Originaltitel: Lions for Lambs
USA 2007
Robert Redford
Meryl Streep
Tom Cruise
Regie: Robert Redford
Verleih: Fox
Kaum hat ihr idealistischer Professor Dr. Malley (Robert Redford) sie aufgefordert, etwas Bedeutendes im Leben anzustreben, melden sich die beiden West Coast Studenten Arian (Derek Luke) und Ernest (Michael Peña) freiwillig als Soldaten zum Einsatz in Afghanistan. Während die beiden bald am Hindukusch ums nackte Überleben kämpfen, will der potenzielle Präsidentschaftskandidat Jasper Irving (Tom Cruise) der ehrgeizigen TV-Journalistin Janine Roth (Meryl Streep) eine brisante Story zuschanzen, die das Schicksal der Jungs besiegeln könnte.
Oscarpreisträger Robert Redford verquickt drei Handlungsfäden zu einem kraftvollen Drama um einen komplizierten Krieg, Politik und eine gespaltene Nation. Der topbesetzte Film ist das erste Projekt der neu formierten United Artists, die gerade "Valkyrie" drehen.
In einem Gipfeltreffen der Megastars schmiedet Robert Redford ein heißes dramatisches Eisen zu Amerikas Krieg gegen den Terror.
In Talkshows wird öffentlich gestritten, am Stammtisch feurig diskutiert, in Leitartikeln kenntnisreich analysiert, doch an der Front wird gestorben. Täglich und anonym. Um diese Kluft zwischen Schlagzeile und Sperrfeuer, zwischen Beobachten und Eingreifen, zwischen der Routinenachricht des Todes und der Tragödie des individuellen Sterbens geht es in der siebten Regiearbeit Robert Redfords.
Sieben Jahre nach "Die Legende von Bagger Vance" lockte das Drehbuch von Matthew Michael Carnahan ("Operation: Kingdom") den Hollywoodveteranen wieder hinter die Kamera. Redfords Herz schlägt dabei für die Löwen, die namenlosen US-Soldaten am Hindukusch, während er die Schreibtischgeneräle, die Durchhalteparolen ausgebenden Puppenspieler in den Mahagonibüros von Washington, verachtet.
Aus drei verschiedenen Perspektiven erzählt, entwirft Redfords packendes Politdrama ein komplexes Bild vom Krieg, in den die USA verstrickt sind, und von den unterschiedlichen Rollen, die Politik, Medien und Militär dabei spielen.
Der Regisseur selbst spielt den idealistischen Uni-Professor Stephen Malley, der versucht, die provozierende Gleichgültigkeit seines im Wohlstand surfenden Studenten Todd zu knacken. Deutlich mehr Engagement als dieser zeigt Senator Jasper Irving (Tom Cruise), einer der Kandidaten für das Amt des US-Präsidenten, der mit seinem Feuer auch den Krieg gegen den Terror anheizen will.
Was genau ihm dabei vorschwebt, erzählt er in einem Gespräch mit TV-Journalistin Janine Roth (Meryl Streep). Irving ist die Stimme des Zorns, der Attacke, Roth steht für die Skepsis und Malley ist der väterliche Intellektuelle. Seine Aufforderung, etwas Bedeutendes im Leben anzustreben, nehmen zwei Studenten zum Anlass, sich freiwillig als Soldaten zu melden.
Während zu Hause Worte Waffen ersetzen, kämpfen die GI's Ernest und Arian in Afghanistan ums Überleben. In der Parallelität dieser Ereignisse vermischen sich die Ebenen und Geschichten, beeinflusst das Geschehen in der Heimat die Schicksale in der Ferne.
