Originaltitel: The Wedding Planner
USA 2000
Jennifer Lopez
Matthew McConaughey
Bridgette Wilson
Regie: Adam Shankman
Verleih: Helkon (Buena Vista)
Hochzeitsplanerin Mary Fiore gilt als beste ihres Fachs, leidet aber auch nach Jahren immer noch unter der Trennung von ihrem ehemaligen Verlobten. Mit einem buchstäblichen Knall lernt sie den Kinderarzt Steve Edison kennen, der ihr auf der Straße des Leben rettet. Mary ist sofort hin und weg, muss jedoch feststellen, dass ausgerechnet Steve der Zukünftige ihrer neuesten Kundin ist.

Hochzeiten haben in Hollywood in den letzten Jahren Hochkonjunktur. Auf Adam Sandler in "Eine Hochzeit zum Verlieben", Julia Roberts in "Die Hochzeit meines besten Freundes" und Chris O'Donnell in "Der Junggeselle" folgt nun Jennifer Lopez ("The Cell") als "Wedding Planner". Natürlich handelt es sich ebenfalls um eine romantische Komödie, in der sich die Titelheldin in den Bräutigam einer ihrer Klientinnen verliebt. Zwischen Kostar Matthew McConaughey ("U-571") und Miss J-Lo sprühen Funken, was über so mache Unebenheiten in der Plotkonstruktion hinwegsehen lässt. Als Gegenprogramm für Frauen am Football-Superbowl-Wochenende angelaufen und klug parallel mit der neuen CD der einstigen Freundin von Puff Daddy vermarktet, konnte mit soliden 14 Mio. Dollar Einspiel Platz eins der US-Charts erzielt werden.
Latina Lopez spielt die italienischstämmige Hochzeitsplanerin Mary Fiore, die als eine der besten ihres Fachs gilt. Sie ist ein selbsterklärter "Kontrollfreak", deren eigenes Liebesleben seit Jahren auf Eis liegt, da sie die Trennung von ihrem Verlobten immer noch nicht überwunden hat. Doch die zufällige Bekanntschaft mit dem charmanten Kinderarzt Steve Edison haut sie buchstäblich um. Nachdem er ihr auf einer von San Franciscos steilen Straßen das Leben gerettet hat, begeben sie sich in den Golden Gate Park, wo sie einen superromantischen Tanz unter dem Sternenhimmel hinlegen. Drei Tage lang schwebt Mary auf Wolke sieben, bis die neue Klientin, Millionärin Fran (Bridgette Wilson-Sampras) ihr ihren Verlobten vorstellt: Steve Edison. Mary beschließt nach kurzer Überlegung, ihre Gefühle nicht mit ihrem Job in Konflikt geraten zu lassen und organsiert die exklusiven Feierlichkeiten für die beiden. Gelegenheit diverse idyllischen Locations in San Francisco (übernimmt hier eine der prominentesten Nebenrollen) und zu einem Weingut in Napa Valley zu besuchen. Günstig für die Handlung, begibt sich Fran für eine Woche auf Geschäftsreise und so haben Steve und Mary mehr Zeit, sich ineinander zu verlieben. Kurz vor der Hochzeit kommt es zur endgültigen Entscheidung.
Zwar ist die Komödie des Regienovizen Adam Shankman (seine Erfahrung als Choreograph kommt bei den Tanzszenen bestens zum Einsatz) wie eine Screwballkomödie der alten Schule angelegt, doch manche der Plotmechanismen, die in den vierziger Jahren funktionierten, wirken hier restlos rostig. So ist ein Subplot über einen naiven Landsmann, den Marys Vater für sie als Ehemann auserkoren hat, unglaubwürdig und überflüssig. Das elegante Produktionsdesign und die schicken Kostüme hingegen sind erste Güteklasse. Lopez macht eine gute Figur in der romantischen Komödie, und auch McConaughey lässt seinen jungenhaften Charme aufblitzen. Manche ihrer gewitzten Dialogschlagabtausche lassen gar Erinnerungen an Katharine Hepburn und Spencer Tracy wach werden, auch wenn der Film diesen vielversprechenden Ton nicht über die volle Laufzeit aufrecht erhalten kann. Doch die Kombination aus Romantik und High-Society-Setting sollte vor allem ein weibliches Publikum zum Jawort an der Kinokasse bewegen. ara.
