Daniel Brühl
August Diehl
Anna Maria Mühe
Regie: Achim von Borries
Verleih: X Verleih (Warner)
Im Berlin der zwanziger Jahre träumen die Hochschulfreunde Günther (August Diehl) und Paul (Daniel Brühl) vom Leben in vollen Zügen. Dazu gehört natürlich auch ein Liebesleben ohne Kompromisse. Als Paul anlässlich einer Sommerparty im Absinthrausch seine tieferen Gefühle für Günthers attraktive Schwester Hilde (Anna Maria Mühe) entdeckt, ahnt er noch nicht, welch verhängnisvolle Ereigniskette er damit lostreten wird.
Basierend auf der historisch verbürgten "Steglitzer Schülertragödie" aus dem Jahr 1927 kredenzen "England!"-Regisseur Achim von Borries und "Liegen lernen"-Autor Hendrik Handloegten dieses fesselnde Drama um den Irrlauf der Gefühle und zeitlose Teenager-Rebellion.
Berlin in den Goldenen Zwanzigern: Der Wochenendausflug von vier Jugendlichen führt zu einem bösen Ende.
Die Schulfreunde Günther (August Diehl) und Paul (Daniel Brühl) wollen ein Leben ohne Kompromisse - und die bedingungslose Liebe.
Bei einem ausschweifenden Fest im Sommerhaus der Eltern versucht Paul, Günthers Schwester Hilde (Anna Maria Mühe) seine Gefühle zu gestehen.
Doch Hilde liebt viele - auch Günthers Ex-Freund Hans. Als der zu ihnen stößt, werden die Freunde im Rausch von Absinth in einen tödlichen Strudel gerissen. Was als sommerlicher Ausflug begann, wird im Verlauf einer Nacht blutiger Ernst.
Auf sein traurig-schönes Roadmovie "England!" lässt Regisseur Achim von Borries mit Autor Hendrik Handloegten ("Liegen Lernen") ein nicht weniger poetisches Drama folgen:
Basierend auf der wahren "Steglitzer Schülertragödie" aus dem Jahr 1927 und mit August Diehl und Daniel Brühl in den Hauptrollen hervorragend besetzt, erzählt von Borries von Liebe und Rebellion und der Frage, ob und wie es sich leben lässt, wenn die eine große Liebe unerwidert bleibt.
| Darsteller: | Daniel Brühl | als Paul | |
|---|---|---|---|
| August Diehl | als Günther | ||
| Anna Maria Mühe | als Hilde | ||
| Thure Lindhardt | als Hans | ||
| Jana Pallaske | als Elli | ||
| Verena Bukal | als Rosa | ||
| Julia Dietze | als Lotte | ||
| Christoph Luser | als Macke | ||
| Marius Frey | als Bittner | ||
| Fabian Oscar Wien | als Fritz | ||
| Tino Mewes | als Django | ||
| Jonas Jägermeyr | als Pit | ||
| Luc Feit | als Zipser | ||
| Holger Handtke | als Wieland | ||
| Jürgen Wink | als Lehrer Krähe | ||
| Thomas Neumann | als Kommissar Peters | ||
| Thomas Schendel | als Kommissar Kraus | ||
| Buddy Elias | als Dr. Frey | ||
| Roman Kaminski | als Vorsitzender Gericht | ||
| Regie: | Achim von Borries | ||
| Drehbuch: | Achim von Borries | ||
| Hendrik Handloegten | |||
| Produzent: | Stefan Arndt | ||
| Christophe Mazodier | |||
| Manuela Stehr | |||
| Ausf. Produzent: | Christophe Mazodier | ||
| Buchvorlage: | Alexander Pfeuffer | ||
| Annette Hess | |||
| Kamera: | Jutta Pohlmann | ||
| Schnitt: | Gergana Voigt | ||
| Antje Zynga | |||
| Musik: | Thomas Feiner | ||
| Ingo Ludwig Frenzel | |||
| Produktionsdesign: | Ulrika Andersson | ||
| Kostüme: | Nicole Fischnaller | ||
| Ton: | Peter Schumacher | ||
| Prof. Martin Steyer | |||
| Casting: | Simone Bär | ||
Während Daniel Brühl und August Diehl im wahren Leben eine solide Männerfreundschaft verbindet, ist die Beziehung der ungleichen Charaktere in "Was nützt die Liebe in Gedanken" nicht gänzlich konfliktfrei: Auf der Suche nach Glück geraten die beiden Akteure in einen tiefen Sog unkontrollierbarer Emotionen, aus dem sie sich nicht mehr befreien können. Privat bewahrt der Shooting Star aus "Good Bye, Lenin!" allerdings einen klaren Kopf und betrachtet das schnelllebige Filmbiz vollkommen rational, wie er auf der Berlinale verriet.
