Moritz Bleibtreu
Alexandra Maria Lara
Uwe Ochsenknecht
Regie: Helmut Dietl
Verleih: Constantin
Der Komponist Mimi Nachtigal (Moritz Bleibtreu) und die Sängerin Venus Morgenstern (Alexandra Maria Lara) waren einst ein Herz und eine Seele. Doch nun, im verflixten siebten Jahr, beschließt man nach langem Streiten, einander endgültig das Nein-Wort zu geben. Bald darauf jedoch kommt die Reue, und weil Mimi gar so sehr unter dem Verlust leidet, nimmt er sich das Leben. Venus jedoch hat nicht die Absicht, sich damit so einfach abzufinden, und folgt dem toten Lover wie einst Orpheus in die Unterwelt.
Münchens Gesellschaftschronist numero uno, Helmut Dietl ("Rossini"), lädt ein zum fantastischen Liebesreigen mit heiterem Unterton. Stars wie Uwe Ochsenknecht, Anke Engelke, Heino Ferch, Justus von Dohnányi und Harald Schmidt ließen sich nicht lange bitten.
Endlich: Ein neuer Helmut Dietl! Der "Schtonk!"-Regisseur schickt die besten deutschen Schauspieler ins Liebes-Labyrinth - erwartet komisch, herzerwärmend romantisch.
Wer hat sich nicht schon einmal unsterblich verliebt, ist aus ekstatischen Höhen in deprimierende Tiefen gestürzt und hat sich vorgenommen: nie wieder? Jeder, der das schon einmal durchlitten hat, wird sich in Helmut Dietls wahnwitzig komischem, zugleich mystisch-romantischem Liebes-Drama wiederfinden.
Diesmal geht der Meister der Gesellschaftssatire, der wie kein anderer unsere menschlich-allzumenschlichen Schwächen seziert, noch einen Schritt weiter: Er lässt seine Figuren - als hätten sie mit dem Diesseits nicht genug zu kämpfen - sogar in die Unterwelt hinabsteigen (wo es noch viel wilder zugeht als im richtigen Leben). Doch eins nach dem anderen ...
Hat den Blues: Vergebens versucht der Komponist Mimi, Venus zu vergessen (Foto: Constantin)
Am Anfang nämlich steht die Liebe, die ganz große von Mimi Nachtigal (Moritz Bleibtreu) und Venus "Sternchen" Morgenstern (Alexandra Maria Lara). Sieben Jahre dauert - wie bei vielen anderen Paaren auch - ihre turbulente Verbindung.
Dass der erfolgreiche Komponist versucht, aus der unerfahrenen Gesangsschülerin die gefeierte Sängerin seiner Lieder zu formen, trägt nicht gerade zur Harmonie in der Beziehung bei. Nach endlosen Streitereien trennt man sich schließlich, nur um zu merken, dass man ohneeinander nicht sein kann.
Ganz pragmatisch versucht Venus, durch einen neuen Freund, Entertainer Harry (Justus von Dohnanyi) den alten zu verdrängen, während Mimi, in tiefer Depression versunken, in Griechenland Vergessen sucht.
Dass er das ausgerechnet im Haus seiner Freunde Theo (Uwe Ochsenknecht) und Helena (Anke Engelke) tut, wo er einst mit Venus den Himmel erlebte, trägt nicht zur Aufheiterung seiner Stimmung bei. Mimi nimmt sich das Leben, steigt in den Hades hinab, wo er Unglaubliches erlebt, bis Venus, wie einst Orpheus, ihrem Geliebten folgt, um ihn zurückzuholen ...
Wenn Helmut Dietl einen Film dreht, ist eins gewiss: Da stimmt alles. Angefangen von der durchkomponierten Geschichte über die grandiosen Schauspielerleistungen bis zu Kamera, Ausstattung und Musik: Ein Dietl-Film ist ein Fest für die Sinne.
Immer trifft er, mit viel lakonischer Selbstironie, genau den richtigen Ton. Dafür sorgte diesmal Bestseller-Autor Patrick Süskind ("Das Parfüm") als Co-Autor.
Ein Liebesreigen, der nicht nur zum Schreien komisch ist, wie vom Regisseur von "Rossini", "Schtonk!" und "Late Show" nicht anders zu erwarten, sondern auch zutiefst bewegend.