Erstmals nach "Jenseits von Afrika" drehen Redford und Streep wieder gemeinsam, erstmals zeigt sich Tom Cruise in einem Film, den er als neuer Leiter des Studio-Oldies United Artists auf den Weg gebracht hat. United Artists steht auch programmatisch für diesen Thriller, der mit einer Allianz von Top-Künstlern Dramatik, Nachdenklichkeit und intelligent-kämpferische Unterhaltung bietet.
| Darsteller: | Robert Redford | als Prof. Stephen Malley | |
|---|---|---|---|
| Meryl Streep | als Janine Roth | ||
| Tom Cruise | als Senator Jasper Irving | ||
| Michael Peña | als Ernest Rodriguez | ||
| Andrew Garfield | als Todd Hayes | ||
| Derek Luke | als Arian Finch | ||
| Peter Berg | als Lt. Col. Falco | ||
| Kevin Dunn | als ANX-Redakteur | ||
| John Brently Reynolds | als Skinny | ||
| Babar Peerzada | als afghanischer Kämpfer | ||
| Regie: | Robert Redford | ||
| Drehbuch: | Matthew Michael Carnahan | ||
| Produzent: | Matthew Michael Carnahan | ||
| Andrew Hauptman | |||
| Tracy Falco | |||
| Robert Redford | |||
| Ausf. Produzent: | Daniel Lupi | ||
| Kamera: | Jean Rousselot | ||
| Schnitt: | Joe Hutshing | ||
| Musik: | Mark Isham | ||
| Produktionsdesign: | Jan Roelfs | ||
| Kostüme: | Mary Zophres | ||
| Ton: | Petur Hliddal | ||
| Casting: | Avy Kaufman | ||
Da ist der Titel auf tragische Weise Programm: Die "Mission: Impossible" wird für Tom Cruise offenbar tatsächlich zur unmöglichen Aufgabe ...
Tom Cruise ist seine eigene "Mission Impossible": Der ehemalige Top-Star bekommt seine Filmangebote nur noch unter Vorbehalt (Foto: UIP)
Denn der einstige Superstar konnte zuletzt mit "Krieg der Welten", "Von Löwen und Lämmern" und "Operation Walküre" die hoch gesteckten Erwartungen nicht erfüllen, zu wenige Filmfans lösten ein Ticket. Vorbei also die Zeiten, in denen der Name Tom Cruise klingelnde Kassen garantierte - das galt insbesondere und zur großen Enttäuschung der Macher für "Mission: Impossible III".
Die Filmreihe um den Top-Agenten Ethan Hunt hatte in den Neunzigern stark zum Superstar-Status von Tom Cruise beigetragen. Doch seit er sich mit seinem peinlichen Auftritt bei Oprah Winfrey, umstrittenen Aussagen über Drogentherapien und offensiver Sektenwerbung für Scientology immer mehr zur Zielscheibe beißender Häme gemacht hat, klebt auf dem ehemaligen Blockbuster-Garanten das Etikett "Kassengift".
Darum haben die Strategen beim Filmriesen Paramount für das lange geplante vierte "Mission: Impossible"-Abenteuer nun sogar die Handbremse gezogen: Nur falls Toms demnächst startender Action-Spaß "Knight and Day" mit Cameron Diaz ordentlich Kasse macht, darf Cruise auch als Ethan Hunt wieder unlösbare Probleme lösen.
Aber selbst falls "M:I IV" zustande kommt, planen die Macher in Sachen Tom Cruise einen Abschied auf Raten. Angeblich soll im Drehbuch ein junger Schützling von Ethan Hunt auftauchen, der den Titelhelden dann mittelfristig in eventuellen weiteren Filmen beerben kann. Welcher Schauspieler dabei in Toms Fußstapfen treten soll, ist allerdings noch nicht bekannt.
Für Tom Cruise ist die Nachricht besonders bitter, weil er zuletzt mit seinem Comedy-Auftritt als fetter, ekelhafter Filmproduzent Les Grossman bei den MTV Movie Awards große Sympathien gewinnen konnte. Die Figur aus "Tropic Thunder" soll sogar einen eigenen Kinofilm bekommen. An Toms Potenzial als ernstzunehmender Action-Held scheint aber niemand mehr so recht zu glauben ...
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