Tragikomisches TV-Drama, das sieben Menschen in einer Nacht im Krankenhaus an einen Wendepunkt in ihrem Leben führt. http://images.kino.de/flbilder/max09/auto09/auto21/09210163/b150x150.jpg Was wenn der Tod uns scheidet?

Filmdetails

Was wenn der Tod uns scheidet?

Tragikomisches TV-Drama, das sieben Menschen in einer Nacht im Krankenhaus an einen Wendepunkt in ihrem Leben führt.


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Kritik

Was wenn der Tod uns scheidet?

Seit einigen Jahren zeigt das ZDF einen der Filme aus der Erstlingsreihe "Gefühlsecht" vom Kleinen Fernsehspiel als "Fernsehfilm der Woche". Das tragikomische Regiedebüt der Schauspielerin Ulrike Grote mag keine leichte Kost sein, erweist sich des exponierten Sendeplatzes aber in jeder Hinsicht als würdig.

Eigentlich fehlt nur noch eine Geburt. Ansonsten enthält diese Geschichte alles, was das Leben ausmacht: Menschen verlieben, entlieben sich und finden ein neues Glück; es geht ums würdevolle Altwerden und um das Recht auf den Tod. Diese großen tragischen Themen verbindet das Drehbuch mit den Absurditäten des Alltags. Ein vermeintlicher Wasserrohrbruch zum Beispiel wird zur Flutwelle, die ein zögerliches Paar endlich einander in die Arme spült.

"Was wenn der Tod uns scheidet" haben Ulrike Grote und ihre Koautorin, Produzentin Ilona Schultz, den Film genannt. In episodischem Stil verknüpfen die beiden die Lebenswege von acht Menschen, die sich nach und nach am Zentrum der Handlung, dem Städtischen Krankenhaus in Hamburg, einfinden. Wie gut das Drehbuch ist, belegt nicht zuletzt das erlesene Ensemble: Ulrich Noethen spielt einen umtriebigen Journalisten, der Ehefrau Sophie (Naomi Krauss) sträflich vernachlässigt. Die Gattin trifft sich ausgerechnet am Hochzeitstag mit Arzt Paul (Eckhard Preuss), dessen Frau (Janna Striebeck) nie über den Tod des gemeinsamen Sohnes hinweggekommen ist. Als Sophie beim Seitensprung zusammenbricht, fliegt die Affäre auf. Paul liefert sie in die Klinik ein, seine schockierte Frau stellt die niederschmetternde Diagnose: Hirntumor. Derweil müht sich der von Kollegin Birte (Annedore Kleist) still verehrte Pfleger Hanns (Grotes Stammspieler Peter Jordan), seine vergessliche Mutter Marie (Monica Bleibtreu), die kurz zuvor beinahe ihre Wohnung abgefackelt hätte, von den Vorzügen eines Seniorenheims zu überzeugen. Marie packt ihren Kram, zieht auf den Friedhof ans Grab ihres Gatten und trifft dort auf einen Lebensmüden, dem sie beherzt das Leben rettet; und so landet auch sie in dem Krankenhaus, dessen Zimmer durch die nachtblaue Wandfarbe mitunter wie eine Bühne wirken.

Kunstvoll, aber nie künstlich weben Grote und Schultz aus den verschiedenen Strängen einen Erzählteppich, auf dem man gern durch die diversen Lebensgeschichten schwebt. Immer wieder wechseln Augenblicke verspielter Heiterkeit mit melodramatischen Momenten. Die berührendste Szene, das Herzstück des Films, ist ein langer Monolog der Ärztin, die sich einem sterbenskranken Patienten anvertraut und dem Trauma des Kindstodes stellt. Nicht nur wegen dieser großartig gespielten Sequenz ist Janna Striebeck neben der auch hier wieder wunderbaren, im Mai verstorbenen Monica Bleibtreu prägendste Figur des Films. tpg.

Was wenn der Tod uns scheidet?

Darsteller:  Monica Bleibtreu   als Marie Dunkel
  Peter Jordan   als Hanns Dunkel
  Ulrich Noethen   als Joachim Hellwig
  Annedore Kleist   als Birte Gold
  Janna Striebeck   als Nele Wolff
  Eckhard Preuß   als Paul Wolff
  Paul Grote   als Anton Hellwig
  Maike Kircher   als Jaqueline
  Naomi Krauss   als Sophie Hellwig
  Wolfgang Krassnitzer   als Herr Blumenthal
  Willem Menne   als Fritz Laub
  Noah Thomas   als Max Hellwig
  Maximilian Werner   als Nick Hellwig
  Max Herbrechter   als Rüdiger
  Rainer Piwek   als Sebastian
  Angela Ascher   als Twiggy
  Stephan Schad   als Lillis Vater
  Maren Eggert   als Lillis Mutter
  Katrin Pollitt   als Bahnbeamtin
  Helmut Zhuber   als Radiologe
 
Regie:  Ulrike Grote  
Drehbuch:  Ulrike Grote  
  Ilona Schultz  
Produzent:  Ilona Schultz  
Kamera:  Ute Freund  
Schnitt:  Gisela Gondolatsch  
  Monika Schindler  
Musik:  Jörn Kux  
Produktionsdesign:  Iris Trescher  
Kostüme:  Susann Günther  
Maske:  Ann-Kathrin Guballa  
  Jasmin Soufi  

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