DANIEL BRÜHL: Oh, wie schön, liebe Grüße.
Nun ja, seit "Good Bye, Lenin!" hat sich einiges verändert. Die knapp sieben Millionen Zuschauer müssen ja irgendwo sein. Da wird man schon häufiger erkannt. Vor allem in Berlin wurde ich vor ein paar Monaten sehr oft angesprochen. Es hat mich allerdings nicht wirklich gestört; die Freude darüber überwiegt natürlich. Meistens sind die Begegnungen schließlich nett.
Mit Florian Lukas kreiert er in "Good Bye, Lenin!" eine Scheinwelt (Foto: X Verleih (Warner))
Von Kollegen habe ich ja schon mitbekommen, wie hart die Presse sein kann: Erst lobt sie dich auf Teufel komm raus in den Himmel und dann lässt sie dich gnadenlos fallen. Das passiert, wenn eine gewisse Übersättigung stattfindet. Aber das ist ja immer das Problem mit dem Erfolg. Erfolg bringt mit sich, dass man mehr Angebote bekommt, mehr Möglichkeiten zu arbeiten hat und deshalb auch stärker in der Öffentlichkeit steht. Wenn man es dann übertreibt und nicht darauf achtet, sich ein wenig rar zu machen, dann geht man den Leuten irgendwann einfach auf den Keks und sie wollen einen nicht mehr sehen. Genau so ist das ja einigen Schauspielern wie Katja Riemann passiert.
Auf alle Fälle. Vor ein paar Jahren noch, nach "Das weiße Rauschen", habe ich so eine Narrenfreiheit verspürt, weil ich wusste, dass mich kein Arsch kennt und ich mich ausprobieren kann. Jetzt überlege ich mir tatsächlich dreimal, ob ich mich auf etwas einlasse und lege das Augenmerk sehr stark auf die Auswahl der Rollen. Trotzdem kann man es nie genau wissen, und ich lebe ständig ein wenig mit er Angst, dass es morgen schon vorbei sein könnte. Das gehört in dem Beruf wohl dazu. Uns Schauspielern geht es ja noch gut, aber wenn ich Menschen sehe wie Daniel Küblböck in dieser Dschungelsendung, dann tun die mir richtig leid. Wenn ich den angucke, könnte ich heulen, weil ich weiß, dass der eine echt arme Wurst ist. Niemand weiß, wo der in einem halben oder einem Jahr landet. In der Psychiatrie? Keine Ahnung, was mit solchen Leuten passiert.
Absolut. Das geht halt jetzt so langsam los, insbesondere weil "Good Bye, Lenin!" im Ausland so erfolgreich war. Deshalb hat es auch mit der Rolle in dem englischen Film geklappt. Außerdem habe ich jetzt eine sehr gute Agentur in Spanien, so dass ich dort die ersten Bücher zugeschickt bekomme. Mal gucken, ob was dabei ist. Das Ding ist, dass die Leute immer denken, dass mir nach "Good Bye, Lenin!" nur noch Superangebote ins Haus flattern. Tatsächlich hat die Quantität zugenommen, aber mit der Qualität ist das so eine Sache. Je weiter man seinen Radius steckt, auch über die Grenzen Deutschlands hinaus, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass was Gutes dabei ist.
