Berlin in den Goldenen Zwanzigern: Der Wochenendausflug von vier Jugendlichen führt zu einem tödlichen Ende. http://images.kino.de/flbilder/max03/mbiz03/mbiz51/z0351512/b150x150.jpg Was nützt die Liebe in Gedanken

Filmdetails

Was nützt die Liebe in Gedanken

Berlin in den Goldenen Zwanzigern: Der Wochenendausflug von vier Jugendlichen führt zu einem tödlichen Ende.


Was nützt die Liebe in Gedanken
Start: 12.02.2004

Drama

Deutschland 2003
Laufzeit: 89 Min.
FSK: ab 16 Jahre

Daniel Brühl
August Diehl
Anna Maria Mühe

Regie: Achim von Borries
Verleih: X Verleih (Warner)

So werten die bisherigen Besucher:

Gesamt
(5 Sterne bei 1 Bewertung)

Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
Besucheransturm: lau
Besucher-
ansturm

Temperatur

lau

Inhalt

Im Berlin der zwanziger Jahre träumen die Hochschulfreunde Günther (August Diehl) und Paul (Daniel Brühl) vom Leben in vollen Zügen. Dazu gehört natürlich auch ein Liebesleben ohne Kompromisse. Als Paul anlässlich einer Sommerparty im Absinthrausch seine tieferen Gefühle für Günthers attraktive Schwester Hilde (Anna Maria Mühe) entdeckt, ahnt er noch nicht, welch verhängnisvolle Ereigniskette er damit lostreten wird.

Basierend auf der historisch verbürgten "Steglitzer Schülertragödie" aus dem Jahr 1927 kredenzen "England!"-Regisseur Achim von Borries und "Liegen lernen"-Autor Hendrik Handloegten dieses fesselnde Drama um den Irrlauf der Gefühle und zeitlose Teenager-Rebellion.


Kritik

Berlin in den Goldenen Zwanzigern: Der Wochenendausflug von vier Jugendlichen führt zu einem bösen Ende.

Großansicht Die Freunde Günther und Paul gehen aufs Ganze (Foto: X Verleih (Warner))

Die Freunde Günther und Paul gehen aufs Ganze (Foto: X Verleih (Warner))

Die Schulfreunde Günther (August Diehl) und Paul (Daniel Brühl) wollen ein Leben ohne Kompromisse - und die bedingungslose Liebe.

Bei einem ausschweifenden Fest im Sommerhaus der Eltern versucht Paul, Günthers Schwester Hilde (Anna Maria Mühe) seine Gefühle zu gestehen.

Doch Hilde liebt viele - auch Günthers Ex-Freund Hans. Als der zu ihnen stößt, werden die Freunde im Rausch von Absinth in einen tödlichen Strudel gerissen. Was als sommerlicher Ausflug begann, wird im Verlauf einer Nacht blutiger Ernst.

Großansicht Hilde und Elli führen Frauengespräche (Foto: X Verleih (Warner))

Hilde und Elli führen Frauengespräche (Foto: X Verleih (Warner))

Poetische Tragödie

Auf sein traurig-schönes Roadmovie "England!" lässt Regisseur Achim von Borries mit Autor Hendrik Handloegten ("Liegen Lernen") ein nicht weniger poetisches Drama folgen:

Basierend auf der wahren "Steglitzer Schülertragödie" aus dem Jahr 1927 und mit August Diehl und Daniel Brühl in den Hauptrollen hervorragend besetzt, erzählt von Borries von Liebe und Rebellion und der Frage, ob und wie es sich leben lässt, wenn die eine große Liebe unerwidert bleibt.

Was nützt die Liebe in Gedanken

Darsteller:  Daniel Brühl   als Paul
  August Diehl   als Günther
  Anna Maria Mühe   als Hilde
  Thure Lindhardt   als Hans
  Jana Pallaske   als Elli
  Verena Bukal   als Rosa
  Julia Dietze   als Lotte
  Christoph Luser   als Macke
  Marius Frey   als Bittner
  Fabian Oscar Wien   als Fritz
  Tino Mewes   als Django
  Jonas Jägermeyr   als Pit
  Luc Feit   als Zipser
  Holger Handtke   als Wieland
  Jürgen Wink   als Lehrer Krähe
  Thomas Neumann   als Kommissar Peters
  Thomas Schendel   als Kommissar Kraus
  Buddy Elias   als Dr. Frey
  Roman Kaminski   als Vorsitzender Gericht
 
