit Fotos ihrer Männer, Söhne oder Brüder in einer unwirtlichen Gegend, tanzend nähern sie sich einem Friedhof, wo sich ihre Wege trennen, die einen gehen zum christlichen, die anderen zum moslemischen Teil. Trotz unterschiedlichen Glaubens eint sie der Wille, dem sinnlosen Sterben Einhalt zu gebieten.
Zwar ahnt man, dass es sich bei der unbenannten Region am Ende eines Krieges um den Libanon handelt, aber Labaki nennt ihr Heimatland nicht, weil der Krieg zwischen den Religionen etwas Universelles ist. Obgleich die Menschen harmonisch zusammen leben, sich im gleichen Geschäft und Café treffen, kann der Konflikt wegen einer Nichtigkeit jeden Moment wieder aufbrechen. Als im Land die Spannungen zwischen den Religionsgruppen wachsen und die Männer des Dorfes zu neuen gewalttätigen Auseinandersetzungen bereit sind, versuchen die Frauen mit unorthodoxen Methoden, ein neues Blutvergießen zu verhindern. So zerstören sie die Lautsprecher des Dorffernsehers, damit die Kerle keine aufputschenden Nachrichten hören, werfen ihr Geld zusammen, damit ukrainische Stripperinnen "ganz zufällig" nach einer Buspanne einige Tage die Herren der Schöpfung ablenken, streuen statt Zimt und Koriander auch schon mal Haschisch und Schlafmittel ins Essen oder lösen das geheime Waffenlager auf.
Nadine Labaki, die selbst eine der Hauptrollen übernimmt, setzt auf die Logik und die Kraft der Frauen, sie setzt alles ein, was das Filmrepertoire hergibt, vom mit Songs verzierten Musical über Drama und Tragödie bis hin zur Komödie. Zur Authentizität tragen nicht nur die oft überzeugenden Laiendarsteller, sondern auch die Originalschauplätze bei, an denen Moschee und Kirche wie in der Geschichte nebeneinander stehen. Auch wenn das Ganze etwas harmlos und für Europäer nicht gerade tiefschürfend daherkommt: Frieden ist möglich. Vielleicht nur ein Wunschtraum, eine Utopie, ein Absurdum. mk.
| Darsteller: | Claude Msawbaa | als Takla | |
|---|---|---|---|
| Leyla Fouad | als Afaf | ||
| Nadine Labaki | als Amale | ||
| Yvonne Maalouf | als Yvonne | ||
| Antoinette El-Noufaily | als Saydeh | ||
| Julian Farhat | als Rabih | ||
| Haidar Ali | als Roukoz | ||
| Petra Saghbini | als Rita | ||
| Mostafa Al Sakka | als Hammoudi | ||
| Sasseen Kawzally | als Issam | ||
| Caroline Labaki | als Aida | ||
| Kevin Abboud | als Nassim | ||
| Regie: | Nadine Labaki | ||
| Drehbuch: | Nadine Labaki | ||
| Jihad Hojeily | |||
| Rodney Al Haddad | |||
| Thomas Bidegain | |||
| Produzent: | Anne-Dominique Toussaint | ||
| Nadine Labaki | |||
| Ausf. Produzent: | Abla Khoury | ||
| Kamera: | Christophe Offenstein | ||
| Schnitt: | Véronique Lange | ||
| Musik: | Khaled Mouzannar | ||
| Produktionsdesign: | Cynthia Zahar | ||
| Kostüme: | Caroline Labaki | ||
| Ton: | Michel Casang | ||
| Dominique Gaborieau | |||
| Gwennolé Leborgne | |||
| Casting: | Abla Khoury | ||
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