Mit seinen provokanten Thesen über den Zusammenhang zwischen Geschlecht und Charakter erregt der jüdische Philosoph Otto Weininger Ende des 19. Jahrhunderts großes Aufsehen in den intellektuellen Zirkeln Europas. Berühmt, aber gequält von erotischen Obsessionen und einem stark ausgeprägten Selbsthaß, beginnen Weiningers Aussagen immer neurotischer zu werden. Am 3. Oktober 1903 erschießt sich der 23jährige in dem Sterbezimmer seines großen Vorbilds Ludwig van Beethoven.
Nach dem berühmt-berüchtigten Bühnenstück des Israelis Joshua Sobol inszenierte der Österreicher Paulus Manker ("Der Kopf des Mohren") ein kammerspielartiges Psychogramm des Sigmund-Freud-Gegners Otto Weininger. In bedrängenden Rückblenden entfaltet der renommierte Theaterdarsteller, der hier in ergreifender Manier selbst die Titelrolle spielt, ein erschütterndes, dialoglastiges Jahrhundertwende-Szenario, das von Antisemitismus und Frauenhaß geprägt ist. Ein anspruchsvoller, aufschlußreicher Spielfilm, der sich vor allem an ein kulturhistorisch interessiertes Publikum richtet.
| Darsteller: | Paulus Manker | als Otto Weininger | |
|---|---|---|---|
| Josefin Platt | als Ottos Double | ||
| Sieghardt Rupp | als Leopold | ||
| Hilde Sochor | als Adelaide | ||
| Hermann Schmid | als August Strindberg | ||
| Andrea Eckert | als Clara | ||
| Peter Faerber | als Berger | ||
| Otmar Klein | |||
| Regie: | Paulus Manker | ||
| Drehbuch: | Paulus Manker | ||
| Produzent: | Prof. Dr. Veit Heiduschka | ||
| Buchvorlage: | Joshua Sobol | ||
| Kamera: | Walter Kindler | ||
| Schnitt: | Ingrid Koller | ||
| Marie Homolkova | |||
| Musik: | Hans Georg Koch | ||
Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.
Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.