Regie:  Achim von Borries  
Drehbuch:  Achim von Borries  
  Hendrik Handloegten  
Produzent:  Stefan Arndt  
  Christophe Mazodier  
  Manuela Stehr  
Ausf. Produzent:  Christophe Mazodier  
Buchvorlage:  Alexander Pfeuffer  
  Annette Hess  
Kamera:  Jutta Pohlmann  
Schnitt:  Gergana Voigt  
  Antje Zynga  
Musik:  Thomas Feiner  
  Ingo Ludwig Frenzel  
Produktionsdesign:  Ulrika Andersson  
Kostüme:  Nicole Fischnaller  
Ton:  Peter Schumacher  
  Prof. Martin Steyer  
Casting:  Simone Bär  

"Der Mann hat einfach bedingungslos geliebt"

Während Daniel Brühl und August Diehl im wahren Leben eine solide Männerfreundschaft verbindet, ist die Beziehung der ungleichen Charaktere in "Was nützt die Liebe in Gedanken" nicht gänzlich konfliktfrei: Auf der Suche nach Glück geraten die beiden Akteure in einen tiefen Sog unkontrollierbarer Emotionen, aus dem sie sich nicht mehr befreien können. Privat bewahrt der Shooting Star aus "Good Bye, Lenin!" allerdings einen klaren Kopf und betrachtet das schnelllebige Filmbiz vollkommen rational, wie er auf der Berlinale verriet.

Großansicht Zielsicher erobert Daniel Brühl den europäischen Filmmarkt (Foto: X Verleih (Warner))

Zielsicher erobert Daniel Brühl den europäischen Filmmarkt (Foto: X Verleih (Warner))

» Ich habe meiner Freundin gerade erzählt, dass ich dich interviewen gehe. Sie hat losgeschrien wie ein Teenager.

DANIEL BRÜHL: Oh, wie schön, liebe Grüße.

» Ist das eine normale Reaktion oder muss ich mir Sorgen machen? Passiert dir das häufiger?

Nun ja, seit "Good Bye, Lenin!" hat sich einiges verändert. Die knapp sieben Millionen Zuschauer müssen ja irgendwo sein. Da wird man schon häufiger erkannt. Vor allem in Berlin wurde ich vor ein paar Monaten sehr oft angesprochen. Es hat mich allerdings nicht wirklich gestört; die Freude darüber überwiegt natürlich. Meistens sind die Begegnungen schließlich nett.

Großansicht Mit Florian Lukas kreiert er in "Good Bye, Lenin!" eine Scheinwelt (Foto: X Verleih (Warner))

Mit Florian Lukas kreiert er in "Good Bye, Lenin!" eine Scheinwelt (Foto: X Verleih (Warner))

"MENSCHEN WIE DANIEL KÜBLBOCK TUN MIR LEID"

» Vor ein paar Jahren hast du gesagt, dass man in Deutschland erst als Star aufgebaut und dann schnell wieder fallen gelassen wird. Deshalb würdest du aufpassen, dass dir das nicht passiert. Wie kommst du darauf und inwiefern hast du davor Angst?

Von Kollegen habe ich ja schon mitbekommen, wie hart die Presse sein kann: Erst lobt sie dich auf Teufel komm raus in den Himmel und dann lässt sie dich gnadenlos fallen. Das passiert, wenn eine gewisse Übersättigung stattfindet. Aber das ist ja immer das Problem mit dem Erfolg. Erfolg bringt mit sich, dass man mehr Angebote bekommt, mehr Möglichkeiten zu arbeiten hat und deshalb auch stärker in der Öffentlichkeit steht. Wenn man es dann übertreibt und nicht darauf achtet, sich ein wenig rar zu machen, dann geht man den Leuten irgendwann einfach auf den Keks und sie wollen einen nicht mehr sehen. Genau so ist das ja einigen Schauspielern wie Katja Riemann passiert.

Großansicht In "Elefantenherz" findet der Schauspieler im Boxsport Trost (Foto: ottfilm (Filmwelt))

In "Elefantenherz" findet der Schauspieler im Boxsport Trost (Foto: ottfilm (Filmwelt))

» Passt man deshalb bei der Rollenauswahl besser auf?

