Bewegender Film über einen Journalisten, der die Belagerung Sarajevos beobachtet, bis ihn ein Kind zum Eingreifen zwingt. http://images.kino.de/flbilder/max02/mbiz02/mbiz26/z0226584/b150x150.jpg Welcome to Sarajevo

Filmdetails

Welcome to Sarajevo

Bewegender Film über einen Journalisten, der die Belagerung Sarajevos beobachtet, bis ihn ein Kind zum Eingreifen zwingt.


Welcome to Sarajevo
Start: 11.06.1998

Drama

Großbritannien/USA 1997
Laufzeit: 101 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Stephen Dillane
Woody Harrelson
Marisa Tomei

Regie: Michael Winterbottom
Verleih: Buena Vista

So werten die bisherigen Besucher:

Gesamt
(0 Bewertungen)

Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
Besucheransturm: lau
Besucher-
ansturm

Temperatur

lau

Inhalt

Zum sachlichen Berichten ist der britische Journalist Henderson 1992 nach Sarajevo gekommen. In die belagerte bosnische Metropole, in der die Zivilbevîlkerung von Anschlägen serbischer Heckenschützen terrorisiert wird. Als Henderson der zehnjährigen Emira verspricht, sie aus diesem Wahnsinn zu holen, wird aus dem Beobachter ein Handelnder.


Kritik

Welcome to Sarajevo

Aktualität ist in der Welt der Nachrichten eine Existenzfrage. Deshalb verwundert es, daß dieser brisante Film erst ein Jahr nach seiner Premiere in Cannes in die deutschen Kinos kommt. Zumal "Welcome to Sarajevo" Größe und Reife zeigt - in einer bewegenden, aber nie sentimentalen Studie über das Sterben in einer belagerten Stadt, die Willkür des Todes und die Ohnmacht der Menschen. Kein predigendes Betroffenheitskino, sondern ein packender, auch in größeren Häusern einsetzbarer Bewußtseinsrüttler, der sein breites Format mit Tod, aber auch Leben füllt.

'Wir dürfen nicht davon träumen, diesen Krieg je beenden zu können', lautet das pessimistische Fazit dieses Films. Realistisch, weil ihn schon kaum jemand wirklich verstehen oder erklären kann. Nur verständlich, daß sich Drehbuchautor Frank Cottrell Boyce und Regisseur Winterbottom darum erst gar nicht bemühen. Klar sind die Fronten verteilt. Hier die Kriegsberichterstatter, die mit schwarzem Humor das Grauen auf Distanz halten. Dort die bosnische Zivilbevölkerung, die im Irrsinn des Mordens die Normalität eines Alltags zu bewahren versuchen. Schließlich schemenhaft die Heckenschützen, die Launen folgend, unschuldige Menschen aus dem Leben reißen. Die Perspektive des Films ist zunächst eine beobachtende, die der britische Journalist Henderson (Stephen Dillane, demnächst auch in "Firelight") einnimmt, bis sein US- Kollege (Woody Harrelson flüchtet sich sympathisch in Witze) Hilfe leistet. Geschickt läßt der Film offen, ob dafür Courage oder Eigennutz Motor waren. Später aber, als Henderson handeln muß, ist Humanität das einzige Motiv, wird Winterbottoms Intention klar, die Initiative mutiger Gruppen und Individuen zu feiern. Und die Passivität der Politik mit Originalstatements zu entlarven oder mit Musik (Bobby Mc Ferrins "Don't worry, be happy") ironisch zu kommentieren. Ohne Pathos und das Sendungsbewußtsein eines Oliver Stone zeigt Winterbottom ("Herzen in Aufruhr") fast dokumentarisch das Leiden der Zivilbevölkerung, den Terror serbischer Partisanen, die Beiläufigkeit und Willkür des Mordens, die Gene Hackmans Tod in "Under Fire" in Erinnerung rufen. Vor allem aber die Ohnmacht der Kinder, die durch den Krieg binnen Tagen erwachsen wurden. Emira Nusejevic war fünf, als der Krieg begann und zehn, als Winterbottom ihr die Rolle des Mädchens gab, das Henderson zum Handeln zwang, von ihm herausgeschmuggelt und adoptiert wurde. Im Gesicht der Laiendarstellerin spiegelt sich der Schrecken der Vergangenheit wie auch die Freude über eine glücklichere Zukunft. Diese und alle anderen Figuren, ihre Gefühle und die an Originalschauplätzen eingefangene Atmosphäre wirken so authentisch wie es die Vorlage, William Nicholsons Buch "Natasha's Story", zwingend erforderte. Und Winterbottom, der mit "I Want You" im Herbst schon den nächsten interessanten Film in den Kinos hat, bestätigt sich erneut als die cineastische Stimme Großbritanniens, der man derzeit zuhören muß. kob.

Welcome to Sarajevo

Darsteller:  Stephen Dillane   als Henderson
  Woody Harrelson   als Flynn
  Marisa Tomei   als Nina
  Emira Nusevic   als Emira
  Kerry Fox   als Jane Carson
  Goran Visnjic   als Risto
  James Nesbitt  
  Emily Lloyd  
  Igor Dzambazov  
  Gordana Gadzic  
  Juliet Aubrey  
  Drazen Sivak  
  Vesna Orel  
  Davor Janjic  
 
Regie:  Michael Winterbottom  
Drehbuch:  Frank Cottrell Boyce  
Produzent:  Graham Broadbent  
  Damian Jones  
Kamera:  Daf Hobson  
Schnitt:  Trevor Waite  
Musik:  Adrian Johnston  
Produktionsdesign:  Mark Geraghty  
  David Minty  

Star

Stephen Dillane

Britischer Schauspieler. Gefeierter Theaterschauspieler, übernahm Stephen Dillane im Film zehn Jahre lang prägnante Zuspielrollen, bevor...

Star

Woody Harrelson

"Natural Born Actor": Als Schauspieler, der Action genau wie Komödien und Dramen gleichermaßen im Griff hat, ist Woody Harrelson aktiv in...

Top-Filme der Woche

 

kino.de kompakt

In der aktuellen Ausgabe: Katherine Heigl im Trailer zur Actionkomödie "Einmal ist keinmal".

Zum Magazin

Das interaktive Kinomagazin jede Woche kostenlos per Mail - jetzt registrieren!

GO

Ähnliche Filme auf DVD & Blu-ray

 

Service

kino.de mobil

kino.de mobil

Das aktuelle Programm Ihres Lieblingskinos haben Sie überall dabei - kostenlos auf Ihrem Handy.