Altmeister Alain Resnais beweist in dieser unterhaltenden Lektion über Liebe, Freiheit und Fantasie erneut Esprit, jugendliche Kraft und Eleganz. Seine Lieblingsschauspieler Sabine Azéma und André Dussolllier spielen erneut die Hauptrollen. http://images.kino.de/flbilder/max10/auto10/auto06/10060348/b150x150.jpg Vorsicht Sehnsucht

Filmdetails

Vorsicht Sehnsucht

Altmeister Alain Resnais beweist in dieser unterhaltenden Lektion über Liebe, Freiheit und Fantasie erneut Esprit, jugendliche Kraft und Eleganz. Seine Lieblingsschauspieler Sabine Azéma und André Dussolllier spielen erneut die Hauptrollen.


Vorsicht Sehnsucht
Start: 22.04.2010

Originaltitel: Les herbes folles

Drama / Komödie

Frankreich/Italien 2009
Laufzeit: 103 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Sabine Azéma
André Dussollier
Anne Consigny

Regie: Alain Resnais
Verleih: Schwarz-Weiss (Filmagentinnen)

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Inhalt

Doch während Georges seine sexuelle Anziehungskraft nur austesten will, glaubt Marguerite in jeder seiner Gesten, in jedem Wort bedeutungsschwangere Liebeserklärungen zu sehen. Das kann nicht gutgehen.


Kritik

Vorsicht Sehnsucht

Altmeister Alain Resnais beweist in dieser unterhaltenden Lektion über Liebe, Freiheit und Fantasie erneut Esprit, jugendliche Kraft und Eleganz.

Er kann's auch mit fast 90 Jahren nicht lassen: Alain Resnais schafft es immer noch, mit seinen hintergründigen Geschichten und großartigen Bildern zu verführen, egal, ob das Leben nun ein "Roman" oder ein "Chanson" ist, die "Herzen" sich mal wieder nicht finden. "Vorsicht Sehnsucht" warnt schon im Titel, vor zuviel emotionalen Erwartungen der Protagonisten, die sich mal wieder auf das dünne Eis der Gefühle begeben und einbrechen (können).

Marguerite ist in den besten Jahren, kann sich damit aber nicht abfinden, macht auf kindlich. Der Raub ihrer Handtasche bringt eine "Affäre" ins Rollen, die eigentlich keine ist. Hätte George, der Finder mit den leicht grauen Schläfen, gewusst, was auf ihn zukommt, hätte er sicherlich nicht die ausgeleerte Tasche aufgehoben und die Dame kontaktiert. Aus Telefongesprächen werden Treffen, falsche Hoffnungen, vergebliche Sehnsucht. Der Rentner lebt mit Partnerin in der Pariser Banlieue und will nur seine sexuelle Anziehungskraft austesten. Die Zahnärztin und Hobbyfliegerin sieht jedoch in jeder Geste, jedem Wort bedeutungsschwangere Liebeserklärungen. Das kann nicht gut gehen.

Nach Christian Gaillys Roman "L 'incident" webt Resnais ein Netz aus Wünschen und Fantasien, in dem die Wirklichkeit nur am Rande existiert, die Figuren manchmal wie in einem Comic reagieren. Bei der Besetzung setzt Resnais auf seine bewährten Schauspieler wie Sabine Azéma, die hier allerdings mit infantilem Geplapper nerven muss, und André Dussollier, wie immer routiniert und mit doppelbödig-rauem Charme. Die Stimme des Erzählers lässt vieles ahnen, auch den Tod. Wie aus den absurden Flirtinitiativen und irrationalen Handlungen Zorn und Verletzung erwachsen, das zeichnet das romantische Drama in magischen nächtlichen Bildern von Eric Gautier und in einer gelungenen Verknüpfung von Charme, Ironie und Melancholie und verbeugt sich dabei vor dem Medium Film und seinen Kinoformen. Die eng an die Vorlage angelehnten Dialoge strotzen vor unterschwelligen Andeutungen, es macht Spaß in den filigranen Wortspielen auf unterschiedlichen Ebenen die wahren Bedeutungen und Zeichen zu lesen. mk.