Auf alle Fälle. Vor ein paar Jahren noch, nach "Das weiße Rauschen", habe ich so eine Narrenfreiheit verspürt, weil ich wusste, dass mich kein Arsch kennt und ich mich ausprobieren kann. Jetzt überlege ich mir tatsächlich dreimal, ob ich mich auf etwas einlasse und lege das Augenmerk sehr stark auf die Auswahl der Rollen. Trotzdem kann man es nie genau wissen, und ich lebe ständig ein wenig mit er Angst, dass es morgen schon vorbei sein könnte. Das gehört in dem Beruf wohl dazu. Uns Schauspielern geht es ja noch gut, aber wenn ich Menschen sehe wie Daniel Küblböck in dieser Dschungelsendung, dann tun die mir richtig leid. Wenn ich den angucke, könnte ich heulen, weil ich weiß, dass der eine echt arme Wurst ist. Niemand weiß, wo der in einem halben oder einem Jahr landet. In der Psychiatrie? Keine Ahnung, was mit solchen Leuten passiert.

Großansicht Geplagt von Liebeskummer und Zukunftsängsten in "Schule" (Foto: Constantin)

Geplagt von Liebeskummer und Zukunftsängsten in "Schule" (Foto: Constantin)

"IRGENDWANN FÜHLT MAN SICH LEER UND GELANGWEILT"

» Ist es in diesem Zusammenhang auch ein Schutz, dass du im Ausland arbeiten möchtest? Du hast eben in England gedreht, wolltest auch immer schon mal in deinem Geburtsland Spanien was machen...

Absolut. Das geht halt jetzt so langsam los, insbesondere weil "Good Bye, Lenin!" im Ausland so erfolgreich war. Deshalb hat es auch mit der Rolle in dem englischen Film geklappt. Außerdem habe ich jetzt eine sehr gute Agentur in Spanien, so dass ich dort die ersten Bücher zugeschickt bekomme. Mal gucken, ob was dabei ist. Das Ding ist, dass die Leute immer denken, dass mir nach "Good Bye, Lenin!" nur noch Superangebote ins Haus flattern. Tatsächlich hat die Quantität zugenommen, aber mit der Qualität ist das so eine Sache. Je weiter man seinen Radius steckt, auch über die Grenzen Deutschlands hinaus, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass was Gutes dabei ist.

Großansicht Für die Rolle als Mönch in "Vaya con dios" wurde er mit dem bayerischen Filmpreis ausgezeichnet (Foto: Senator)

Für die Rolle als Mönch in "Vaya con dios" wurde er mit dem bayerischen Filmpreis ausgezeichnet (Foto: Senator)

» Der Rummel um dich, auch hier auf der Berlinale ist gigantisch. Wie kommt man da wieder runter?

Ach, das ist gar nicht so schwierig. Da muss man einfach ein wenig härter werden. Eigentlich entspricht das ja nicht meiner Art, aber das kann man lernen. Im Zuge von "Good Bye, Lenin!" habe ich im letzten Jahr mehr Zeit damit verbracht, einen Film zu promoten, als selbst Filme zu drehen. Das hat wenig mit dem Beruf zu tun, und man kann irgendwann auch nicht mehr darüber reden, weil man sich leer fühlt und langweilt. Ich mache das dann so, dass ich einfach wegfahre, keinem sage, wo es hingeht, mein Handy ausschalte und dann von der Bildfläche verschwunden bin. Letztens war ich spontan zehn Tage mit meiner Freundin in Spanien und bin einfach nicht ans Telefon gegangen. Das gibt zwar manchmal Gezeter, aber das ist dann Wurst. Ich brauch das eben auch.

Großansicht Träumer: Daniel Brühl und August Diehl in "Was nützt die Liebe in Gedanken" (Foto: X Verleih (Warner))

Träumer: Daniel Brühl und August Diehl in "Was nützt die Liebe in Gedanken" (Foto: X Verleih (Warner))

"MIT AUGUST DIEHL HAT SICH SOFORT EINE FREUNDSCHAFT ENTWICKELT"

» Für "Was nützt die Liebe in Gedanken" standest du nun ja mit einem ausgewiesenen Theaterschauspieler, mit August Diehl, vor der Kamera. Wie war's denn?

