Porträt einer Kleinstadt mit unspektakulären Einwohnern, in der eine Straftat begangen wird, die ganz Deutschland erschüttert. http://images.kino.de/flbilder/max09/mbiz09/mbiz41/z0941518/b150x150.jpg Weltstadt

Filmdetails

Weltstadt

Porträt einer Kleinstadt mit unspektakulären Einwohnern, in der eine Straftat begangen wird, die ganz Deutschland erschüttert.


Weltstadt
Start: 05.11.2009

Drama

Deutschland 2008
Laufzeit: 109 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Florian Bartholomäi
Gerdy Zint
Karoline Schuch

Regie: Christian Klandt
Verleih: X Verleih

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Action
Humor
Romantik
Spannung
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lau

Inhalt

Ein kleiner pittoresker Ort in Brandenburg, an dem nicht viel los zu sein scheint. Hier passiert eines Nachts diese unfassbare Geschichte, die in ganz Deutschland für Aufsehen sorgt: Zwei Jugendliche überfallen einen Obdachlosen und stecken ihn in Brand, einfach nur um ihrer aufgestauten Wut freien Lauf zu lassen. Was ging in den jungen Männern vor, woher kommt ihre Skrupellosigkeit? Der Film beleuchtet die Lebensläufe und das nahe Umfeld der beiden und dokumentiert zwei gescheiterte Existenzen ohne Perspektive, wie es sie in Deutschland zuhauf gibt.


Kritik

Weltstadt

24 Stunden in einer ostdeutschen Kleinstadt, die mit einem Gewaltausbruch zweier Jugendlicher enden.

Als in der Nacht zum 16. Juni 2004 zwei Jugendliche im brandenburgischen Beeskow einen schlafenden Obdachlosen schlagen, auf ihn urinieren und in Brand stecken, sorgte das bundesweit für Aufsehen, die Bewohner selbst wollten nicht über das Ereignis sprechen, und wenn, fielen Sätze wie "Es war ja nur ein Obdachloser". Christian Klandt, der das Opfer und einen der Täter kannte, war damals Filmstudent an der HFF Potsdam, stammt wie sein Kameramann aus dem Ort des Schreckens. In seinem Spielfilmdebüt und Abschlussfilm fiktionalisiert er den Stoff, auch wenn sich das inhaltliche Gerüst auf eine wahre Begebenheit stützt.

Die Geschichte kreist um fünf Personen - die beiden Täter, den älteren Karsten, der sich und die Welt hasst, säuft und sich Pornos reinzieht, der jüngere Til, der aus der Lehre fliegt und von einem Leben in Berlin träumt, seine Freundin, die ihren Job im Sonnenstudio satt hat und mit will in das neue Leben, ein Imbissbudenbesitzer, der seinen Kiosk schließen muss und Tils Vater, angesehener Polizist in der 9000-Seelengemeinde. Wie in "Elephant" nimmt der der Anfang das Ende vorweg, die beiden Jungs telefonieren am Morgen nach der Tat miteinander, ihre Verhaftung steht kurz bevor, der Film beginnt und endet mit einer Kamerafahrt durch die Stadt. Dazwischen die Betrachtung eines Tages, der für alle Beteiligten einen Einschnitt bedeutet, die sich aufschaukelnde Aggression, die Explosion der Gewalt. Die Parallelmontage weist auf die Parallelität des Alltags zwischen Jugendlichen und Erwachsenen hin, die Party der Jungen im Park, dem gegenüber steht eine Altherrenrunde beim Abschiedsfest, die einen ohne Zukunftsperspektive, die anderen in der Hinwendung zur Vergangenheit, kein Verständnis zwischen den Generationen, wenn sie sich begegnen dann nur mit Vorwürfen und offener Feindschaft.

Klandt siedelt die Handlung im Nirgendwo an, reduziert sich nicht auf Täter, sondern auch auf ihr Umfeld, im Kontrast zur sozialen und psychischen Verelendung im Plattenbau stehen immer wieder wunderschöne Landschaftsbilder. Grundlage beim Drehen war ein detailliertes Treatment, die Schauspieler erarbeiteten gemeinsam mit dem Regisseur den Text, oft sind es aber auch die hilflosen Gesten, die mehr über den Seelenzustand der Protagonisten aussagen als Worte. "Weltstadt" ist ein unbequemes und verstörendes Schlaglicht auf eine verdrängte Wirklichkeit. Die im Dunkeln sieht man hier. mk.

Weltstadt

Darsteller:  Florian Bartholomäi   als Till
  Gerdy Zint   als Karsten
  Karoline Schuch   als Steffi
  Hendrik Arnst   als Heinrich/Imbissbudenbesitzer
  Justus Carrière   als Günter/Polizist
  Jürgen Verch   als Jargo, der Obdachlose
  Henrike von Kuick   als Steffis Freundin
  Veit Lowack   als Tills Chef
  Franziska Krumwiede   als Karstens Mutter
  Ellen Felicitas Reichardt   als Kundin im Solarium
  Wilk Müller   als Chef des Kosmetikstudios
  Heinz Kreizen   als Mann im Obdachlosenheim
 
Regie:  Christian Klandt  
Drehbuch:  Christian Klandt  
Kamera:  René Gorski  
Schnitt:  Jörg Schreyer  
Musik:  Paul Rischer  
Produktionsdesign:  Tanja Baumgartner  
Kostüme:  Nicole Hutmacher  
Maske:  Nadine Albitz  
  Lisa Bigalke  
Ton:  Marko Wichler  
Casting:  Ulrike Müller  

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