In Oberbayern angesiedelte Brautschau eines Elfjährigen für seinen Vater. Zwischen Coming-of-Age und Komödienstadl. http://images.kino.de/flbilder/max06/mbiz06/mbiz29/z0629416/b150x150.jpg Wer früher stirbt ist länger tot

Filmdetails

Wer früher stirbt ist länger tot

In Oberbayern angesiedelte Brautschau eines Elfjährigen für seinen Vater. Zwischen Coming-of-Age und Komödienstadl.


Wer früher stirbt ist länger tot
Start: 17.08.2006

Komödie

Deutschland 2006
Laufzeit: 105 Min.
FSK: ab 6 Jahre

Markus Krojer
Fritz Karl
Jule Ronstedt

Regie: Marcus H. Rosenmüller
Verleih: Movienet

So werten die bisherigen Besucher:

Gesamt
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Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
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Besucher-
ansturm

Temperatur

lau

Inhalt

Der elfjährige Sebastian (Markus Krojer) aus dem idyllischen Voralpenland glaubt, er sei Schuld am Tod seiner Mutter. Weil die ja bei seiner Geburt starb. Um trotzdem noch in den Himmel kommen zu können, muss er also eine mächtig gute Tat begehen. Und die könnte zum Beispiel darin bestehen, dem alleinerziehenden Vater Lorenz (Fritz Karl) eine neue Frau zu beschaffen. Beim dörflichen Stammtisch holt sich Sebastian das dafür nötige Know-how.

Ludwig Thoma lässt aus der Ferne schön grüßen, wenn ein furchtloser Dreikäsehoch das Kuppeleidiplom mit Bravour besteht in einem prallen Familienschwank mit Heimatfilm-touch.


Kritik

In Oberbayern angesiedelte Brautschau eines Elfjährigen für seinen Vater. Zwischen Coming-of-Age und Komödienstadl.

Großansicht Sebastian will seinen Vater verkuppeln (Foto: Movienet)

Sebastian will seinen Vater verkuppeln (Foto: Movienet)

Als der junge Sebastian (Markus Krojer) erfährt, dass die Mutter bei seiner Geburt gestorben ist, löst das Schuldgefühle und Albträume aus. Vor allem aber macht sich der Wunsch breit, sich vor dem Fegefeuer zu retten - am besten durch ewiges Leben.

Die tote Mama wird am Grab um ein Zeichen gebeten, woraufhin auch prompt ein Vogel am Himmel auftaucht, der auf Sebastians Haupt kackt. Die Stammtischbrüder geben dem Jungen noch den äußerst wertvollen Tipp, seinem völlig überarbeiteten Papa doch eine neue Frau zu suchen. Daran hält er sich und macht sich auf Brautschau.

Großansicht Eine Braut muss her - aber vielleicht doch eine andere (Foto: Movienet)

Eine Braut muss her - aber vielleicht doch eine andere (Foto: Movienet)

Deftig bayerisch

Derber Humor, hemdsärmelige Handgreiflichkeiten und hundsgemeiner Hintersinn bestimmen das erfrischende Langspielfilmdebüt vor bayerischer Bilderbuchkulisse, in dem Marcus H. Rosenmüller spielerisch die Genres vermengt.

Coming of Age trifft Komödienstadl in einer zwischen Himmel und Hölle angesiedelten Brautschau. Newcomer Markus Krojer beeindruckt durch seine Natürlichkeit in der Hauptrolle des verqueren "Heimatfilms".

Wer früher stirbt ist länger tot

Darsteller:  Markus Krojer   als Sebastian
  Fritz Karl   als Lorenz
  Jule Ronstedt   als Veronika Dorstreiter
  Jürgen Tonkel   als Alfred Dorstreiter
  Saskia Vester   als Frau Kramer
  Franz Xaver Brückner   als Franz
  Johann Schuler   als Sepp Graudinger
  Sepp Schauer   als Proske
  Heinz-Josef Braun   als Gumberger
  Tim Seyfi   als Irmengard
 
Regie:  Marcus H. Rosenmüller  
Drehbuch:  Marcus H. Rosenmüller  
  Christian Lerch  
Produzent:  Dr. Andreas Richter  
  Annie Brunner  
  Ursula Woerner  
Kamera:  Stefan Biebl  
Schnitt:  Anja Pohl  
  Susanne Hartmann  
Musik:  Gerd Baumann  
Produktionsdesign:  Michael Köning  
Kostüme:  Steffi Bruhn  
Maske:  Georg Korpas  
Ton:  Frank Hoyer  
Casting:  Nessie Nesslauer  

"Ich brauche Action, Lachen und gute Gedanken"

Marcus H. Rosenmüllers "Sommer in Orange" startet am 18. August in den Kinos, im Winter soll "Der Sommer der Gaukler" anlaufen...