August und ich haben uns mit Regisseur Achim von Borries, den Drehbüchern und jeder Menge Absinth in eine abgelegene Mühle in Brandenburg zurückgezogen, wo nichts, aber auch gar nichts war. Wir kannten uns vorher ja gar nicht, weshalb es umso spannender war. Man fragt sich schon: Was kann der andere, wie ist der so? Und zum allerersten Mal ist es mir passiert, dass sich mit einem Kollegen vom ersten Augenblick an eine tiefe Freundschaft entwickelt hat, die über den Film hinausgeht. Wir sehen uns regelmäßig, sind fast Nachbarn in Berlin.

Großansicht Ein exzessiver Lebenswandel in "Das weiße Rauschen" (Foto: X Verleih)

Ein exzessiver Lebenswandel in "Das weiße Rauschen" (Foto: X Verleih)

» Gar kein Konkurrenzdenken? Schließlich werdet ihr beide als die besten deutschen Jungschauspieler gehandelt.

Ich weiß, es klingt klischeehaft: aber nee, überhaupt nicht. Wir haben uns angefreundet, und dabei festgestellt, wie der andere so tickt. Deshalb wissen wir jetzt auch, welche Rolle besser zu wem passt. Außerdem brauchen wir uns beide nicht zu beschweren. Wir sind ja beide super beschäftigt. Wir haben Nachfolgeprojekte und würden sehr gerne wieder zusammenarbeiten. Wir wollen jetzt auch gemeinsam etwas schreiben - vielleicht ein Drehbuch, vielleicht nur ein Exposé. Uns Schauspieler befragt ja nie einer zu einer Story, und das wollen wir jetzt ändern.

Großansicht Daniel will "Nichts bereuen" (Foto: ottfilm (UIP))

Daniel will "Nichts bereuen" (Foto: ottfilm (UIP))

"ICH HATTE AUCH SOLCHE GEDANKEN, WÄRE ABER NIE SOWEIT GEGANGEN"

» Paul Krantz ist die erste authentische Figur, die du gespielt hast? Wie wichtig ist die "Vorlage" der echten Person?

Das Schwierige war die Radikalität der Figur. Ich habe mir zwar in meiner Jugend auch solche Gedanken gemacht, aber ich wäre nie so weit gegangen. Ich habe als Vorbereitung die Bücher von Paul Krantz gelesen, im Internet alles recherchiert, was zu finden war. Am aufschlussreichsten waren wohl die Notizen des Verteidigers von Paul Krantz. Sogar als es um seinen Kopf ging, hat er seine große Liebe, die Hilde, noch verteidigt. Ich hätte die wahrscheinlich umbringen wollen, nach allem was sie mit ihm angestellt hat. Aber daran habe ich gesehen, wie bedingungslos der Mann geliebt hat.

Großansicht Gewalt(tät)ige Partystimmung im "Schlaraffenland" (Foto: Buena Vista)

Gewalt(tät)ige Partystimmung im "Schlaraffenland" (Foto: Buena Vista)

» Hattest du keine Schwierigkeiten, dich in den Charakter hineinzuversetzen, wenn deine Denkweise so anders ist als die der Figur?

Nicht die Denkweise, denn diese Melancholie, diese Suche nach dem höchsten Punkt kenne ich. Aber dummerweise habe ich sogar ein Foto von ihm aus der Zeit aufgestöbert. Das hätte ich nicht machen sollen, denn Paul Krantz sah komplett anders aus als ich, was mich schon gestört hat. Ich konnte es mir schwer vorstellen, dass ich jetzt diese Person sein soll. Man hat ja auch ein Verantwortungsgefühl der Figur gegenüber. Deshalb ist es normalerweise besser, nicht so tief in eine historische Figur einzutauchen, denn du musst die Person ja eigentlich für dich selbst finden, um sie dann auch spielen zu können.

» Wie fühlt man sich denn, wenn man mit 25 Jahren einer der Ältesten ist am Set?

Das größte Problem habe ich im Altersunterschied zu Anna Maria Mühe gesehen. Schließlich ist sie acht Jahre jünger als ich. Dann hat sie mich beim Casting dermaßen an die Wand gespielt, dass ich dachte: 'Holla, wer ist denn das!' Ansonsten glaube ich, dass die Sache mit dem Alter eigentlich ganz gut funktioniert. August und ich hatten uns tatsächlich vorgenommen, noch einmal 19 zu sein und haben dementsprechend jede Menge Quatsch gemacht. Vom Aussehen her gab es keine Schwierigkeiten, denn die Jungs waren damals einfach früher erwachsen. Dagegen sind wir echte Bübchen.

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