Originaltitel: Dnevnoy Dozor: Mel Sudbi
Russland 2006
Konstantin Khabenskij
Mariya Poroshina
Vladimir Menshov
Regie: Timur Bekmambetow
Verleih: Fox
Etwa ein Jahr nach den Ereignissen von "Wächter der Nacht" bemüht sich Anton (Konstantin Khabensky) nach wie vor, die Mächte der Dunkelheit in Schach zu halten. Ein alptraumhafter Job, seit sein Sohn Yegor (Dmitry Martynov) aus Verachtung für ihn zur finsteren Seite übergelaufen ist und von Dunkelfürst Zavulon (Victor Verzbitsky) protegiert wird. Zudem muss Anton noch die telekinetisch begabte Svetlana (Mariya Poroshina) ausbilden. Als ein Nachtgeschöpf ermordet wird, hat Zavulon einen Vorwand, um seine Armeen für die Machtübernahme zu mobilisieren.
Der zweite Teil der auch als Buch erfolgreichen russischen Fantasy-Trilogie von Timur Bekmambetov leistet sich wieder den patentierten Schmuddellook und schraubt sich im MTV-Stil durch ein ideenreiches Feuerwerk von actionreichen wie absurden Sensationen.
Der russische Fantasywelthit über den Kampf zwischen den Kräften des Lichts und der Dunkelheit geht in die magische zweite Runde.
Die "Wächter der Nacht" kamen aus dem Nichts, veränderten mit einem cineastischen Überraschungsangriff das Image des russischen Films. Weggefegt waren plötzlich die Zeiten des intellektuellen Kopfkinos, eingeläutet war der Aufbruch zum effekt- und einfallsreichen Fantasy-Spektakel.
Die Ouvertüre einer dreiteiligen Verfilmung der berühmten Romanreihe von Sergei Lukyanenko machte Moskau zum Mittelpunkt des Kampfes zwischen Gut und Böse, den die Anderen, Männer und Frauen mit übernatürlichen Kräften, stellvertretend führten.
Zwei Jahre später ist in der aufregenden Fortsetzung das Gleichgewicht zwischen den Wächtern der Nacht, die die dunkle Seite kontrollieren, und jenen des Tages, die die Mächte des Lichts beobachten, gefährdet. Anton (Konstantin Khabensky) ist der Schlüssel in diesem Duell.
Er trainiert Svetlana (Mariya Poroshina), die telekinetisch begabte, attraktive Wunderwaffe der guten Anderen. Und er versucht verzweifelt, seinen Sohn Yegor dem Einfluss Zavulons (Victor Verzbitsky) zu entreißen, der mit den großen Kräften des Jungen die dunklen Mächte zum endgültigen Sieg führen möchte.
Als Yegors Lehrerin erstochen wird, jagen beide Seiten den unbekannten Täter und Zavulon nutzt den vermeintlichen Regelbruch eines Wächters der Nacht für eine komplexe Intrige, die in einem atemberaubenden Finale zur Apokalypse führt. Scheinbar zumindest, denn den Augen allein kann man nicht trauen, auch wenn ihnen Verblüffendes geboten wird.
"Wächter des Tages" verknüpft den Blick auf die russische Realität, auf Armut, Kriminalität, Lebenslust und Emotionalität, mit dem Einstieg in fremde fantastische Welten. Hier jagen sich Gut und Böse in einer düsteren Parallelwelt, die nur den Anderen offen steht. Hier fliegen punkige Kriegerinnen der Nacht auf vier Rädern vom Freeway zur Fassade der Zentrale des Bösen, die sie dann mit magischen Kräften durchqueren.
Hier wirft die Hoffnung des Lichts mit Bussen um sich, um den Fürsten der Finsternis die Grenzen aufzuzeigen, und im Showdown zweier junger Giganten tobt schließlich ein Inferno mit unglaublicher Zerstörungskraft. Gesehen hat man eine solche Kombination aus effektgespickter Action, fantasievollen Zaubereien und einem Porträt der russischen Seele noch nicht.
Für "Wächter des Tages" ist das Kino eine Insel der Wunder, auf der Körper getauscht werden können, auf der ein Stück Kreide Geschichte neu schreiben, auf der aber auch die Liebe alles verändern kann. Die globalen Auswirkungen des Duells zwischen Dunkel und Licht, zwischen Anarchie und Verantwortung, erfährt auch Regisseur Timur Bekmambetov.