Für die Rolle als Mönch in "Vaya con dios" wurde er mit dem bayerischen Filmpreis ausgezeichnet (Foto: Senator)
Ach, das ist gar nicht so schwierig. Da muss man einfach ein wenig härter werden. Eigentlich entspricht das ja nicht meiner Art, aber das kann man lernen. Im Zuge von "Good Bye, Lenin!" habe ich im letzten Jahr mehr Zeit damit verbracht, einen Film zu promoten, als selbst Filme zu drehen. Das hat wenig mit dem Beruf zu tun, und man kann irgendwann auch nicht mehr darüber reden, weil man sich leer fühlt und langweilt. Ich mache das dann so, dass ich einfach wegfahre, keinem sage, wo es hingeht, mein Handy ausschalte und dann von der Bildfläche verschwunden bin. Letztens war ich spontan zehn Tage mit meiner Freundin in Spanien und bin einfach nicht ans Telefon gegangen. Das gibt zwar manchmal Gezeter, aber das ist dann Wurst. Ich brauch das eben auch.
Träumer: Daniel Brühl und August Diehl in "Was nützt die Liebe in Gedanken" (Foto: X Verleih (Warner))
August und ich haben uns mit Regisseur Achim von Borries, den Drehbüchern und jeder Menge Absinth in eine abgelegene Mühle in Brandenburg zurückgezogen, wo nichts, aber auch gar nichts war. Wir kannten uns vorher ja gar nicht, weshalb es umso spannender war. Man fragt sich schon: Was kann der andere, wie ist der so? Und zum allerersten Mal ist es mir passiert, dass sich mit einem Kollegen vom ersten Augenblick an eine tiefe Freundschaft entwickelt hat, die über den Film hinausgeht. Wir sehen uns regelmäßig, sind fast Nachbarn in Berlin.
Ich weiß, es klingt klischeehaft: aber nee, überhaupt nicht. Wir haben uns angefreundet, und dabei festgestellt, wie der andere so tickt. Deshalb wissen wir jetzt auch, welche Rolle besser zu wem passt. Außerdem brauchen wir uns beide nicht zu beschweren. Wir sind ja beide super beschäftigt. Wir haben Nachfolgeprojekte und würden sehr gerne wieder zusammenarbeiten. Wir wollen jetzt auch gemeinsam etwas schreiben - vielleicht ein Drehbuch, vielleicht nur ein Exposé. Uns Schauspieler befragt ja nie einer zu einer Story, und das wollen wir jetzt ändern.
Das Schwierige war die Radikalität der Figur. Ich habe mir zwar in meiner Jugend auch solche Gedanken gemacht, aber ich wäre nie so weit gegangen. Ich habe als Vorbereitung die Bücher von Paul Krantz gelesen, im Internet alles recherchiert, was zu finden war. Am aufschlussreichsten waren wohl die Notizen des Verteidigers von Paul Krantz. Sogar als es um seinen Kopf ging, hat er seine große Liebe, die Hilde, noch verteidigt. Ich hätte die wahrscheinlich umbringen wollen, nach allem was sie mit ihm angestellt hat. Aber daran habe ich gesehen, wie bedingungslos der Mann geliebt hat.
Nicht die Denkweise, denn diese Melancholie, diese Suche nach dem höchsten Punkt kenne ich. Aber dummerweise habe ich sogar ein Foto von ihm aus der Zeit aufgestöbert. Das hätte ich nicht machen sollen, denn Paul Krantz sah komplett anders aus als ich, was mich schon gestört hat. Ich konnte es mir schwer vorstellen, dass ich jetzt diese Person sein soll. Man hat ja auch ein Verantwortungsgefühl der Figur gegenüber. Deshalb ist es normalerweise besser, nicht so tief in eine historische Figur einzutauchen, denn du musst die Person ja eigentlich für dich selbst finden, um sie dann auch spielen zu können.
Das größte Problem habe ich im Altersunterschied zu Anna Maria Mühe gesehen. Schließlich ist sie acht Jahre jünger als ich. Dann hat sie mich beim Casting dermaßen an die Wand gespielt, dass ich dachte: 'Holla, wer ist denn das!' Ansonsten glaube ich, dass die Sache mit dem Alter eigentlich ganz gut funktioniert. August und ich hatten uns tatsächlich vorgenommen, noch einmal 19 zu sein und haben dementsprechend jede Menge Quatsch gemacht. Vom Aussehen her gab es keine Schwierigkeiten, denn die Jungs waren damals einfach früher erwachsen. Dagegen sind wir echte Bübchen.
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