Für Humor-Highlights sorgen Anke Engelke und Uwe Ochsenknecht als gestresstes Großstadtpaar, dem ein Seelen-Doktor (Harald Schmidt) Linderung verschafft. Und im Zaubergarten der griechischen Mythologie darf Heino Ferch in einer unvergesslichen Rolle glänzen ...
| Darsteller: | Moritz Bleibtreu | als Mimi Nachtigal | |
|---|---|---|---|
| Alexandra Maria Lara | als Venus Morgenstern | ||
| Uwe Ochsenknecht | als Theo Stokowski | ||
| Anke Engelke | als Helena Stokowski | ||
| Heino Ferch | als Hermes | ||
| Justus von Dohnanyi | als Harry | ||
| Marily Milia | als Kalypso | ||
| Richard Beek | als Charon | ||
| Christoph Maria Herbst | als Robby Gediner | ||
| Harald Schmidt | als Herr | ||
| Regie: | Helmut Dietl | ||
| Drehbuch: | Helmut Dietl | ||
| Patrick Süskind | |||
| Produzent: | Helmut Dietl | ||
| Norbert Preuss | |||
| Koproduzent: | David Groenewold | ||
| Hans Janke | |||
| Kamera: | Jürgen Jürges | ||
| Schnitt: | Inez Regnier | ||
| Frank Müller | |||
| Musik: | Dario Farina | ||
| Harold Faltermeyer | |||
| Produktionsdesign: | Ernestine Hipper | ||
| Albrecht Konrad | |||
| Kostüme: | Bernd Stockinger | ||
| Heike Fademrecht | |||
| Ton: | Frank Heidbrink | ||
| Casting: | An Dorthe Braker | ||
In seiner märchenhaften romantischen Komödie hat Helmut Dietl zwei der bekanntesten deutschen Schauspieler als Liebespaar zusammengebracht. Alexandra Maria Lara und Moritz Bleitreu über die große Liebe, Musik und die Unterwelt.
MORITZ BLEIBTREU: Für mich zeichnet "Vom Suchen und Finden der Liebe" ein realistisches Bild der Liebe. Dass dieses Bild nicht immer romantisch ist, habe ich auch in meinem Leben nie anders erlebt. Doch der Film lässt sich nicht die Hoffnung nehmen.
Auch ich habe inzwischen herausgefunden, dass die große Liebe höchstwahrscheinlich unmöglich ist. Aber das hindert mich nicht daran, mein ganzes Herz und meine ganze Seele zu investieren. Ich will nicht den Weg wählen, den die Figuren von Uwe Ochsenknecht und Anke Engelke gehen. Es gibt wohl immer mehr Menschen, die auf den Schmerz verzichten wollen. Aber es gibt nichts Schlimmes ohne Schönes und nichts Schönes ohne Schlimmes. Ich möchte es lieber mal richtig schön haben - dafür kriege ich auch gerne mal eine Tasse an den Kopf.
ALEXANDRA MARIA LARA: Ist das so? Ich hoffe, dass viele die Liebe schon von Anfang an schätzen und wissen, warum es sich lohnt, später dafür zu kämpfen. Doch manche können erst rückwirkend sagen, dass sie schon jemanden hatten, der am besten zu ihnen gepasst hat.
Ich finde es schwer, Fragen zur Liebe zu verallgemeinern. In meinem eigenen Freundeskreis habe ich erfahren, wie unterschiedlich Menschen reagieren. Jeder findet etwas anderes wichtig. Nehmen wir mal die Tatsache, dass Mimi Venus so stark verändert: Ich glaube, dass es Frauen gibt, die so etwas suchen, die sich gerne auf einen Meister einlassen.
BLEIBTREU: Das ist absolut so. Alles, was die Figuren sagen, ist drei mal durchdacht und soll auch so gesagt werden. Allenfalls wird etwas weggenommen. Aber die Chance, dass man bei Helmut sagt: "Du Helmut, ich hätte da diesen einen Satz, könnte ich den mal...", ist sehr gering.