Großansicht In Marcus H. Rosenmüllers "Sommer in Orange" stellt eine Baghwan-Kommune ein bayerisches Dorf auf den Kopf (Foto: Majestic (Fox))

In Marcus H. Rosenmüllers "Sommer in Orange" stellt eine Baghwan-Kommune ein bayerisches Dorf auf den Kopf (Foto: Majestic (Fox))

Verliefen die Dreharbeiten so turbulent wie das beschriebene Kommunenleben?
MARCUS H. ROSENMÜLLER: Die ersten Wochen war das Wetter fürchterlich, und wir mussten alles umstellen. Aber pünktlich zum Termin, an dem wir das Dorffest mit 400 Komparsen drehen wollten und es wirklich darauf ankam, hatten wir Glück.

Wie war es, so viele Schauspieler auf einmal zu inszenieren, Kommunengefühl zu verbreiten?
Wir probten natürlich und haben in der Vorbereitung zu "Sommer in Orange" auch dynamische Meditation gemacht. Bereits im Vorfeld hatte Nessie Nesslauer beim Casting ein gutes Händchen und Schauspieler ausgewählt, die in einer Kommune hätten leben können.

Was ist Ihr persönlicher Bezug zum Thema?
Ich habe selbst etliche Jahre in WGs gelebt. Mit Bhagwan hatte ich mich lustigerweise tatsächlich bereits beruflich beschäftigt: Ich habe meinen Abschlussfilm "Hotel Deepa" in Indien gedreht, zuvor zwei Monate in Poona recherchiert und auch den Ashram besucht, habe das Thema aber nicht vertieft. Einige Jahre später kam dann Ursula Gruber mit dem Buch zu "Sommer in Orange" auf mich zu. Mir geht es hier weniger um die Sekte als um das universelle Gefühl, ausbrechen zu wollen, sich zu fragen, was ist meine Heimat, wo gehöre ich hin? Das fragt sich auch unsere Hauptfigur Lilli. Gehöre ich zur Mutter und ihrer Kommune oder zur bayerischen Dorfgemeinschaft?

Wie in "Wer früher stirbt, ist länger tot" und "Die Perlmutterfarbe" schildern Sie die Welt aus der Sicht von Kindern. Warum diese Häufung?
Mich fasziniert die naive Weltsicht von Kindern, die großen Fragen, die sie stellen. Im Gegensatz zu Erwachsenen sind Kinder nicht so festgefahren, sondern neugierig und offen. Bei "Wer früher stirbt ist länger tot" war diese Perspektive sehr bewusst gewählt. Ich habe mich an "Michel aus Lönneberga" und "Sie küssten und sie schlugen ihn" orientiert. Bei den anderen Filmen hat es sich eher unbewusst ergeben. Vielleicht kann ich mich auch einfach nur gut in Kinder hineinversetzen.

Bilder zu "Sommer in Orange"

Fotos ansehen

Bei "Der Sommer der Gaukler" geht es nicht um Kinder.
"Der Sommer der Gaukler" handelt von Emanuel Schikaneder, einem bekannten Theatermacher und wilden Hund, der auf einen Rebellen trifft und ihn zu einem Helden stilisiert, der er gar nicht ist - ein um 1780 spielender Kostümfilm, bei dem Maske, Kostüm und Ausstattung sehr aufwendig waren. Musik und Mischung werden wahrscheinlich bis Mitte August fertiggestellt sein, im Dezember soll der Film in den Kinos laufen.

Bereits vorher steht der Dreh zum neuen Film der "Räuber Kneißl"-Produzenten an.
Im September. Das Projekt hat den Arbeitstitel "Wer's glaubt, wird selig" und handelt von einer Heiligsprechung in einem bayerischen Skiort. Christian Ulmen, Marie Leuenberger und Lisa Maria Potthoff aus "Sommer der Gaukler" spielen mit.

Wie würden Sie die Art des Humors beschreiben?
Britisch, schwarzhumorig. Die Vorlage ist tatsächlich ein amerikanisches Drehbuch von Jeremy Leven, der die Geschichte eigentlich in Vermont angesiedelt hatte. Das hat sich erstaunlich gut auf Bayern übertragen lassen. In dem Buch steckt zum einen die schwarzhumorige, ich sage mal, Action, auf der anderen Seite beschäftigt es sich auch mit dem Glauben, mit der Frage, warum der Mensch überhaupt das Bedürfnis nach Heiligen hat. Außer der Action, dem Witz, der Unterhaltung muss jeder meiner Filme immer auch ein tiefer gehendes Kernthema haben. Ich mag es, Leute zum Lachen zu bringen, aber am besten ist es, wenn sie lachen und sich gleichzeitig Gedanken machen.

Star

Fritz Karl

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