Er ist "Wanted" by Hollywood, dreht für die Traumfabrik die gleichnamige Comicverfilmung mit Angelina Jolie und Morgan Freeman in den Hauptrollen.
| Darsteller: | Konstantin Khabenskij | als Anton | |
|---|---|---|---|
| Mariya Poroshina | als Svetlana | ||
| Vladimir Menshov | als Geser | ||
| Galina Tyunina | als Olga | ||
| Victor Werzbitskij | als Zavulon | ||
| Zhanna Friske | als Alisa | ||
| Dima Martynow | als Egor | ||
| Alex Chadow | als Kostya | ||
| Valeri Zolotukhin | als Kostyas Vater | ||
| Regie: | Timur Bekmambetow | ||
| Drehbuch: | Timur Bekmambetow | ||
| Sergei Lukyanenko | |||
| Alexander Talal | |||
| Produzent: | Konstantin Ernst | ||
| Anatoli Maksimow | |||
| Ausf. Produzent: | Aleksei Kublitsky | ||
| Vavara Avdyushko | |||
| Buchvorlage: | Sergei Lukyanenko | ||
| Kamera: | Sergei Trofimow | ||
| Schnitt: | Dmitri Kiselyow | ||
| Musik: | Yuri Poteyenko | ||
| Produktionsdesign: | Valeri Viktorow | ||
Mit dem Fantasy-Spektakel "Wächter der Nacht" gelang Regisseur Timur Bekmambetov 2005 der erfolgreichste russische Filmstart aller Zeiten. Die Fortsetzung "Wächter des Tages" startet am 20. September in den deutschen Kinos.
"Wächter des Tages" braucht den Vergleich mit US-Genre-Klssikern wie "Matrix" und "Blade" nicht zu scheuen (Foto: Fox)
» Hat "Wächter des Tages" das Zeug, noch einmal so für Aufsehen zu sorgen, wie 2005 "Wächter der Nacht", Teil eins Ihrer Trilogie?
TIMUR BEKMAMBETOV: Auf jeden Fall, denn obwohl sich beide Filme auf den ersten Blick gleichen, so unterscheiden sie sich doch wie Licht und Dunkelheit voneinander. Es sind zwei Seiten desselben Films. "Wächter der Nacht" war sehr aggressiv, kraftvoll und provozierend. Davon ist auch in "Wächter des Tages" noch etwas zu spüren, doch dieses Mal steht eine größere Offenheit im Mittelpunkt - denn es geht um Freiheit.
» Die dunkle Seite und damit die Kräfte des Bösen stehen für Freiheit?
Ja. Es ist doch so, dass jeder Mensch zwei unterschiedliche Ideen in sich trägt, zwei sich widersprechende Wünsche. Da ist die Vorstellung, Verantwortung für die Gesellschaft, für Familie und für Freunde übernehmen zu müssen. Das ist die helle, strahlende Seite unserer Natur. Aber zur gleichen Zeit wollen wir auch frei sein! Und das ist die dunkle Seite. Jeden Tag müssen wir Entscheidungen treffen. Jeder hat die Wahl, seine Freiheit zu behaupten oder den Bedürfnissen anderer zu dienen. Egal, wie wichtig oder unwichtig eine Entscheidung im Einzelfall ist: Jedes Mal hast du die Möglichkeit, das Gleichgewicht der Welt zu beeinflussen.
Regisseur Timur Bekmambetov entführt seine Zuschauer mit "Wächter des Tages" zum zweiten Mal nach Moskau, wo sich Vampire und Hexer tummeln (Foto: Fox)
» In "Wächter des Tages" gerät Anton zwischen die Fronten. Auf der "dunklen Seite" steht sein Sohn, auf der "hellen Seite" die Frau, die er liebt. Wo steht der Zuschauer?
Direkt beim Helden - also mittendrin, zwischen den polarisierenden Welten. Auch er muss wie Anton permanent schwierige Entscheidungen treffen und bewegt sich mit ihm zwischen Gut und Böse.
» Ist das ein unlösbarer Konflikt?
Anton steckt von der ersten Minute an in einem Dilemma. Er selbst trägt diesen Widerspruch in sich. Konstantin Khabensky ist ein großartiger Schauspieler, der den Konflikt von Anton perfekt verkörpert - ohne einseitig nur traurig oder nur heldenhaft zu sein. Anton ist neugierig, aber auch unsicher. Er ist auf der Suche nach sich selbst und ist keineswegs verrückt. Ein Typ, in dem sich viele wiederfinden können.
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