| Darsteller: | Jennifer Lopez | als Mary Fiore | |
|---|---|---|---|
| Matthew McConaughey | als Steve Edison | ||
| Bridgette Wilson | als Fran Donolly | ||
| Justin Chambers | als Massimo | ||
| Judy Greer | als Penny | ||
| Alex Rocco | als Salvatore | ||
| Joanna Gleason | als Mrs. Donolly | ||
| Charles Kimbrough | als Mr. Donolly | ||
| Kevin Pollak | als Dr. John Dojny | ||
| Fred Willard | als Basil St. Mosely | ||
| Lou Myers | als Burt Weinberg | ||
| Frances Bay | als Dottie | ||
| Kathy Najimy | als Geri | ||
| Regie: | Adam Shankman | ||
| Drehbuch: | Pamela Falk | ||
| Michael Ellis | |||
| Produzent: | Peter Abrams | ||
| Robert L. Levy | |||
| Jennifer Gibgot | |||
| Gigi Pritzker | |||
| Deborah Del Prete | |||
| Koproduzent: | Carrie Morrow | ||
| Mark Morgan | |||
| Ausf. Produzent: | Moritz Borman | ||
| Guy East | |||
| Nigel Sinclair | |||
| Chris Sievernich | |||
| Kamera: | Julio Macat | ||
| Schnitt: | Lisa Zeno Churgin | ||
| Musik: | Mervyn Warren | ||
| Produktionsdesign: | Bob Ziembicki | ||
| Gregory Wm. Bolton | |||
| Kostüme: | Pamela Withers | ||
| Ton: | Geoffrey Patterson | ||
Hollywood ist im Heiratsfieber: Derzeit beherrschen allerlei schräge Hochzeitsfilme das Kinogeschehen und präsentieren so manchen Albtraum Heiratswilliger.
Hochzeiten eignen sich für die schlimmsten (Kino-)Fantasien: An wohl kaum ein anderes Ereignis im Leben eines Menschen sind so hohe Erwartungen geknüpft - wer heiratet, hofft auf den schönsten Tag seines Lebens, auf Perfektion - und natürlich die Gewissheit, die richtige Entscheidung getroffen zu haben.
Zu falschen Bräuten, verkorksten Trauungen oder unsicheren Ja-Sagern kommt es im wirklichen Leben eher selten - im Kino dafür um so öfter. Aktuell gibt es aus Hollywood eine besonders bösartige Variante der missratenen Eheschließung: Die Blind- und Fremd- Hochzeit.
Kannten sich die Protagonisten "Nach 7 Tagen ausgeflittert" immerhin eine Woche, sind Jason Biggs und Isla Fisher in "Blind Wedding - Hilfe, sie hat ja gesagt" nach ungefähr fünf Sekunden eheähnlich verbandelt. Auf die ironisch hingeknurrte Frage des einsamen Andersons: "Wollen sie mich heiraten?" an die zufällig vorbeihuschende Kellnerin antwortet diese mit einem erfreuten "Ja" - und schon fangen die Probleme an.
Etwas mehr Zeit ist Cameron Diaz und Ashton Kutcher in "Love Vegas" (ab 8. Mai im Kino) vergönnt, wenn auch von Kennenlernen keine Rede sein kann. Nach einer durchzechten Nacht wachen Joy und Jack zusammen in Las Vegas auf - einander völlig fremd. Und verheiratet.
Diese Version der vermurksten Heirat ist allerdings harmlos gegen die herzzerreißende Geschichte der "Hochzeit meines besten Freundes". Im gleichnamigen Film muss Julia Roberts 1997 mit ansehen, wie sich ihr engster Freund verheiraten will. Zu spät merkt sie, dass sie selbst die Richtige ist.
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