Helmut geht nicht mit der Einstellung ans Set, dass das Ganze Spaß machen soll. Für ihn ist das Krieg und das kann schon hart sein. Wenn man einen Take zum achten Mal macht, nur weil es um einen Bruchteil einer Sekunde von Timing geht, in dem ein "Hä?" oder ein "Was?" gesagt werden muss, das ist schon quälend. Und wenn man dazu noch selber merkt, dass er recht hat, ist es eine richtige Herausforderung.
BLEIBTREU: Von ihren ersten Filmen an war mir klar, dass sie mal ganz erfolgreich sein wird. Ich habe drauf gewartet, dass wir zusammen spielen. Jetzt hat es geklappt und war total super.
Sie musste durch das Singen noch einen ganz anderen Schritt gehen. Da hätte ich mir in die Hosen gemacht, das Klavier war schon schlimm genug. Ich kann nicht singen - rhythmisch schreien vielleicht.
LARA: Ich hatte zwar Gesangsstunden auf der Schauspielschule, aber ich bin keine Sängerin. Deswegen ist das Singen mit viel Anspannung, Mut und Unsicherheit verbunden. Aber es hat viel Spaß gemacht.
LARA: Ich habe schon überlegt, ob ich wirklich die ganze Zeit sitzen bleiben soll. Aber ich bin einfach zu neugierig. Ich will wissen, wie das wirkt, an dem ich so lange gearbeitet habe. Ich habe den Film erst einmal gesehen und möchte ihn jetzt ein zweites Mal auf mich wirken lassen.
Heino Ferch kümmert sich als Hermes Aphroditos in der Unterwelt um Mimi (Foto: Constantin)
BLEIBTREU: Ich verstehe Schauspieler wie Spencer Tracy sehr gut, die irgendwann gesagt haben: "Ich schau mir das nicht mehr an." Ich werde auch bei der Premiere garantiert nicht in der Vorstellung sitzen. Ich bin jemand, der so schnell wie möglich an die Bar geht.
Die Tatsache, dass man das nie mehr ändern kann und keine Erklärung abgeben kann, macht mich wahnsinnig. Da wird für mich eine Sekunde zu einer Stunde und eine Stunde zu einem Tag.
Am Anfang dachte ich, wenn ich einen bestimmten Ton spiele, wird das auch so übertragen. Weit gefehlt. Egal, was man spielt, beim Publikum kommt immer etwas Unterschiedliches an. Deswegen ist es jetzt Helmut Dietls Film, es ist Euer Film. Wenn ich den Film aber als Regisseur machen würde, wäre jede Art von Reaktion für mich wichtig. Dann bin ich derjenige, der das zu verantworten hat.
BLEIBTREU: Richtig. Das wird so bald wie möglich passieren. Ich habe eine Produktionsfirma mit meinem Kollegen und gutem Freund Fatih Akin, Corazón International, und wir versuchen das so schnell wie möglich auf die Reihe zu kriegen. Dann sitze ich auch in der Premiere und dann darf man mich auch mit Tomaten beschmeißen.
LARA: Ab Ende Januar drehe ich einen Film in meiner Heimat Rumänien. Ich werde dafür mit meinem Vater vor der Kamera stehen und in meiner Muttersprache drehen. Ich war viereinhalb, als meine Eltern mit mir nach Deutschland gezogen sind, aber sie haben weiterhin mit mir Rumänisch gesprochen.
Nach diesem Film möchte ich gerne ein bisschen Ruhe haben. Im Herbst wird dann der neue Film von Doris Dörrie starten. Sie hat eine moderne Adaption des Märchens "Der Fischer und seine Frau" geschrieben. Ich spiele eine Frau, die nie genug bekommt und einen Mann an ihrer Seite hat, der nur sitzen und gucken möchte.
BLEIBTREU: Ein Klavier!
BLEIBTREU: Nein, leider nicht. Ich bin ein musikbegeisterter Typ. Ich habe früher an Platten rumgekratzt und aufgelegt. Ich sammle Musik, kann aber leider kein Instrument spielen. Ich glaube, an mir ist ein Musiker verloren gegangen.
Seit den Klavierstunden für den Film versuche ich, mich in dieses Instrument hineinzufinden. Ich habe zuhause zwei Klaviere. Das Klavier ist die Königin der Instrumente. Ich glaube, dass es nichts gibt, mit dem man Frauen mehr beeindrucken kann, als mit dem Klavier.
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