Originaltitel: Les affinités électives
Frankreich/Italien 1996
Isabelle Huppert
Jean-Hugues Anglade
Fabrizio Bentivoglio
Regie: Paolo Taviani, ...
Verleih: Prokino (Filmwelt)
Isabelle Huppert und Jean-Hugues Anglade scheinen ein perfektes Paar zu sein - bis ein alter Freund und die Nichte der Hausherrin in ihrem Schloß erscheinen und die Gefühle des Quartetts durcheinanderwirbelt. Leidenschaften entflammen neu, in neuen Konstellationen. Sie brodelt im inneren und durchbricht niemals den Rahmen der Konventionen.

Der Lichtblick von Goethes "Wahlverwandtschaften"-Verfilmung durch die Brüder Taviani ist eindeutig Isabelle Huppert in der anspruchsvollen Rolle der Charlotte. Ansonsten bleibt die Tragödie, die dieses Jahr im Wettbewerb in Cannes außer Konkurrenz lief, seltsam kalt und blutleer.
Von glühenden Leidenschaften jedenfalls, wie sie die literarische Vorlage von 1809 enthält, ist in dem konventionell erzählten Liebes-Drama anno 1996 ebensowenig zu spüren wie vom sozialen Zündstoff des Klassikers. Charlotte und Edouard gehen eine späte Vermählung ein und leben ein zurückgezogenes, trautes Liebesleben in ländlicher Idylle. Die Zweisamkeit wird durch die Ankunft von Edouards Freund Othon gestört. Als auch noch Charlottes junge, bis dato klösterlich behütete Verwandte Ottilie eintrifft, ist schnell klar, daß die Liebesverhältnisse aus den Fugen geraten. Edouard verliebt sich in Ottilie, Charlotte erliegt dem Charme Othons. Doch die Liebesverstrickungen lassen sich nicht einfach durch neue Partnerwahl lösen, Charlotte ist schwanger von ihrem Ehemann. So stolpern die amourös Beteiligten nicht nur ins Chaos der Gefühle, sondern auch in ihr Verderben. Zwar versuchen die Taviani-Brüder, die auch diesmal wieder das Drehbuch schrieben, die Konflikte der Figuren transparent werden zu lassen. Sie tun dies aber mit so viel Distanz und Zurückhaltung, daß beim Zuschauer weder "Furcht noch Mitleid" noch sonstige kathartische Gefühle erzeugt werden. Das erstaunt und enttäuscht bei dem Regisseur-Duo, das so ungewöhnliche und hingebungsvolle Filme wie "Padre Padrone" und "Good Morning Babylon" schuf. Einzig Isabelle Huppert gewinnt ihrer Rolle eine Tiefe ab, die Interesse weckt. Die Charaktere der anderen, Jean-Hugues Anglade als Ehemann, Fabrizio Bentivoglio als Liebhaber und Marie Gillain als jugendliche Unschuld, bleiben hinter theatralischen Gesten verborgen. Giuseppe Lancis Kamera rettet sich in schöne Bilder, Ausstattung und Farbgebung der italienisch-französischen Coproduktion sorgen für stilechtes Ambiente. Doch was bleibt, ist der schale Nachgeschmack einer akademischen Stilübung im Filmemachen. boe.
| Darsteller: | Isabelle Huppert | als Carlotta | |
|---|---|---|---|
| Jean-Hugues Anglade | als Edoardo | ||
| Fabrizio Bentivoglio | als Ottone | ||
| Marie Gillain | als Ottilie | ||
| Massimo Popolizio | als Marchese | ||
| Laura Marinoni | als Marchesa | ||
| Stefania Fuggetta | |||
| Regie: | Paolo Taviani | ||
| Vittorio Taviani | |||
| Drehbuch: | Paolo Taviani | ||
| Vittorio Taviani | |||
| Produzent: | Grazia Volpi | ||
| Jean-Claude Cecile | |||
| Buchvorlage: | Johann Wolfgang von Goethe | ||
| Kamera: | Giuseppe Lanci | ||
| Schnitt: | Roberto Perpignani | ||
| Musik: | Carlo Crivelli | ||
Unter den französischen Schauspielerinnen ist sie das Chamäleon, ein Talent mit vielfältigen Facetten, die aufregend zwischen Anmut und...
Mit Béatrice Dalle spielte er gleich zu Beginn von "Betty Blue" die damals freizügigste Liebesszene der französischen...
Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.
Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.