Vorsicht Sehnsucht

Darsteller:  Sabine Azéma   als Marguerite Muir
  André Dussollier   als Georges Palet
  Anne Consigny   als Suzanne
  Emmanuelle Devos   als Josepha
  Mathieu Amalric   als Bernard de Bordeaux
  Sandrine Bonnaire   als Lucien d'Orange
  Edouard Baer   als Erzähler
  Annie Cordy   als Nachbarin
  Sara Forestier   als Elodie
  Nicolas Duvauchelle   als Jean-Mi
  Vladimir Consigny   als Marcelin Palet
  Dominique Rozan   als Sikorsky
  Jean-Noël Brouté   als Mickey
  Roger-Pierre   als Marcel Schwer
  Patrick Mimoun   als Jean-Baptiste Larmeur
  Candice Charles   als Elodie Larmeur
 
Regie:  Alain Resnais  
Drehbuch:  Alain Resnais  
  Laurent Herbiet  
Produzent:  Jean-Louis Livi  
Koproduzent:  Valerio De Paolis  
Ausf. Produzent:  Julie Salvador  
Buchvorlage:  Christian Gailly  
Kamera:  Eric Gautier  
Schnitt:  Hervé de Luze  
Musik:  Mark Snow  
Produktionsdesign:  Jacques Saulnier  
Kostüme:  Jackie Budin  

Treffen der Klassenbesten in Cannes

Die Spekulationen haben sich bestätigt. Das Line-up für das 62. Festival de Cannes liest sich wie ein Klassentreffen der Cannes-Lieblinge. Einen deutschen Regisseur sucht man zwar vergeblich, dafür ist "Das weiße Band" vom Österreicher Michael Haneke dabei. Und um die französischen Titel wurde bis zur letzten Minute noch heftig gerungen.

Großansicht Der Animationsfilm "Oben" weist den Weg für das Festival (Foto: Walt Disney)

Der Animationsfilm "Oben" weist den Weg für das Festival (Foto: Walt Disney)

Unter den für den Wettbewerb ausgewählten Filmemachern haben neun in der Vergangenheit bereits wichtige Preise in Cannes gewonnen. 15 haben wenigstens einmal am Wettbewerb teilgenommen; ein weiterer war wenigstens schon einmal bei einem A-Festival im Wettbewerb vertreten. Es ist kein Regiedebütant im Wettbewerb zu finden.

Und auch einen deutschen Regisseur sucht man in diesem Jahr vergeblich, obwohl zu einem früheren Zeitpunkt einmal Fatih Akin ins Spiel gebracht worden war - doch sein neuestes Werk "Soul Kitchen" ist offenbar nicht rechtzeitig fertig geworden. Dafür ist "Das weiße Band" vom Österreicher Michael Haneke mit von der Partie.

Großansicht Mit "Drag me to Hell" kehrt Sam Raimi zu seinen Wurzeln als Horror-Meister zurück (Foto: Universal)

Mit "Drag me to Hell" kehrt Sam Raimi zu seinen Wurzeln als Horror-Meister zurück (Foto: Universal)

Der Eröffnungsfilm geht nach "Oben"

Um die französischen Titel soll bis zur letzten Minute noch heftig gerungen worden sein, wie man hört. Mit vier Filmen ist das Gastgeberland erneut stark im Wettbewerb vertreten. So wurde Alain Resnais mit "Les herbes folles" eingeladen. Jacques Audiard reist mit "Un prophète" an. Gaspar Noé kehrt mit "Enter the Void" an die Croisette zurück und Xavier Giannoli zeigt "À l'origine" mit Gérard Depardieu. Abschlussfilm (außer Konkurrenz) ist Jan Kounens "Coco Chanel & Igor Stravinsky".

Die USA stellen neben dem Eröffnungsfilm, "Oben" von Peter Docter und Bob Peterson noch zwei Filme: Quentin Tarantinos "Inglourious Basterds" - eine deutsche Koproduktion - und Ang Lees "Taking Woodstock". Außer Konkurrenz wird außerdem Sam Raimis "Drag Me to Hell" gezeigt.

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Sabine Azéma

Französische Schauspielerin und César-Preisträgerin. Mit Temperament, Energie und Improvisationsfreude gehört Sabine Azéma seit ihrem...

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