Die realistisch erzählte Geschichte eines illegalen tunesischen Einwanderers in Paris, dem eine Unbekannte die Scheinehe anbietet. http://images.kino.de/flbilder/max02/mbiz02/mbiz22/z0222053/b150x150.jpg Voltaire ist schuld

Filmdetails

Voltaire ist schuld

Die realistisch erzählte Geschichte eines illegalen tunesischen Einwanderers in Paris, dem eine Unbekannte die Scheinehe anbietet.


Voltaire ist schuld
Start: 06.06.2002

Originaltitel: La faute à Voltaire

Drama

Frankreich 2000
Laufzeit: 129 Min.
FSK: Ungeprüft

Élodie Bouchez
Sami Bouajila
Aure Atika

Regie: Abdellatif Kechiche
Verleih: Kool

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Action
Humor
Romantik
Spannung
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Inhalt

Jallel hofft in Frankreich das Paradies auf Erden zu finden und dort in Freiheit leben zu können. Als er dort ankommt, wird er schnell ernüchtert: Nicht nur die Bürokratie stellt sich seinen Träumen in den Weg. Doch er gibt nicht so schnell auf. Eine Heirat mit Zufallsbekanntschaft Lucie könnte seinen Problemen ein Ende bereiten.


Kritik

Voltaire ist schuld

Soziales Kino, nicht larmoyant, sondern unterhaltend und dennoch ernsthaft dargebracht. Das gelingt dem in Tunesien geborenen Abdellatif Kechiche mit traumhafter Sicherheit, wenn er von den Ausgeschlossenen der Gesellschaft erzählt, die ihr Existenzrecht einfordern. Eine warmherzige Geschichte über Freundschaft, Liebe und harte Realität.

Den Goldenen Löwe für den besten Debütfilm hat dieser bemerkenswerte Blick in soziale Wirklichkeit verdient. Da wird nichts beschönigt, aber auch nicht alles tiefschwarz gezeichnet. Jallel kommt aus Tunesien nach Paris, um mehr Geld zu verdienen. Seine Freunde raten ihm, sich als politisch verfolgten Algerier auszugeben, das erhöht die Chancen auf Legalität. Also wird auf dem Amt gelogen, was das Zeug hält - als Belohnung gibt's eine befristete Aufenthaltsgenehmigung und ein Bett in einem Männerwohnheim. Bald verhökert er schwarz Obst und Rosen, verliebt sich in eine "Beurette", eine alleinerziehende Kellnerin maghrebinischer Herkunft. Die will ihn sogar pro forma heiraten, damit er im Land bleiben kann. Auf dem Standesamt verschwindet die Braut in Weiß jedoch plötzlich. Für Jallel bricht eine Welt zusammen. Kechiche, der jahrelang die Finanzierung zusammensuchte und dann den Film in sechs Wochen abdrehte, schildert das Leben der "sans papiers" (Ausweislosen) immer auf der Flucht vor Polizeikontrollen, ihre permanente Angst, aber auch ihre Sehnsüchte, Träume und glücklichen Momente. Die Figuren sind keine Opfer, sondern bis in die Nebenrolle hinein Persönlichkeiten mit eigener Identität. Sie lavieren am Abgrund entlang, fangen sich aber immer wieder und vergessen kurzfristig das Elend. Die Handkamera ist auf Augenhöhe, entwickelt Nähe zu den Protagonisten, für die der Regisseur kein Mitleid weckt, sondern Mitgefühl. Mit arabischer Fabulierkunst entführt er in die fremde Welt der Illegalen, lässt trotz Tristesse Poesie, Humor und Witz aufblitzen. Neben einem sympathischen Sami Bouajila und einer starken Eure Atika trumpft Elodie Bouchez auf, die mit sinnlicher Ausstrahlung den von Beziehungen enttäuschten Jallel wieder Gefühle spüren lässt. Sie spielt die verlorene junge Frau, die sich allen hingibt, um ihre seelische Verletzbarkeit zu kaschieren, rückhaltlos und zutiefst bewegend. Gerade als Normalität in greifbarer Nähe scheint, wird Jallel erwischt und abgeschoben. Die Hoffnung auf ein Stückchen Glück, zerstoben und zerstört. Vielleicht ist an allem wirklich Voltaire schuld, wie der Titel suggeriert, setzte sich der scharfzüngige Franzose doch für menschliche Wohlfahrt und Gerechtigkeit ein. Werte, die auch heute noch gültig sind oder sein sollten. mk.

Voltaire ist schuld

Darsteller:  Élodie Bouchez   als Lucie
  Sami Bouajila   als Jallel
  Aure Atika   als Nassera
  Bruno Lochet   als Franck
  Olivier Loustau   als Antonio
  Virginie Darmon   als Leila
  Mustapha Adouani   als Mostfa
  Sami Zitouni   als Nono
  Carole Frank   als Barbara
  Jean-Michel Fete   als Philippe
  Manuel Le Lièvre   als André
  François Genty   als Paul
  Meryem Serbah   als Heiratende
  Francis Arnaud   als Beamter
  Nejib Nekaies   als Hocine
  Bilal Ali   als Rosenverkäufer
  Martin Amic   als Benoit
  Tonio Descanvelle   als Christophe
  Michel Gionti   als J-P
  Allain Naron   als Alain
  Myriam van Hove   als Sängerin
  Philippe Huet   als Gitarrist
  Mouloud Boukerche   als Mouloud
 
Regie:  Abdellatif Kechiche  
Drehbuch:  Abdellatif Kechiche  
Produzent:  Jean-François Lepetit  
Kamera:  Dominique Brenguier  
  Marie-Emanuelle Spencer  
Schnitt:  Annick Baly  
  Tina Baz  
Produktionsdesign:  Quentin Prévost  
Kostüme:  Catherine D'Halluin  
Ton:  Joël Riant  
  Ludovic Hénault  

Star

Élodie Bouchez

Die schwarzhaarige Schauspielerin, aus großen Augen in einem rundlichen Gesicht so herausfordernd wie neugierig blickend, und ihre...

Star

Sami Bouajila

* 12.05.1966

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